Wie wird man Mieter los, die nicht ausziehen wollen?

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Gar nicht. Sofern die Dauer des Mietsverhältnises die relevanten Fristen für den Kündigungsschutz bereits überschritten hat, ist eine formgerechte Kündigung ohne gültigen Kündigungsgrund unmöglich - und der besteht regelmäßig nur bei Verzug des Mieters (3 Monatnsmieten oder mehr im Rückstand->Kündigung->Räumungsklage). Entweder Du zahlst die Ablöse (immerhin willst DU ja, dass sie ausziehen), oder der Verkauf wird nichts.

Ich würde zusammen mit dem Käufer, dem Anwalt, sowie den Mietern einen gemeinsamen Termin vereinbaren.Vielleicht kommt man so zu einem für alle Seiten tragbares Ergebnis, Kompromisse sind bei gutem Willen immer erreichbar. Ev. einen neutralen schlichter einschalten.Bezüglich der Ablösesumme nochmal mit dem Käufer verhandeln, vielleicht kann man die aufteilen, oder ev. über den Kaufpreis verrechnen.

Ein Käufer übernimmt automatisch den Mietvertrag mit dort noch wohnenden Mietern. Er selbst kann später auf Eigenbedarf kündigen, wenn er diese Wohnung auch noch benötigt. Du aber kannst die Mieter nicht kündigen! Teile das dem Käufer mit! Entweder er kündigt später selbst oder lässt den Kauf. Sage ihm klipp und klar, dass Du keine rechtliche Handhabe besitzt den Mieten zu kündigen.

Bin gerade auf auf Ihren Hilferuf gestoßen. Es würde mich interessieren, wie die Sache ausgegangen ist, da wir in ähnlicher Situation sind. Wir haben ein großes Grundstück mit einem ca. 60-70jährigen Haus mit zwei vermieteten Wohnungen gekauft. Lt. Verkäufer waren die Mieter im Vorfeld über den Verkauf informiert und haben sich mit einem Auszug "abgefunden". Wir wollen das Haus abreißen und ein neues bauen und haben den Mietern ordentlich gekündigt mit dem Angebot, bis zum Auszug 9 Monate mietfrei wohnen zu bleiben und ihnen noch 1000,-€ Umzugshilfe zu zahlen. Die haben uns ins Gesicht gelacht und je Partei 50.000,-€ (!!!) gefordert! Junge Leute, die seit 2 bzw. 3 Jahren zu einem Spottpreis in den Wohnungen wohnen. Ich würde mich in Grund und Boden schämen. So eine Frechheit. Haben die Sache einem Anwalt übergeben. Daher interessiert es mich, wie die Sache bei Ihnen gelaufen ist. Danke für eine schnelle Antwort.

Bevor ich die Kommentare gelesen habe, hätte ich auch gesagt, der Mieter ist im Recht. Was nun verwohnt heißt ist subjektiv. Eine fristlose Kündigung wäre möglich, wenn ein vertragswidriger Gebrauch der Mietsache (Wohnung) durch den Mieter vorliegt § 543 Abs 2 Nr 2 BGB. Dies gilt es aber zu beweisen. Viele Chance sehe ich hier nicht. Auch nach dem Verkauf, kann der neue Eigentümer keinen Eigenbedarf anmelden. Eine Abfindung ist in diesem Fall allerdings gängige Praxis. In welcher Höhe ist fraglich, wobei 15% von was? einer Wohnung oder dem Gesamterlös? MfG

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