Was bedeutet die juristische Formulierung "zu argumentativ.."?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

...juristische Filme? Vielleicht eher Gerichtsfilme und dann noch amerikanische (z.B.. "Frage der Ehre") + dann "Einspruch Euer Ehren, die Frage ist zu argumentativ"?Dieses "Einspruch Euer Ehren" gibt es in deutschen Gerichtssälen nicht, hat sich aber irgendwie im Bewußtsein festgesetzt. Aber auch vor deutschen Gerichten werden Zeugen befragt, zunächst vom Gericht selbst + dann von den Anwälten. Dabei sollen die Zeugen nur das erzählen, was sie auch wirklich erinnern. Gibt nun der Fragesteller dem Zeugen eine Frage auf, in deren Beantwortung der Zeuge spekulieren muß, ohne es selbst definitiv zu wissen, dann wäre diese Frage zu argumentativ. Der Zeuge müsste argumentieren und sich nicht (nur) erinnern...

Diese Frage ist zwar schon uralt, aber ich möchte sie trotzdem beantworten^^

Du hast dich auf jeden Fall nicht verhört, sowohl "suggestive Fragen" als auch "argumentative Fragen" und "spekulative Fragen" sind im (für gewöhnlich) englischsprachigen Raum ein Grund für einen Einspruch vor Gericht. Das bedeutet, dass der gegnerische Anwalt die betreffende Frage zur Diskussion stellen kann. Der Richter entscheidet dann, ob die Frage zulässig ist und so beantwortet werden muss oder ob der befragende Anwalt sie neu formilieren oder fallen lassen muss.

"Sie haben gesehen, wie der Angeklagte um 21:00 das Haus verlassen hat, richtig?" Das klingt erst einmal wie eine Frage, aber es ist nicht irgendeine. Das ist eine suggestive Frage, weil sie die Antwort des Befragten bereits impliziert, also praktisch vorgibt. "Haben Sie gesehen, wie der Angeklagte das Haus verlassen hat?" [...] "Um wie viel Uhr war das?" [...] So muss das im Zweifel formuliert werden.

"Und weil Sie sich nicht länger Hörner aufsetzen lassen wollten, haben Sie Ihre Frau einfach den direkten Weg vom Balkon nehmen lassen?" Das wiederum ist eine argumentative Frage. Die Formulierung ist feindselig, überspitzt, unsachlich. So spricht kein Jurist in einem Gerichtssaal, so streitet jemand mit einem Freund. Solche Fragen stellt ein Anwalt im Zweifel nur, damit die Geschworenen sie gehört haben. Nach dem Motto "Ich bringe das hier mal knallhart auf den Punkt!" Im Zweifel müssen solche "Fragen" neu formuliert werden. Dabei muss allerdings klargestellt werden, dass das "argumentativ" hier vom englischen "argumentative" kommt, was man im Deutschen mit "streitlustig" oder "streitsüchtig" übersetzen würde.

Außerdem gibt es noch "spekulative Fragen". Da braucht es kein großes Beispiel. Das sind einfach Fragen, bei denen der Anwalt Mutmaßungen anstellt, die er in keiner Form untermauern kann. Er spekuliert eben, erklärt sich quasi von selbst.

Ich würde mich da meinem Vorredner anschließen. In welchem Film kam das denn?

es kam mehrmals bei "good wife" vor.

habe jetzt auch eine englische erklärung für amerikanisches recht gefunden, die es erklärt. ist eine mögliche variante eines einspruches:

"Objection, your Honor, the question is argumentative."

A question is argumentative if: It is asked for the purpose of persuading the jury or the judge, rather than to elicit information. It calls for an argument in answer to an argument contained in the question. It calls for no new facts, but merely asks the witness to concede to inferences drawn by the examiner from proved or assumed facts.

Ich glaube, da hast Du Dich verhört. "Spekulativ" gibt es.^^

nein es war definitiv "argumentativ"

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