Wann bekommt man in Deutschland einen Betreuer vor die Nase gesetzt?

7 Antworten

Zum Betreuer bestellt das Vormundschaftsgericht eine natürliche Person, die geeignet ist, in dem gerichtlich bestimmten Aufgabenkreis die Angelegenheiten des Betreuten rechtlich zu besorgen und ihn in dem hierfür erforderlichen Umfang persönlich zu betreuen.

ABER:

1.Schlägt der Volljährige eine Person vor, die zum Betreuer bestellt werden kann, so ist diesem Vorschlag zu entsprechen, wenn es dem Wohl des Volljährigen nicht zuwiderläuft. Schlägt er vor, eine bestimmte Person nicht zu bestellen, so soll hierauf Rücksicht genommen werden.

  1. Schlägt der Volljährige niemanden vor, der zum Betreuer bestellt werden kann, so ist bei der Auswahl des Betreuers auf die verwandtschaftlichen und sonstigen persönlichen Bindungen des Volljährigen, insbesondere auf die Bindungen zu Eltern, Kindern und zum Ehegatten, sowie auf die Gefahr von Interessenkonflikten Rücksicht zu nehmen.

  2. Grundsatz der Einzelbetreuung

Zuständig für die Bestellung des Betreuers ist das Vormundschaftsgericht.

Das Gericht bestellt grds. eine einzelne (natürliche) Person (§ 1897 Abs. 1 BGB). In Frage kommen: - eine dem Betroffenen nahestehende Person, etwa ein Familienmitglied, - eine sonstige ehrenamtlich tätige Person, - ein selbständiger Berufsbetreuer, - ein Angestellter eines Betreuungsvereins - ein Beschäftigter der zuständigen Betreuungsbehörde.

Das Gericht bestellt mehrere Betreuer, wenn dies im Einzelfall sinnvoll ist. (§ 1899 Abs. 1 BGB).

Im KLARTEXT:

Wir haben ein 90-jährige Mutter, die an Alltersdemenz erkrankt ist.

Vor einigen Jahren, als ihr geistiger/körperliche Zustand noch relativ im guten Zustand war haben wir uns folgende Vordrucke besorgt:

1.Vorsorgevollmacht
2.Betreuungsvollmacht
3.Patientenverfügung

Mit diesen Vollmachten ist man Betreuer der Eltern (oder anderer Verwandte) mit voller Handlungsfreiheit und allen Kompetenzen.

Das Gericht ist grundsätzlich an die Auswahl durch den Betroffenen gebunden.

In manchen Fällen sind Familienangehörige als Betreuer einfach nicht geeignet. Bei Gericht werden ja unter anderem auch Fachleute angehört wie psychiatrische Gutachter. Und die Betreuer haben nun mal mehr Erfahrung, auch wenn es darum geht, sich mit Behörden auseinanderzusetzen, kennen die Gesetzeslagen usw. besser

Aber die Persönlichkeit des zu Betreuenden kenne sie nicht.

Bei einem Betreuungsverfahren werden immer auch die Angehörigen geprüft, ob sie als Betreuer in Frage kommen. Wenn kein Angehöriger geeignet ist, wird ein Berufsbetreuer eingesetzt. Das Amtsgericht überprüft ohnehin die Notwendigkeit einer Betreuung.

Mich hat keiner geprüft. Ich bekam die Ansage."es hat/hätte keinen Wert mit ihnen zu reden."

wenn ein allein erziehender Elternteil seiner Aufgabe vorübergehend nicht gerecht wird, wird vom Jugendamt ein Betreuer bestellt

so lange du noch geistig halbwegs fit bist, kann dir gegen deinen willen kein betreuer vor die nase gesetzt werden. aus der früheren entmündigung wurde aus gutem grund eine betreuung. hilfe gibt es bei den betreuungsvereinen des diakonischen werkes.

Stimmt nicht ganz. Auch Menschen die "halbwegs fit" sind können einen gesetzlichen Betreuer aufgebrummt kriegen. Z.B. nach der Entlassung aus der Psychiatrie oder so. Aber ich weiss was du meinst...

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