Wann ist die Betreuung dem Betreuer nicht mehr zuzumuten?

5 Antworten

Man ist nicht gezwungen eine Betreuung sein Leben lang zu machen. Man kann die Betreuung unter Angabe eines nachvollziehbaren Grundes jederzeit niederlegen. Hab es selbst gerade hinter mir. Frau war gewalttätig und so schrecklich misstrauisch, dass ich das alles unter dem Aspekt des Ehrenamtes nicht mehr eingesehen habe, obwohl die Frau nicht ohne einen Betreuer auskommt. Im Moment hat die Betreuung eine Hauptamtliche übernommen, die das aber auch nicht mehr lange mitmachen wird, wie sie mir sagte. Du siehst, gezwungen werden kann niemand.

Du kannst jederzeit beim Betreuungsgericht den Atrag auf Entlassung stellen. Es wird dich niemand gegen deinen Willen zwingen, Betreuer zu bleiben.

Am Rande noch die kurze Info, dass Betreuungsvereine kostenfrei ehrenamtliche Betreuer beraten. In NRW ist sogar die kostenfreie Vermögenshaftpflicht für gesetzliche Betreuer über einen Verein möglich (sehr sinnvoll), soweit man sich registrieren läßt. Ein Verein würde auch im Zusammenhang mit der Aufgabe einer Betreuung beraten und sich gegebenenfalls zur Übernahme der Betreuung bereit erklären.

Formal kann jeder Betreuer die Betreuung abgeben - ich habe sogar schon erlebt, dass der Grund ein zu weiter Anfahrtsweg war. Wie dieses auf das Vormundschaftsgericht bei einem gesetzlichen Betreuer "wirkt", ist eine andere Sache. Bei einer ehrenamtlichen Betreuung würde ich mir da keine Gedanken machen.

Hier ist erst auf die persönlichen Umstände abzustellen, die je nach Form der Betreuung unterschiedlich sind. Bei ehrenamtlich tätigen Betreuern können persönliche anderweitige Aufgaben die Tätigkeit einschränken. Bei Berufsbetreuern kann z.B. die Einschränkung der Berufstätigkeit ein Grund für die Annahme der Unzumutbarkeit sein.

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