Verweis Berufsschule gleich Abmahnung?

5 Antworten

Grundsätzlich:

Man muss unterscheiden zwischen dem

schulischen Verweis und der betrieblichen Abmahnung.

Der schulische Verweis kann im Extremfall bei wiederholter Zuwiderhandlung letztendlich zum Ausschluss von dieser Berufsschule führen.

Die betriebliche Abmahnung kann theoretisch auch wegen eines Fussels auf dem Ärmel ausgesprochen werden, muss also nicht in jedem Fall (arbeits-)rechtliche Relevanz haben.

Eine betriebliche Abmahnung bei Ausbildungsverhältnissen

  • ist erst einmal "nur" ein Mittel des Ausbildungsbetriebes, um auf wiederholtes Fehlverhalten des AzuBi hinzuweisen
  • sollte (muss nicht) optimalerweise schriftlich erfolgen
  • muss darauf verweisen, dass bei wiederholter Zuwiderhandlung aus gleichem Grund binnen einer bestimmten Zeit die (in diesem Fall fristlose) Kündigung erfolgen man (nur in Extremfällen wie Diebstahl, körperlichen Übergriffen etc. kann umgehend die Kündigung ausgesprochen werden)

Mögliche zu benennende Gründe für eine Abmahnung gegenüber Azubi:

  • Unentschuldigtes Fehlen in der Berufsschule und/oder im Ausbildungsbetrieb
  • Verweigerung bestimmter Tätigkeiten
  • Störung des Betriebsfriedens
  • Nicht genehmigtes Verlassen des Arbeitsplatzes
  • Verweigerung des Führens eines Berichtsheftes
  • Verspätungen (Arbeits- und Dienstantritt)
  • Eigenmächtiger Urlaubsantritt
  • Nebentätigkeiten ohne Genehmigung durch den Arbeitgeber

Weitere Inhalte der Abmahnung gegenüber Azubi

  • muss erkennbar sein, dass vom Auszubildenden erwartet wird, dass er sein Verhalten zukünftig ändern sollte
  • Hinweis, dass ein wiederholtes Fehlverhalten Konsequenzen haben wird, in der Regel in Form einer Kündigung.

Beachte:

Eine Kündigung muss (entgegen der landläufigen Meinung) nicht erst nach der dritten Abmahnung erfolgen, sondern kann bereits nach einem wiederholten Verstoß der Fall sein.

Die Rechtswirkung einer Abmahnung (also für den Wiederholungsfall) beim Azubi ist zeitlich begrenzt. Die Fristen diesbezüglich sind derzeit ein wenig Gummi. In den meisten Unternehmen gilt ein zeitlicher Rahmen von sechs bis zwölf Monaten als angemessen.

Der Verweis der Berufsschule gilt nicht zwangsläufig als betriebliche Abmahnung. Das wäre nur der Fall, wenn der Betrieb aufgrund dieses Verweises der Berufsschule eine zusätzliche betriebliche Abmahnung erteilt (Achtung - dies kann auch mündlich durch den Meister erfolgt sein).

==> Auf jeden Fall sollte Dein Sohn die Aussage des Meisters ernst nehmen. Der Ausbildungsbetrieb hat schließlich nicht nur Ausbildungs-, sondern auch Erziehungspflicht und darf dafür die oben genannten Rechtsmittel nutzen.

Viel Erfolg künftig in der Ausbildung!

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Selbst wenn sie mündlich erfolgt sein sollte, da er minderjährig ist, hätte eine Abmahnung doch nur Wirkung, wenn ich als Mutter darüber Kenntnis hätte, oder hab ich das falsch verstanden? Eine solche Informationen ist mir nicht zugegangen.

@Irene1602

Das ist korrekt:

Kündigung und Abmahnung eines minderjährigen Jugendlichen werden nur wirksam, wenn sie dem gesetzlichen Vertreter zugehen.

A b e r :

Nehmt die Aussage des Meisters ernst. Möchte der Ausbildungsbetrieb Deinen Sohn irgendwann entnervt wegen weiterer derartiger (vermeintlichen Kleinigkeiten) Zuwiderhandlungen loswerden (ich formuliere das bewusst mal so salopp), dann schafft er das auch.

Und wenn dies notfalls mit der Begründung ist, dass sich der überwiegende Teil der für die Ausbildung zuständigen Kollegen weigert, mit ihm zusammen zu arbeiten - dann kann das Ausbildungsziel nämlich nicht mehr gewährleistet werden, was wiederum zur sofortigen Kündigung berechtigen würde. Hierfür wäre auch keine Abmahnung vorab notwendig.

Nur, damit Du Deinem Sohn mal die Dringlichkeit nahelegst, sein künftiges Verhalten zu ändern. Nicht, dass er da so salopp a la "wird schon nichts passieren, die können mir ja nichts" drüber hinweg geht.

LG

@EyeQatcher

Das habe ich ihm nahegelegt. Ich habe auch mit den Meister gesprochen, und ihn gebeten mich zu Informationen, wenn Probleme auftreten, nur wenn ich es weiß kann ich mit meinem Sohn reden. Wenn ich nichts weiß, gehe ich davon aus, dass alles gute läuft.

Ich hoffe es geht alles gut.

@Irene1602

Das ist immer der vernünftigste Weg:

Das Gespräch mit dem Ausbilder zu suchen und im Gespräch zu bleiben. Da verhärten sich auch nicht so leicht die Fronten.

Ich drück' Euch die Daumen!

Der  schulische Verweis kann im Extremfall bei wiederholter Zuwiderhandlung letztendlich zum Ausschluss von dieser Berufsschule führen.

Das bedeutet fristlose Kündigung mit sofortiger Wirkung. Da bei einer dualen Ausbildung, beides vorhanden sein muss.

@blackforestlady

Nein, das ist nicht ganz korrekt.

  1. kann er auf eine andere Berufsschule wechseln, die diese Ausbildung ebenfalls anbietet
  2. ist der Besuch einer Berufsschule Seiten IHK oder HWK nicht zwingend Prüfungszulassungsvoraussetzung; lediglich der Ausbildungsbetrieb kann den Besuch der Berufsschule verlangen und bei Zuwiderhandlung abmahnen und ggf. kündigen.

In der Tat sind Kündigungen oft unwirksam, wenn nicht mindestens zwei einschlägige Abmahnungen vorliegen, die dasselbe vertragswidrige Verhalten betreffen. Ausnahmen gelten nur bei schweren Verstößen oder Vertrauensbrüchen, die liegen hier nicht vor.

Auch Dinge, die die Berufsschule betreffen, betreffen nur dann das betriebliche Verhältnis wenn dazu eine Abmahnung ergeht. Wenn der Auszubildende diese Chance sein Verhalten zu ändern nicht erhält, dann wäre eine Kündigung ebenso unwirksam (wieder außer bei schweren Verstößen).

Gilt ein Verweis von der Berufsschule als Abmahnung im Betrieb und

Da der Sohn diesen Schulbesuch durch den Arbeitgeber bezahlt bekommt, gilt das als Abmahnung. Auch wenn er die Schule schwänzen würde usw. wäre das ein fristlose Kündigung. In dem Fall das Rauchen.

Wenn ja, müssen Abmahnungen nicht den gleichen Grund haben um eine Kündigung aussprechen zu können?

Nein, muss es nicht.

Zweierlei Orte, zweierlei Regelwerke.

Daher sollte Dein Sohn sich zusammen reißen und auch mit dem Rauchen aufhören. Da Du ihn dabei noch bei seinem Rauchen unterstützt, solltest Du Dir auch Gedanken machen.

http://www.azubi-azubine.de/mein-recht-als-azubi/kuendigung-durch-den-ausbilder

Dein Sohn hat nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten.

Wer hat gesagt, dass ich das rauchen unterstütze, ich habe nur darum gebeten dies nicht zu diskutieren, da es nicht um das Rauche an sich geht, sondern nur darum, ob der Verweis gleich einer Abmahnung ist.

Ich verstehe leider Ihre Antwort nicht, auf der einen Seite schreiben Sie, der Verweis gilt als Abmahnung.

“Da der Sohn diesen Schulbesuch durch den Arbeitgeber bezahlt bekommt, gilt das als Abmahnung.“

Auf der andern Seite schreiben Sie:

“Zweierlei Orte, zweierlei Regelwerke.“

Aber trotzdem Danke für Ihre Antwort.

Ach ja, Ich selbst bin Nichtraucher.

1. Gilt ein Verweis von der Berufsschule als Abmahnung im Betrieb und

Nein, nicht automatisch. Die müsste der Betrieb separat aussprechen.

Eine Abmahnung durch den Betrieb wäre nur rechtmäßig, wenn ein Verstoß gegen den Ausbildungsvertrag vorliegt. Im Zusammenhang mit der Berufsschule wäre das nur möglich, wenn er die Schule geschwänzt hätte. Das Rauchen reicht hier nicht.

Wenn ja, müssen Abmahnungen nicht den gleichen Grund haben um eine Kündigung aussprechen zu können?

Zumindest so halbwegs.

Mein Sohn ist total fertig, weil ihm mit Kündigung gedroht wird.

Eine Kündigung von Ausbildungsverhältnissen ist an sehr hohe Hürden geknüpft, bzw. ist fast unmöglich.

Das wäre nur möglich, wenn eine Fortsetzung des Ausbildungsverhältnisses zumutbar wäre (Diebstahl, Körperverletzung). Das ist wegen Rauchen, bzw. dem Fehlen eines Ausbildungsnachweises nicht gegeben.

Sohnemann sollte einfach sein Heft korrekt führen, dann muss er auch nicht greinen.

Eine Abmahnung kann er dafür natürlich schon kriegen, sollte dann dringend zusehehen, sich in der Hinsicht zu bessern.

Rauchverweis und Heft haben aber nichts miteinander zu tun.

Sohni sollte nur auch mal generell überlegen, ob er sich wohl vernünftig in Ausbildung anstellt, nem guten Azubi droht man wegen zweier solcher Sachen wohl kaum mit Kündigung.

Darum habe ich die Frage gestellt. Wie gesagt, mein Sohn ist minderjährig, sollte es Problem geben, dann müsste der Betrieb mir Bescheid geben. Aber seit einem Jahr habe ich nichts gehört. Mich wundert diese Aussage vom Meister auch.

@Irene1602

Wie gesagt, Bubi soll mal in sich gehen, was wirklich los ist.

Wenn er seit 1 Jahr da ist, dann ist er aus Probezeit raus, kann so einfach nicht gekündigt werden.

Trotzdem ist die Sache mit dem Heft ne Sache, wo er sich mal echt zusammenreissen soll.. und auch Du solltest da dringend auf ihn einwirken, zuverlässiger zu werden.

Sollte den erbosten Eltern klar sein.

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