Ratenzahlung vereinbart und trotzdem bekomme ich Vollstreckungsbescheid. Wieso?

5 Antworten

Hallo ben97de,

es ist nicht unüblich, dass ein Vollstreckungsbescheid erlassen wird, obwohl eine Ratenzahlung vereinbart wurde.

Der Vollstreckungsbescheid gibt dem Gläubiger die Möglichkeit per Gerichtsvollzieher die geschuldete Summe eintreiben zu lassen. Mit dem Vollstreckungsbescheid sichert sich der Gläubiger die Möglichkeit volle 30 Jahre lang immer wieder zu versuchen sein Geld eintreiben zu lassen.

Das heißt jetzt aber nicht, dass Du jetzt zwangsläufig in nächster Zeit den Gerichtsvollzieher vor der Türe stehen hast.

Du hast mit den Rechtsanwälten Hörnlein und Feyler  Ratenzahlung vereinbart. Solange Du die Raten gem. der schriftlichen Vereinbarung zahlst, hat der Vollstreckungsbescheid keine Auswirkungen auf Dich. Weichst Du aber von der Ratenvereinbarung ab, kann und wird seitens der Rechtsanwälte vermutlich ohne weitere Vorwarnung die Ratenvereinbarung für Nichtig erklärt und es kann sofort ein Gerichtsvollzieher mit der Vollstreckung beauftragt werden.

Solltest Du aus irgendwelchen Gründen mal eine Rate nicht zahlen können, solltest Du Dich mit den Rechtsanwälten Hörnlein und Feyler unverzüglich in Verbindung setzen und Dir das ok für eine Ratenpause holen. 

Schöne Grüße
TheGrow

Und eine Ergänzung:

hat der Vollstreckungsbescheid keine Auswirkungen auf Dich.

Falls aber doch eine Vollstreckung versucht wird, obwohl man als Schuldner alle Vereinbarungen erfüllt hat und keine Rate schuldig ist, empfiehlt sich eine Vollstreckungserinnerung. Denn mit der Ratenzahlung liegt ein sogenanntes Vollstreckungshindernis vor.

Danke für die Info. Die erste Raten soll bis zum 20.12. überwiesen werden. Wenn ich die überweise, was soll ich mit Vollstrecktungsbescheid machen?`Wiedersprechen? Was wäre das beste Weg

@ben97de

Widersprechen würde ich nicht, denn damit riskierst Du, dass Hörnlein und Feyler von der Ratenvereinbarung zurücktreten.

Die Rechtsanwälte benötigen den Vollstreckungsbescheid ja nur, wenn der der Ratenvereinbarung nicht nachkommst.

Der Vollstreckungsbescheid dürfte erst einmal keine Folgen für Dich haben. Zahlst du die Raten wie vereinbart ist der Vollstreckungsbescheid hinfällig.

Vielleicht liest mepeisen Deinen Nachtrag ja auch noch, ich vermute aufgrund seiner Ausführung nach mal, dass er noch mehr Ahnung als ich hat und kann dazu was sagen

@TheGrow

passt schon, was du schreibst. Bestenfalls wäre noch einmal genauer Blick drauf angesagt, was da an Gebühren drin steht. Mehr aber nicht.

@TE:

Wenn es eine Ratenvereinbarung gibt, die unbedingt einhalten. Und auch unbedingt vorher überweisen. Das Geld muss dann am 20.12. dort angekommen sein, nicht erst am 20.12. bei dir abgehen. Es schadet nichts, das schon so in etwa am Donnerstag nächste Woche zu überweisen.

Es ist durchaus gängig, sich das trotz Ratenvereinbarung per Vollstreckungsbescheid titulieren zu lassen. Damit sparen die sich einen erneuten Mahnbescheid, falls du die Raten nicht zahlst und können in genau diesem Fall auch sofort zum Gerichtsvollzieher.

Du kannst gegen den VB Einspruch einlegen binnen 2 Wochen.

Lass dich niemals auf Ratenzahlung mit Anwälten oder Inkassobüros ein.

Was für ein Tipp.

Vor Erlass des Vollstreckungsbescheides, gab es mit angrenzender Sicherheit einen Mahnbescheid, der mittlerweile Rechtskräftig ist.

Wenn er Deinem Rat folgt, werden die Rechtsanwälte wahrscheinlich die Ratenzählung für nichtig erklären und die Summe in Einem fordern.

Erfolgreiche Aussichten auf einen Widerspruch hat er vermutlich eh nicht, denn wenn ein Rechtmäßiger Mahnbescheid zu keiner Zahlung führte ist in der Regel der Vollstreckungsbescheid rechtmäßig. Und nicht nur, dass er die Summe dann in einem Stück zahlen soll, dann kommen noch die Kosten für das Widerspruchsverfahren auf ihn zu.

@TheGrow

Wenn er Deinem Rat folgt, werden die Rechtsanwälte wahrscheinlich die Ratenzählung für nichtig erklären und die Summe in Einem fordern.

und ich wäre dann bei der Polizei. Anzeige wegen Betrugs und Nötigung. Und ich wäre beim Gericht. Erinnerung
oder Vollstreckungsabwerklage.

Verträge sind für beide Seiten verbindlich. Die können und dürfen das dann nicht einfach aufkündigen und "Ätschibätsch" rufen.

@mepeisen

 dann bei der Polizei. Anzeige wegen Betrugs

Betrug? Welchen rechtswidrigen Vermögensvorteil verschafft sich denn der Rechtsanwalt, wenn er die ihm zustehende Zahlung statt in Raten in einem Stück zahlt?

und Nötigung

Nötigung? Inwiefern läge mit der Aufkündigung des Vertrages Gewalt vor oder eine Drohung mit einem empfindlichen rechtswidrigen Übel vor und inwiefern wäre dieses als verwerflich anzusehen, wenn der Gläubiger von dem Schuldner sein Geld haben will?

Beim Rest würde ich Dir fast zustimmen. Nur meinst Du der Fragesteller hat das Geld für die Einreichung einer Klage, denn die Gerichtskosten sind bei Klageerhebung durch den Antragsteller zu zahlen. Das er die Kosten bei Prozessgewinn vom Beklagten zurückfordern kann, steht auf einem ganz anderen Blatt. Und vor allem, dazu müsste er die Klage auch gewinnen, um das Geld für die Klageerhebung gewinnen.

Ich halte es jedenfalls nicht für unzulässig, wenn der Schuldner gegen einen Vollstreckungsbescheid Widerspruch/Einspruch erhebt, der ja letztlich erst den Gläubiger die Möglichkeit gibt, seine berechtigte Forderung mit Vollstreckungsmaßnahmen durchzusetzen und der Gläubiger da drauf die Ratenzahlungsvereinbarung aufkündigt.

Ein Mahnbescheid kann niemals rechtskräftig werden. Was ist deiner Meinung nach so schlimm, wenn die Ratenzahlung aufgekündigt wird? Dann besteht wenigstens die Chance einige Unsinnsgebühren zu umgehen.

@franneck1989

Ein Mahnbescheid kann niemals rechtskräftig werden.

Nach Erhalt des gerichtlichen Mahnschreibens, welches einem förmlich per Zustellurkunde zugestellt wird hat man zwei Wochen Zeit dem Mahnbescheid zu Widersprechen.

Sind die zwei Wochen verstrichen und man hat weder den geforderten Mahnbetrag beglichen, noch dem Mahnbescheid widersprochen hat der Gläubiger wie im Fall des Fragesteller geschehen die Möglichkeit einen Vollstreckungsbescheid zu erwirken.

Was ist deiner Meinung nach so schlimm, wenn die Ratenzahlung aufgekündigt wird? Dann besteht wenigstens die Chance einige Unsinnsgebühren zu umgehen

Was meiner Meinung nach daran so schlimm ist? Wenn der Ratenzahlungsvertrag aufgekündigt wird ist die gesamte Summe sofort fällig.

Und mit der Aufkündigung des Ratenvertrages umgeht er Unsinnsgebühren? Echt? Du hältst es also für sinnvoller den Gerichtsvollzieher kommen zu lassen und dessen Gebühren zu tragen? Naja ich halte das für wenig Sinnvoll, außer der Fragesteller strebt eine Privatinsolvenz an oder er kann auf einmal die geforderte Summe statt in Raten nun doch in einem Stück bezahlen, aber wenn er das könnte, hätte er sich sicherlich nicht auf eine Ratenzahlung eingelassen.

@TheGrow

Nochmal Ergänzend.

Auf der Seite http://www.dingeldein.de/mahnverfahren.php hat der Rechtsanwalt Dingeldein unter römisch IV bezüglich der Kosten geschrieben:

Gegen den Vollstreckungsbescheid kann der Antragsgegner innerhalb von zwei Wochen ab Zustellung Einspruch einlegen. Ist dies der Fall, wird das streitige Verfahren nach Einzahlung weiterer Gerichtskosten durchgeführt. Der Einspruch wirkt sich jedoch nicht auf die vorläufige Vollstreckbarkeit des Vollstreckungsbescheides aus, so dass eine Zwangsvollstreckung trotz Einspruch möglich ist.

Zu den genannten Gerichtskosten, kommen noch die Kosten für den eigenen Anwalt und die Rechtsanwälte Hörnlein und Feyler werden sicherlich noch weitere Kosten geltend machen.

Und der Witz an der Sache ist, dass trotz des Widerspruch eine Zwangsvollstreckung möglich.

Jetzt erklär bitte noch einmal mir und in erster Linie dem Fragesteller, inwiefern er Unsinnskosten einspart, wenn er die ganzen Kosten des Widerspruchsverfahrens und noch zusätzlich die Vollstreckungskosten trägt????

@TheGrow

Unter die Unsinnskosten fallen beispielsweise die gerne gemachte Kostendopplung von Anwalts- und Inkassokosten, sowie die Rateneinigungsgebühr. Je nach Situation kann man sich solchen Unfug sparen und Ratenzahlungen beim Gerichtsvollzieher sind im Normalfall immer billiger von den gebühren her.

Nur mal so am Rande.

Ich würde zum Anwalt gehen und ihm die Sache schildern. 

Kann sein, dass der Bescheid schon vor eurer Vereinbarung rausgeschickt wurde und eben jetzt erst bei dir eingetroffen ist.

Wie wäre es, wenn du einfach beim Rechtsanwalt anrufst und ihn fragst? Er wird es dir ja sicher sagen können

Wichtig sind folgende Fragen:

1. Wurde die Ratenzahlung schon vor dem Mahnbescheid vereinbart?

2. Stand in der Ratenvereinbarung drin, dass sie trotzdem die Schuld titulieren wollen?

3. Was taucht an Gebühren alles auf dem Mahnbescheid/ Vollstreckungsbescheid auf?

Es kann sein, dass du hier wirklich verarscht wurdest. Das ist bei Inkassos und Anwälten nicht selten.

Insofern würde ich nun die Gelegenheit nutzen, das noch einmal ganz genau anzuschauen.

Was sind das eigentlich für Schulden? Wie kamen die zustande?

Was möchtest Du wissen?