Muss ein Steuerberater gut in Mathe sein?

5 Antworten

Ein Steuerberater muss in den relevanten Steuergesetzen ziemlich, ziemlich fit sein.

Er muss viele wesentliche Steuergesetzparagraphen quasi auswendig wissen, nahezu alle Paragraphen zumindest inhaltlich kennen und verstehen sowie anwenden können, und es darf nicht einen einzige Steuerrechtsnorm geben, mit der er nicht zumindest vage etwas anfangen kann.

Mehr noch, er muss sich regelmäßig und intensiv mit den einschlägigen Interpretationen des Steuerrechts befassen - also verstehen, was eine Rechtsnorm inhaltlich bedeutet, das mit anderen Rechtsnormen verknüpfen können und daraus auch - für den Laien unerwartete - Konsequenzen schließen können.

Dazu muss er sich regelmäßig mit aktuellen Informationen füttern und immer auf dem Laufenden in Sachen Steuerrecht bleiben.

Das ein Steuerberater einen Mandanten aufgrund veralteter Kenntnisse falsch berät, darf nicht passieren!

Dieses Wissen setzt der Steuerberater u.a. dazu ein, um für Kaufleute und größere Unternehmen anhand deren Daten die Buchhaltung zu führen (wobei das eher ein Nebengeschäft ist, welches seine Angestellten übernehmen) und im wesentlichen die Jahresabschlüsse seiner Mandanten zu erstellen. Dazu muss er auch souverän Fehler in der Buchführung seiner Mandanten erkennen und korrigieren.

Selbstverständlich hat sein Beruf auch sehr viel mit komplexer Finanzmathematik zu tun.

Mal so als kleines Schmeckerwöhlerchen die Berechnung der Pensionsrückstellungen unter Zugrundelegung von Gehältern, Zugehörigkeit und Alter der Mitarbeiter und  anschließend noch die Abzinsung der Rückstellungen auf den Gegenwartswert.

Kurz: Der Steuerberater muss für seine Mandanten einen Jahresabschluss aufstellen (oder ihnen dabei beratend zur Seite stehen), an dem nichts für das Finanzamt zu bemängeln ist. Dabei noch legale Gestaltungsmöglichkeiten finden, die die Steuerlast des Mandanten gering hält oder andere erklärte Ziele des Mandanten erreichen.

Meiner persönlichen Meinung nach (aber da sind sicher etliche anderer Meinung) ist ein verheißungsvoller Weg dorthin über den Bilanzbuchhalter und langjährige Erfahrung in einem etablierten Steuerberaterbüro.

Konkret für dich: Fang mal mit einer kaufmännischen Ausbildung an (Industriekaufmann oder Kaufmann im Groß- und Außenhandel wären z.B. nicht schlecht). Wenn dir da der Teil Rechnungswesen / Buchführung gut liegt und du damit keine Probleme hast, dann versuch nach erfolgreicher Ausbildung in einem Unternehmen in der Buchhaltung unterzukommen.

Oder lerne Steuerfachgehilfe. Da merkst du sogar noch schneller, ob dir das Gebiet liegt oder die totale Hölle für dich ist (erfahrungsgemäß gibt es kaum was dazwischen).

Liegt dir das Thema, dann geh mal die Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter an. Die ist hart!

Mach dir bewusst, dass der Steuerberater NOCH härter ist.

Packst du den Bilanzbuchhalter, dann denke in Ruhe nochmal über den Steuerberater nach.

Hi,

die Hauptaufgabe eines Steuerberaters besteht darin, seine Klienten steuerlich zu beraten und (legale) Wege zu finden, dass der Klient nicht unnötig viel Steuern zahlen muss.

Dazu muss man natürlich die Steuergesetze sehr gut kennen, Mathematik ist da weniger von Nöten.

Mit Mathematik hat der Steuerberater im Alltag wenig zu tun, das beschränkt sich weitgehend auf das bürgerliche kaufmännische Rechnen.

Solltest Du Dich aber um eine Lehrstelle bei einem Steuerberater bewerben, dann wird der durchaus auf die Mathe-Note im Schulzeugnis schauen. Wer gut in Mathe ist, der findet nämlich aufgetretene Rechenfehler schneller.

Ich war in einer Steuerberater-Kanzlei tätig.

Mathe ist - auch wenn man's nicht glauben will - nicht so wichtig wie die Kenntnis über die mehr als 200 Steuergesetze.

Natürlich hat die ein Steuerberater nicht alle im Kopf und zudem gibt es regelmäßige Änderungen.

Der Steuerberater nutzt die aktuellen Steuergesetzbücher.

Änderungen bekommt i. d. R. jeder Steuerberater in Form von auszutauschenden Seiten für das entsprechende Steuer-Nachschlagewerk zugesandt.

Steuererklärungen, Lohnabrechnungen u. ä. werden mithilfe spezieller Software erstellt - dazu muss man kein Mathematik-Genie sein, aber pfiffig im Umgang mit dem PC!

Bestimmte Fristen und Steuersätze hat ein Steuerberater recht schnell intus - das gehört schließlich zu seinem Berufsalltag.

Im Berufsinformations-Zentrum (BIZ) der Agentur für Arbeit findest Du genaue Infromationen zum Berufsbild Steuerberater.

Äh... was hast du in dieser Kanzlei gemacht? Kaffee gekocht und Ablage einsortiert?

Selbst wenn die meisten Zahlen durch intelligente Softwareprogramme errechnet werden, der Steuerberater muss verstehen und nachvollziehen können, wieso genau diese und keine andere Zahl hinten rauskommt. Und dazu muss er eben fit wie ein Turnschuh in Finanzmathematik u.ä. sein.

Gelegentlich haben solche Anwendungen auch Fehler. Und dann kann jeder sagen "Ich hab mich auf die Software verlassen." Nur nicht der Steuerberater! Dem Steuerberater müssen zumindest eklatante Fehlberechnungen ins Auge springen. Und wer was auf seinen Berufsstand hält, der macht ab und zu mal aus bloßer Neugierde eine Kontrollberechnung. Zumeist nach Softwareupdates oder der Implementierung einer Zusatzfunktion.

Ein Steuerberater muss prinzipiell in der Lage sein, jede Zahl selber mit einem Taschenrechner zu ermitteln. Wenn er das nicht kann, hat er seinen Beruf verfehlt!!!

@Mojoi

Ziemlich unverschämte Frage. Ich habe dort nicht Kaffee gekocht und Ablagen sortiert!

In meiner Antwort war keine Rede davon,  dass ein Steuerberater nicht auch einen Taschenrechner bedienen können muss.

Fehlberechnungen "springen ihm ins Auge", wenn er die entsprechenden Steuersätze, Freibeträge etc. kennt - und dies setzte ich in meiner Antwort voraus.

Also mime nicht den Ober-Steuerberater, sondern lies genau, was ich geschrieben habe.

@Samika68

Entschuldige die harsche Wortwahl, aber deine Aussagen zeigen, dass du von den Kenntnissen von und Anforderung an Steuerberatern keine Kenntnis hast.

Mathe ist  nicht so wichtig...

Diese Aussage ist falsch und irreführend. Besonders im Hinblick auf die naheliegenden Absichten des Fragestellers.

 wie die Kenntnis über die mehr als 200 Steuergesetze.

Ich komme überschlägig auf gute 20. Falls du nicht Gesetze sondern Paragraphen meintest, liegst du nicht so verkehrt. Könnten eher durchaus mehr sein.

Der Steuerberater nutzt die aktuellen Steuergesetzbücher.

Änderungen bekommt i. d. R. jeder Steuerberater in Form von auszutauschenden Seiten für das entsprechende Steuer-Nachschlagewerk zugesandt.

Allein die Aktualisierung der Gesetzestext hält den Steuerberater nicht auf den neuesten Wissenstand. Viel wichtiger sind die regelmäßig erscheinenden Interpretationen namhafter Steuerberater- und Wirtschaftsprüfergesellschaften sowie Informationsveranstaltungen derselben.

 - dazu muss man kein Mathematik-Genie sein, aber pfiffig im Umgang mit dem PC!

Das trifft vielleicht auf den Steuerfachgehilfen zu oder den kaufmännischen Sachbearbeiter. Der Steuerberater muss die Berechnungen verstehen und nachvollziehen können, und dazu muss man ein Mathematik-Genie sein.

In meiner Antwort war keine Rede davon,  dass ein Steuerberater nicht auch einen Taschenrechner bedienen können muss.

Und das ist auch nicht mal annähernd das, was ich bemängelte! Es geht nicht darum, dass man auf einen Taschenrechner herumtippen kann; der Steuerberater muss die Berechnungsweise aller Zahlen kennen und nachvollziehen können - und zumindest auf dem Taschenrechner nachberechnen können.

Bestimmte Fristen und Steuersätze hat ein Steuerberater recht schnell intus - das gehört schließlich zu seinem Berufsalltag.

Um Gottes Willen! Fristen und Steuersätze muss der Steuerberater intus haben, bevor er überhaupt erst anfängt, tätig zu werden, genauer: Es muss bereits zu seinem Wissensrepertoire gehören, wenn er nur anfängt, sich in Richtung Steuerberater weiterzubilden.

Ich bin kein Obersteuerberater, kein Steuerberater, nein, nur ein kleiner Buchhalter. Und ich weiß nicht das, was ein Steuerberater weiß, nicht annähernd. Aber ich weiß im grobem, was ein Steuerberater wissen muss und können muss, und was er tut.

Da scheinen mir bei dir noch erhebliche Defizite vorzuliegen.

Steuerberater müssen hauptsächlich die Steuerklärungen für andere Leute oder Firmen machen. Da erklärt sich doch von selbst das sie in Mathematik perfekt sein müssen. Die Gesetze müssen sie natürlich auch aus dem FF können. 

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