Muß ein Geschäft dreckige MW Flaschen und EW Dosen annehmen?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Vorweg, ein sog. Pfandgesetz gibt es nicht. Die Rücknahme für Einwegverpackungen wird in der Verpackungsverordnung (§ 9 VerpackV) geregelt. Eine Regelung bezüglich des Zustandes der Verpackung gibt es nur insofern, dass das Pfandlogo der Verpackung zweifelsfrei erkennbar sein muss. Ansonsten kann z.B. die Dose verbeult, bemalt, verschmutzt oder verrostet sein.

Schön ist ein solcher Zustand nicht und ggfs. ein unnötiger und unschöner Aufwand für das Verkaufspersonal, es ändert jedoch nichts an der Pfandwertigkeit.

Anders sieht es beim Mehrweg aus. Da ist die ganze Sache noch viel komplizierter, da es hierfür keine amtlich festgelegte Regelung gibt. Demnach ist der Händler auch nicht gezwungen solche Mehrwegflaschen anzunehmen. Streng genommen müsste der Kunde hierbei nachweisen, dass er genau diese Flasche bei diesem Händler gekauft hat und dass dieser beim Kauf ihm auch zugesichert hat diese auch wieder zurückzunehmen. Das macht in der Praxis natürlich niemand, aber man könnte wenn man wollte. Es gilt hier das was Verkäufer und Kunde beim Kauf vertraglich abgemacht haben.

Also aus meiner Exkursion in einer großen Bierbrauerei weiß ich zumindest, dass sie ganz empfindliche Sensoren haben, die Flaschen sofort aussortieren, in denen zB mal ein Zigarettenstummel war und dass diese nicht wie die anderen Flaschen normal "gereinigt und auf den Weg gebracht werden" wie ja der normale Zyklus sein sollte. Es muss also keiner Angst haben, dass er so eklige Flaschen mal wieder an den Hals legt, die so einen Lebenslauf vorweisen.

Im Supermarkt in dem ich mal arbeitete, hat der Automat von sich selbst gesagt "Bitte Flasche leeren"...bei Wasserfalschen ist ja manchmal noch ein Schluck drin, die mussten die Leute dann selbst (leider oft direkt vor der Tür) leeren.

Manche Leute sind auch ganz "klug" und drehen einem sowas Ekliges auch direkt als Kiste wieder an, weil die auch mal "so" angenommen werden ohne dass einzelne Flaschen geprüft werden.

Aber ansonsten gilt: Wenn Flaschen nicht vom Automaten gelesen werden können (denn heutzutage läuft das voll automatisch in den meisten Märkten), weil zB das Etikett fehlt bei PET-Flaschen oder Dosen so beschmutzt sind, dann ist das das Problem des Kunden, nicht des Ladens.

Ein Getränkegeschäft muss nur das Leergut annehmen, was es an Getränken im Sortiment hat. In diesem Fall hat der Automat richtig entschieden. ;-)

Das mit dem Ordnungsamt war sicher eine leere Drohung - solche Typen gehen da nicht hin und beschweren sich wirklich :-) Und wenn doch, hat das grosse Lebensmittelschaeft die besseren Karten.

Was möchtest Du wissen?