Möchte meinen leiblichen Sohn aberkennen lassen!

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Also ein in Vaterschaft anerkanntes oder als Vater in der Geburtsurkunde eingetragenes Kind kann man nicht aberkennen, sofern keine Zweifel an der Vaterschaft bestehen (Kuckuckskind) :-(

Sofern er sich ernsthafterere Verfehlungen als "entsprechendes Benehmen" hat zu Schulden kommen lassen, falls "Kummer und Leid" Haftstrafen über einem Jahr oder Beschimpfungen und Drohungen gegen dich oder deine Lebensgefährtin umfassen, käme eine Erbunwürdigkeit n. § 2339 BGB in Betracht. http://www.juraforum.de/gesetze/bgb/2339-gruende-fuer-erbunwuerdigkeit Die kann man allerdings prima anfechten :-(

Zielführender wäre es da zweifellos, ihn nicht als Erbe zu berücksichtigen und ihn auf hälftigen Pflichtteil setzen. Wie hoch der dann noch wäre, kommt darauf an, was du hinterlässt oder eben vorher verschenkt hast oder mit notariell beglaubigtem Darlehensvertrag mit Wunscherben als Schulden offen hast :-)

G imager761

Die Frage ist ganz einfach zu beantworten: Aberkennen lassen kannst du ihn nicht, egal was passiert, außer es wäre eben nicht dein Sohn, aber das ist er ja. So und zum Erbe: Du kannst ihn natürlich vom Erbe ausschließen, aber seinen Pflichtteil bekommt er trotz alledem! Deshalb nennt sich das auch "PFLICHT"-Teil. Und der Pflichtteil ist immer die hälfte von dem gesetzlich bestimmten Teil.

Ist sicher möglich, aber denk doch lieber noch mal drüber nach. Ich kenne natürlich deine Situation nicht genau, aber letztendlich ist Blut dicker als Wasser. Wenn du das was du vorhast umsetzt, verbaust du dir damit jede Chance der Versöhnung! Schwierige Situationen dauern manchmal sehr lange an, aber niemals ewig.

Er wird rechtlich immer Dein Sohn bleiben, da kommst Du nicht drumherum. Gezeugt ist nun mal gezeugt.

Aber in einem Testament kannst Du ihn aus dem Erbe ausschließen. Wie Du aber erkannt hast, hat er dennoch einen Pflichtteilsanspruch.

Pflichtteilsunwürdig ist wer auch erbunwürdig ist. Das geht aus dem § 2345 BGB hervor.

Erbunwürdig ist:

  1. wer den Erblasser vorsätzlich und widerrechtlich getötet oder zu töten versucht oder in einen Zustand versetzt hat, infolge dessen der Erblasser bis zu seinem Tode unfähig war, eine Verfügung von Todes wegen zu errichten oder aufzuheben,
  2. wer den Erblasser vorsätzlich und widerrechtlich verhindert hat, eine Verfügung von Todes wegen zu errichten oder aufzuheben,
  3. wer den Erblasser durch arglistige Täuschung oder widerrechtlich durch Drohung bestimmt hat, eine Verfügung von Todes wegen zu errichten oder aufzuheben,
  4. wer sich in Ansehung einer Verfügung des Erblassers von Todes wegen einer Straftat nach den §§ 267, 271 bis 274 des Strafgesetzbuchs schuldig gemacht hat.

Es ist also verdammt schwer ihn komplett zu enterben.

Wenn er sich als "erbunwürdig" erwiesen hat, steht ihm auch der Pflichtteil nicht zu. Das kann ein Anwalt für dich schriftlich feststellen.

Erbunwürdig wird man, wenn man de´m Erblasser z. B. nach dem Leben trachtet, sich ihm gegenüber strafbar (nur mit Urteil!) gemacht hat...

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