Makler terrorisiert mich - welche Rechte und Pflichten habe ich?

5 Antworten

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OHNE jede Absprache hat nun der werte Herr Makler nun einfach einen weiteren Termin festgelegt - das Problem: meine Freundin wird an diesem Wochenende geschäftlich verreist sein.

Das ist ein unverschämter Makler! Er hat auf die Bedürfnisse des Mieters Rücksicht zu nehmen und ohne rechtzeitige vorherige Ankündigung,darf er gar nichts fordern!

Ich würde Ihnen raten,sich beim Mieterbund anzumelden und sich beraten zu lassen.

Die sollen den Makler in seine Schranken weisen und ihn auffordern seine aufdringliche Verhaltensweise einzustellen.


Hier mal ein Text aus dem Mietrechtslexikon,wie man sich bei Verkauf von einer Wohnung bei Besichtigungen als Mieter verhalten kann/darf:

Besichtigungszeiten

Ist der Mieter darüber unterrichtet worden, dass der Vermieter das Haus oder die Wohnung verkaufen will, muss der Mieter dafür sorgen, dass die Wohnung während der ortsüblichen Besuchszeit vom Vermieter zusammen mit Intressenten besichtigt werden kann.

  • In der Regel bedeutet dies die Zeit von 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr und von 15:00 Uhr bis 19:00 Uhr.

  • Trotzdem ist eine Terminabsprache mit dem Mieter notwendig. Ohne Termin keine Besichtigung.

  • Überraschende Besuche muss der Mieter nicht hinnehmen. Der Mieter ist mindestens 24 Stunden vorher zu benachrichtigen, andernfalls kann er den Termin ablehnen ( AG Köln WM 1986, 86 ; AG Aachen WM 1986, 87).

Bei berufstätigen Mietern kann die Anmeldefrist auch bis zu 4 Tagen betragen (z.B. Außendiensttätigkeit) (AG Münster WM 82, 282).

Bei Berufstätigen sollten die Termine während zumutbarer Feierabendzeit zwischen 18:00 und 21:00 Uhr angeboten werden. Bei der Terminierung ist auf die Belange des Mieters Rücksicht zu nehmen.

Kommt dem Mieter der Termin ungelegen, muss er ihn nicht akzeptieren.

Der Vermieter sollte immer Ausweichtermine nennen.

Es empfehlen sich "Blocktermine" bei denen die Wohnung jeweils gleichzeitig mit mehreren Interessenten besichtigt wird. Besichtigung an Sonntagen nur mit Zustimmung des Mieters, ebenso an Samstagen.

In jedem Fall ist der Vermieter gehalten, Interessen zu bündeln um seinen Informationsbedarf nach Möglichkeit in einem einzigen Besichtigungstermin zu befriedigen.

Es verstößt jedenfalls gegen das Gebot schonender Rechtsausübung, wenn eine Mehrzahl von Besichtigungsgründen in kurzer Folge zum Gegenstand immer neuer Besichtigungsbegehren gemacht wird (AG Hamburg (Urteil vom 23. 2. 2006 - 49 C 513/05).

Es reicht aus, wenn der Mieter die Besichtigung einmal wöchentlich für 3 Stunden ermöglicht (LG Kiel WM 93, 52). Hat der Mieter schon sehr viele Besichtigungen erduldet, so reicht es aus, wenn er nur einmal im Monat für 30 Minuten die Besichtigung zulässt ( AG Hamburg WM 92, 540).

Er kann doch nicht einfach die Schlüssel verlangen, nur weil dieser eine Termin flach fällt. Nein,dazu hat erkein Recht aber:

Schlüsselhinterlegung

Für den Fall, dass der Mieter längere Zeit (mehrere Tage) abwesend (Arbeit, Urlaub, Krankheit) ist, muss er dem Vermieter oder einer anderen Vertrauensperson die Schlüssel überlassen, damit eine Besichtigung durchgeführt werden kann. Es genügt aber auch, dass der Mieter für den Vermieter (Handy) zumindest erreichbar ist, und so sichergestellt ist, das der Vermieter eine angemeldete Besichtigung auch in Abwesenheit des Mieters durchführen kann. In aller Regel (Ausnahme Verkaufbesichtigungen) ist es dem Vermieter aber zuzumuten so lange abzuwarten, bis eine persönliche Teilnahme des Mieters möglich ist.

Dritte Personen Andere Personen als der Vermieter selbst haben nur Zutritt zur Wohnung entweder in Begleitung des Vermieters oder nach vorheriger Benachrichtigung durch den Vermieter unter Vorlage eines gültigen Personalausweises oder einer Legitimation (z.B. einer Vollmacht).

Mietrecht 03 - 2005 Mietrechtlexikon

MFG

johnnymcmuff

Guten Tag,

ich würde so einem unverschämten Makler knallhart Termine vorgeben, an denen er besichtigen kann.

Außerhalb dieser Termine nur nach Absprache und auch nur dann, wenn es ihnen wirklich passt. Ruhig auch mal einen Termin außer der Reihe aus "wichtigen" Gründen absagen.

Sie müssen weder ihre Wohnungsschlüssel herausgeben, noch Allzeit für Termine bereit stehen. Schon eine Freundin zu beauftragen,wenn Sie nicht anwesend sind ist sehr zuvorkommend.

Arbeitet dieser Makler für ein Büro, wenn ja beschweren !

Diese Vorgenhensweise ist unverschämt, unprofessionell und nicht zu tolerieren.

Freundliche Grüße

Nicolas Vilela

Immobilienmakler

Dich einfach nicht weiter mit diesem Makler auseinandzusetzen und ihn auf die Rechtslage zu verweisen.

Es hat das recht, dir Terminvorschläge zu machen und du bist verpflichtet, konkrete, unbedingt dann aber einzuhaltende Termine für Besichtigungen auch zu vereinbaren.

Dies dürfen auch mal am Samstag liegen, wenn sein Interessent das verlangt, niemals während der Ruhezeiten oder zu unüblichen Zeiten abends, sonn- oder feiertags und mehr als an zwei Terminen pro Woche muß man sich nun auch nicht dafür freihalten. Dem Makler ist zumutbar, Termine entsprechend zu bündeln und seinerseits anzubieten.

Ein Betretungsrecht in Abwesenheit oder Anspruch auf einen Schlüssel hat er definitiv nicht.

G imager761

Ich bin doch im Recht, oder?

Und wie Du das bist.

Wie soll ich nun vorgehen?

Schreib dem "Futzi" einen deftigen (aber dennoch höflichen) Brief in dem Du 1 - 2 feste Termine pro Woche (einen wenn möglich am WE), jeweils 1 - 2 Stunden, mitteilst an denen Du Besichtigungen ermöglichst. Mach auch gleich klar das mehr als 2 - 3 Interessenten, nacheinander, nicht von Dir zugelassen werden.

Eine Kopie des Schreibens auch an den Nocheigentümer/Vermieter.

Natürlich mußt Du dann auch sicherstellen das die Termine auch wahrgenommen werden können. Schlüssel darf weder der Eigentümer noch der Makler verlangen. Notfalls solltest Du den Schließzylinder tauschen. Könnte ja sein das bei der HV noch ein Schlüssel existiert oder ein Generalschlüssel.

Auf welche Rechte kann ich mich berufen?

Als erstes und grundlegendes, solltest Du evtl. mit in das Schreiben einbauen, auf die Artikel 13 und 14 des Grundgesetzes.

Mehr zum Thema hier http://www.mieterschutzbund-berlin.de/8_1_2.html

Ach wie ich solche Kollegen hasse....die verderben echt unseren Ruf.

Also erst einmal zum rechtlichen:

Du musst 1-2 angemessene Termine in der Woche zulassen. Diese muss der Makler spätestens 48 Stunden vorher mit dir absprechen. Die meisten machen das eher früher! Allerdings darf es kein Übermaß an Terminen geben, sondern muss im Verhältnis bleiben. Hierzu ein kleiner Auszug einer Erklärung zu Besuchszeiten im Verkaufsfall:

"Muss der Mieter mit einer Häufung von Besichtigungsterminen rechnen, z. B. wegen Verkauf oder Weitervermietung, kann dies leicht in Dauerstress und Psychoterror ausarten: Der Mieter sollte dem Vermieter deshalb mitteilen, dass er ihm pro Woche an einem bestimmten Tag zwei bis drei Stunden Gelegenheit zur Besichtigungen gibt, sofern er spätestens drei Tage vorher die Besucher schriftlich ankündigt."

Nach einem halben Jahr sollte man dem Makler anbieten, einen festen Termin pro Woche zu zulassen - mehr nicht. Für dich kann es auch wichtig sein, dass du nicht dazu verpflichtet bist, seine Terminvorschläge anzunehmen - es reicht wenn du ihm 1 Termin setzt. Es brauch grundsätzlich nur Werktags stattfinden - wozu im rechtlichen auch der Samstag gehört. Die Termine sollten sich in nachfolgender Zeit befinden: ca. 8-13 Uhr / 15-19:00 Uhr - Samstags eher bis 18 Uhr!.

Desweiteren würde ich an deiner Stelle den Vermieter schriftlich auf den ungewöhnlich hoch belasteten Umstand hinweisen und das Dir die Art des Makler sehr auf den Nerv geht und es an Nötigung grenzt (sollte dir der Makler zu sehr auf den Nerv gehen, drohe dem Makler mit einer Anzeige wegen Nötigung!) Meistens hilft es, denn der Vermieter möchte dich nicht verlieren. Auch solltest du wissen, dass wenn er verkauft und es zu einem Eigenbedarf kommt, er dich in solch einem Fall erst nach 3 Jahren Mietzeit kündigen kann.

Einen Schlüssel brauchst du dem Makler nicht aushändigen - dazu ist er in keinster Weise berechtigt!

PS: Ich schreibe hier lediglich aus meinen persönlichen wie auch beruflichen Erfahrungswerten der letzten 10 Jahre Selbstständigkeit als Immobilienkaufmann, Ausbilder und Immobilienmakler mit 5 Büros und 19 Angestellten. Das ist keine Rechtsberatung!

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