Jura VS Wirtschaft, welches Studium ist schwerer?

Das Ergebnis basiert auf 15 Abstimmungen

Jura 87%
Wirtschaft 13%

5 Antworten

Jura

Ich würde behaupten, Jura sei schwerer.

Aber letztenendes nimmt sich das nicht viel.

Bei beidem braucht man logisches denken.

Bei Wirtschaft ist mehr Mathematik, bei Jura mehr abstraktes Denken dabei. In Jura braucht man auch immer ein möglichst großes Gesamtbild und Allgemeinwissen, vor allem wenn es um Meinungsstreite und Abwägungen geht, die zu entscheiden sind.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung
Jura
braucht man sich (meines Erachtens) mit keinem intellektuell allzu fordernden Stoff auseinanderzusetzen

Es ist richtig, dass man in Jura auch ohne große Intelligenz durchkommt. Aber wenn Du eine Top-Note haben willst, also zweistellig bzw. mindestens 9 in beiden Examen (ansonsten ist die Jobsuche nachher nicht ganz so einfach), dann muss

das Kondiktionsrecht, das Vindikationsrecht, Strafrecht allgemeiner Teil perfekt sitzen, und diese sind sehr abstrakt-theoretisch. Hier ein Fehler und die Note geht in den Keller.

Richtig ist, das BWL, VWL, sonst. WiWi eine angemessene Mindestintelligenz voraussetzt, die ggf. deutlich höher ist als bei Jura, sonst scheitert man in z.B. Mathe.

Statistik

Kann man lernen und üben. Solange es keine geometrische Stochastik ist, sollte man das schon verstehen können, wenn man halbwegs gut Mathe kann.

Finanzmathematik   

dito wie oben. Ist ja keine Ingenieursmathe, sondern Stochastik, Optimierung, Logarithmus/Potenz, mehrdim. Differenzierung/Integration etc., ggf. in OR noch etwas mehr.

Buchführung

Zugegeben, ätzende Regelanwendung, kann man aber üben.

Informatik mit nervigen Excel-Tabellenkalkulationen

Das ist nicht schwerer als Finanzmathe / Stochastik. Ist ja keine theoretische Informatik (Berechenbarkeiten & Co. also nicht)

Und mit Wiwi ist der Job wohl saver.

Danke für deine Antwort... Na ja, ob man BWL Mathematik und Statistik so einfach salopp mal "üben" kann wenn man nicht eine "solide" Intelligenz aufweist, wage ich persönlich zu bezweifeln... aber das ist eine weitere Debatte für sich.

@MonsieurInconnu

Hast Du mit Mathe große Probleme gehabt? Dann wäre Wirtschaftswissenschaft inkl. BWL und VWL hier vielleicht nicht ganz so angesagt.

Checke doch einfach mal Lehrbücher in bei beiden Studiengängen, unterhalte Dich mit Studenten, checke Übungsaufgaben im Internet.

@nobytree2

Ich studiere selbst BWL und war in Mathe gut (kein Genie aber doch gut) und habe einfach gesehen, wie die "Zahlenfächer" in BWL einfach derbe zum Sieben genutzt werden und dass dann oftmals Jura und Politik die "Auffangbecken" für diejenigen sind, die eben bei Statistik, Mathe etc. durchgerasselt sind. So bin ich u.a. auch zu meiner persönlichen Meinung gekommen bei meiner "Jura VS Wirtschaft"-Frage.

@MonsieurInconnu

Absolut richtig. Nur die haben es dann nicht unbedingt einfach in Jura. Es gibt natürlich auch Jura-Profs, die tun sich bereits mit Bruchrechnung sehr schwer und zumindest das erste Examen müssen die ja recht gut auf die Kette bekommen haben.

Jura mit einer mittelmäßigen Note zu bestehen, ist keine Kunst. Wenn man in den oberen Goldrand kommen will, wird es aber anspruchsvoll, weil man sich gehörig absetzen muss. Und nur der obere Goldrand hat die Gewähr auf einen Topjob, der Rest je nach Glück / Situation.

Aber wenn Du in Privatrecht super warst, warum nicht ...

Das kann man so nicht sagen. Ich studiere Jura. Die Schwierigkeit in Jura besteht in den Prüfungen. Du hast drei große Rechtsgebiete und in diesen nochmal verschiedene Abzweigungen von diversen Schematas und Definitionen, die du für die Fallbearbeitung auswendig lernen musst. Und das ist noch nicht einmal das anspruchsvolle. Klare Strukturen kann man gut auswendig lernen. Blöd nur, dass es im Zivilrecht oftmals keine klaren Schematas gibt, die man auswendig lernen kann und man sich alles irgendwie ein Stück weit herleiten muss, basierend auf der Fragestellung und Beschreibung des Falls.

Dazu noch etliche Studenten-Quäler mit vielen (teils nicht brauchbaren) Theorien.

In Jura wird man mit Mathe verschont und ist ebenfalls von der Bologna-Reform geschützt, die in diesem Studiengang nicht greift. Alle Klausuren und Leistungen musst du mit 4/18 Punkten lediglich bestehen. Die Herausforderung ist das Staatsexamen. Die Fallhöhe kann enorm sein. Jeder Punkt im Staatsexamen zählt und entscheidet darüber, welche Jobchancen du später hast oder ob du überhaupt einen Job bekommst. Wenn du im Staatsexamen durchfällst, waren knapp 5 Jahre Arbeit umsonst.

In Wirtschaft ist das lockerer und man kann schon während den Semstern Punkte sammeln. In Jura geht das nicht.

Jeder geht damit aber anders um und jeder ist anders gestrickt, weshalb man da so pauschal nicht beurteilen kann.

Selber studiere ich Jura und das ist für mich persönlich leichter, weil mir die Matiere besser liegt. In Mathe war ich eigentlich nie schlecht, aber als ich das im Abi als LK hatte habe ich doch eingesehen dass ich an meine persönlichen Grenzen diesbzgl stosse. Ich denke nicht dass man grundsätzlich sagen kann dass das eine schwerer als das andere ist. Es hängt einfach von den persönlichen Fähigkeiten und Vorlieben ab.

Jura

Zugegebenermaßen kann ich mir schon vor stellen das Finanzmathematik und Statistik nicht einfach sind.

Aber das wars dann auch schon. Da ich deine aufgeführten Fächer teilweise im Zusatzstudium gemacht habe (mit den BWL Studenten zusammen), kann ich ganz gut beurteilen, dass sich der Aufwand in den meisten Fächern in Grenzen hält.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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