Ist es in Deutschland erlaubt einen Privaten Bunker bauen zu lassen?

5 Antworten

Der entscheidende Punkt bei der Überlegung zu einem Schutzbauwerk ist die Frage, wovor es denn eigentlich wieviele Menschen wie lange schützen soll.

Als Beispiel...: hier in der Region wo ich wohne gibt es eine starke Häufung von privaten Luftschutzbunkern aus dem WK 2. Damals hatte hier fast jedes dritte oder vierte Haus so ein Ding und die meisten dieser Bunker sind noch vorhanden.

Nun gab es nicht mal im WK 2 gezielte Bombardierungen von beliebigen kleinen Dörfern...: der Grund für die vielen Bunker hier war schlicht die Nähe zu einer Stadt mit militärisch wichtigen Zielen und die häufige Ungenauigkeit der damaligen Bombardierungen. Sprich....: wenn die englischen viermotorigen den Flughafen als Ziel hatten und ein kleines bisschen zu spät auf den Knopf gedrückt haben, landete ein Großteil der Bomben hier bei uns in den Dörfern.

Die Bunker wurde demnach so konzipiert, daß sie auffällig starke Betondecken und Wände ( für ein privates Schutzbauwerk ) bekamen...: teilweise mit Deckenstärken von über 1,7 Metern. Die Bunker mußten aber nur kurzfristig eine begrenzte Anzahl Menschen schützen, meist maximal zwei...drei Familien für die Zeit eines Luftangriffes. Es gab daher weder Installationen für Wasser oder Strom und nichts zum heizen, sondern allenfalls Sitzgelegenheiten und bestenfalls ein Eimerklo.

Ziemlich schnell nach dem Krieg war dann aber schon klar, daß die Bedrohung in einem modernen Krieg nicht mehr von konventionellen Flächenbombardierungen ausgehen würde, sondern von Massenvernichtungswaffen.

Und hier hat man dann angefangen, die Schutzanlagen völlig anders zu konzipieren....: statt Betonklötze mit meterdicken Wänden die vielleicht maximal ein paar Stunden Schutz gegen konventionelle Kampfmittel bieten mußten hat man Mehrzweckanlagen errichtet, die gar nicht mehr wirklich bombensicher sind, sondern die die Menschen über längere Zeit vor den Auswirkungen von A...B oder C-Waffen schützen sollten.

In Berlin und anderen Städten hat man dazu einfach größere private oder öffentliche Nutzgebäude entsprechend neu errichtet...: oftmals Tiefgaragen oder gern auch U-Bahnhöfe.

Diese Anlagen wurden dann mit entsprechenden Einrichtungen versehen, um bei Bedarf schnell als Schutzraum in Betrieb genommen zu werden. Der U-Bahnhof Siemensdamm in Berlin ist z.B. so eine Mehrzweckanlage...: bei Bedarf konnten die U-Bahntunnel und auch die Zugangsbauwerke mit gasdichten Türen hermetisch verschlossen werden und der Zugang wäre dann nur über eine entsprechende Schleuse möglich. Die Atemluft hätte man für diverse Tage filtern können, das Bauwerk hatte eine eigene Stromversorgung, Wasservorrat für längere Zeit für mehrere hundert Menschen sowie auch Lebensmittelvorräte, Schlafgelegenheiten und was man sonst noch so braucht für die Zeit, bis sich die gefährlichen Partikel draußen soweit wieder abgebaut hätten, daß man raus könnte ( und das sind im Normalfall nur wenige Tage...).

http://www.blauermel.de/b_siemensdamm.html

Ein privates Schutzbauwerk muß auch nicht mehr vor Bombenvolltreffern schützen, sondern warscheinlich eben nur vor der mittelbaren Wirkung von militärischen-oder terroristischen Angriffen, oder vielleicht auch von Unfällen oder Naturkatastrophen.

Und dafür reicht normalerweise ein vielleicht etwas verstärkter Kellerraum, eine Garage oder ein sonstiges Nebengebäude, was bis auf den Fall der Fälle eigentlich eine ganz andere Funktion hat.

Und da man keine meterdicken Betonwände mehr braucht, fällt so ein Mehrzweckbauwerk auch nicht unbedingt besonders auf.

Ein Bekannter von mir hat z.B. ein Garten / Partyhaus errichtet mit einem größeren Keller drunter, in dem u.a. die Technik seines Pools eingebaut ist, seine Wiederladewerkstatt und sein Waffenraum. Das der Keller eine Gasschleuse hat und entsprechende Türen fällt nur jemandem auf, der sowas kennt und drauf achtet.

Der eigentliche Zweck des Bauwerks war da nicht primär der Schutzraum, sondern tatsächlich das Gartenhaus mit entsprechenden Nutzräumlichkeiten. Die Schutzbauwerk-Funktion hat er dann einfach gleich mitgemacht, weil es nicht sehr viel mehr Aufwand war.

An sich war die Grund Idee, das Gebäude zum bau einer Fabrik zu nutzen. Also es geht auch um einen gewissen Schutz vor Spionage und so.

So ein Unsinn war Anfang der 2000er mal Mode. Heute macht das zum Glück kein Mensch mehr.

Warum möchtest du das verschleiern? Das Kellergeschoss wird entsprechend mit Stahlbeton gebaut, entsprechend bewehrt und gut ist` s. Da hat niemand etwas dagegen.

Und bei, bzw. nach einem Atomangriff bleibst du einfach 24000 Jahre da drin (so lange dauert nämlich die Halbwertzeit von Plutonium und alles ist perfekt. Gut wenn man so einen einen Bunker hat...

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Es geht eher darum, das ich das Gebäude für kommerzielle Zwecke nutzen wollen würde.

@VamiNi

Welche kommerziellen Zwecke denn?

@pharao1961

Für einen geeigneten Ort für Großspeicher.

@VamiNi

Dann ist es kein privater Bunker mehr, sondern gewerblich und da gilt es andere Vorschriften zu beachten.

@VamiNi

Was willst du denn da an Lagerkosten berechnen? Die erhöhten Baukosten bekämst du auf diese Weise NIEMALS wieder herein.

Insgesamt eine Schnapsidee nach einem längeren Kneipenabend.

@DerHans

So einen Kasten ohne Aufsehen zu errichten, ist schon Grenzwertig in der Denkweise.

Wenn du das notwendige Kleingeld dafür hast, brauchst du nur noch eine Baugenehmigung. In den 50er und 60er Jahren waren solche "Bauvorhaben" gar nicht so selten.

Da gab es auch bereits genügend Leute, die sich das leisten konnten.

Finanziel sollten die Baukosten je nach Faktoren um die 30 bis 40 Millionen pro umbaute 1000qm liegen. Als kommerziell genutztes Gebäude eigentlich noch tragbar.

Wenn bei dir Tonnen von Erde auf dem deinem Grundstück bewegt werden und eine Betonverschalung für einen Bunker zu gießen, was glaub st du wohl wie geheim das bleiben wird..

Allein dein Gedanke Baufinanzen heutzutage zu verschleiern um den Bau eines Privatbunkers geheim zu halten ist absurd.

Im Übrigen, man kann keinen Atomangriff überleben. Stirbt man nicht an der Druckwelle bringt einen Der Fallout oder Wilde überlebende um. Falls du überhaupt binnen 4 Minuten in deinen Bunker dann gelangen kannst, dies ist nämlcih Die Aktuelle Vorwarnzeit im Falle eines Atomangriffes..

Dann kauft man einfach einige Hektar Land außen rum und baut einen Flugzeug Hangar oben drüber. Und in dem Zweiten Punkt gebe ich dir komplett recht.

Wenn das Gebäude in den Rahmen der kommunalen Baugesetze passt, darfst du es bauen. In der Genehmigungsplanung kann man sicher die genaue Nutzung oberflächlich "verschleiern". Details brauchen dort nicht dargestellt werden. Die Firmen kann man vertraglich zu allem Möglichen verpflichten, solange es nicht sittenwidrig ist.

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