Hat meine Halbschwester ein Anrecht auf das Erbe?

5 Antworten

Wenn Dein Vater ablebt und keinerlei Testament hinterlässt, so tritt sie in die gesetzliche Erbfolge ein. Das würde bedeuten, wenn es nun noch Deine Mutter, Dich und diese Schwester gäbe, so bekäme die Mutter 50 %, und ihr Schwestern jeweils 25 % des Nachlasses Deines Vaters. Ob da nun Kontakt bestand oder nicht, spielt keinerlei Rolle.

Sie muss sich auch nicht einfach auszahlen lassen, sondern könnte z.B. im Falle einer Immobilie sich mit ihrem Erbanteil ins Grundbuch eintragen lassen. Ihr 3 bildet dann eine Erbengemeinschaft und müsst Euch irgendwie einigen, zur Not eben auch über eine Teilungsversteigerung.

Wenn Dein Vater sie nun aber per Testament enterbt, hätte sie immer noch Anspruch auf ihren Pflichterbteil in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbteiles und zusätzlich noch Pflichtteilsergänzungsansprüche auf Schenkungen Deines Vater innerhalb der letzten 10 Jahre. Die haben nicht mal Du und Deine Mutter!

Der Vaterschaftstest ist vermutlich nur die unerlässliche Vorstufe für den Antrag der Halbschwester, die Vaterschaft deines Vaters gerichtlich feststellen zu lassen (§ 1600d BGB). Wenn das erfolgt ist - und das Testergebnis scheint ja eindeutig deinen Vater auszuweisen - gilt die Halbschwester als Abkömmling deines Vaters und ist bei seinem Tod neben dir (und etwaigen weiteren Abkömmlingen) zu gleichem Anteil erbberechtigt. Das heisst z.B.: Wenn deine Mutter vor deinem Vater verstirbt, wärest du und die "Halbschwester" (bei Fehlen weiterer Abkömmlinge) zu je 1/2 gesetzliche Erben des Vaters. Stirbt dein Vater vor deiner Mutter würde diese ihn zu 1/2 und du und die Halbschwester ihn zu je 1/4 gesetzlich beerben. Der Vater könnte allerdings - in einem Testament, das dann Vorrang vor der gesetzlichen Erbfolge hätte - - die Halbschwester von der Erbfolge ausschließen (indem er z.B. dich als Alleinerben bzw. deine Mutter und dich zu je 1/2 Miterben einsetzt). Das hätte aber zur Folge, dass die Halbschwester beim Tod des Vaters ihren Pflichtteil verlangen könnte, d.h. sie hätte einen Geldanspruch gegen den/die Erben in Höhe des halben Wertes ihres gesetzlichen Erbteils. Diesen könnte sie gerichtlich geltend machen, wenn er nicht freiwillig erfüllt wird. Natürlich könnte dein Vater durch lebzeitige Vermögensübertragungen auf dich, den Wert des Erbteils deiner Halbschwester mindern. Falls dein Vater innerhalb 10 Jahren nach solchen Übertragungen verstirbt, könnte die Halbschwester jedoch die Zurechnung der Übertragungen auf ihren Pflichtteil verlangen, allerdings mit 10% jährlich abschmelzend bis nach 10 Jahren die Zurechnung voll wegfällt.

Dein Vater könnte versuchen, der Halbschwester eine geldliche Abfindung anzubieten gegen deren Verzicht auf den Pflichtteil. Dieser Verzicht müsste indessen vor einem Notar am besten in Form eines Pflichtteilsverzichtsvertrags erklärt werden, in dem neben dem Verzicht der Halbschwester auch die dafür zu erbringende Geldleistung des Vaters anerkannt wird.

Sobald die Vaterschaft offiziell festgestellt ist hat sie auch einen Anspruch auf das väterliche Erbe.

im deutschen Erbrecht werden alle Nachkommen eines Erblassers gleichermaßen in der Erbfolge berücksichtigt, sodass die Halbgeschwister eines Erben einen gleichen Anteil am Nachlass erhalten. Hierbei spielt es überhaupt keine Rolle, ob diese Halbgeschwister aus einer anderen Ehe stammen oder unehelich gezeugt wurden. Ausschließlich die Tatsache, dass sie vom Erblasser abstammen, ist bei erbrechtlichen Angelegenheiten von Bedeutung.https://www.erbrecht-heute.de/ratgeber/halbgeschwister/

Was bedeutet "offiziell" festgestellt?

@IQSofia

Es geht nicht darum, dass mein Vater die Vaterschaft vor 35 Jahren nicht anerkennen wollte, sondern dass die Mutter meiner Halbschwester bereits einen Mann hatte (ist ihm also fremdgegangen) und diesen dann auch als Vater eingetragen hat. ;-)

@Miauchimmer

Dieser Mann könnte nun, da er Bescheid weiß die Vaterschaft anfechten.

Sie hatte auch nie zuvor etwas mit meinem Vater zu tun.

Doch, es ist ihr Erzeuger!

Und den Beweis dafür, lieferst du doch selbst:

Daraufhin hat sie einen Vaterschaftstest angefordert, welcher positiv zurückkam.

Ich gehe nach diesem Text davon aus, dass dein Vater eine Abschrift davon bekommen hat.

auch mein Vater hat keinen Kontakt zu ihr

Dies ist nicht möglich, denn wie sollte der Vaterschaftstest anders überhaupt möglich gewesen sein.

Muss ich sie eventuell auszahlen?

Was hat dies mit dir zu tun?

Die Erbschaft wird erst geregelt, wenn dein Vater verstorben ist.

Und bis dahin kann er mit seinem Vermögen machen was immer er will. Und er benötigt dafür keine Genehmigung seiner Kinder. Also auch nicht von dir.

Wie konnte die Halbschwester einen Vaterschaftstest "anfordern"? Hat dein Vater dem zugestimmt? Dann hat er ja doch mit den Frauen (Mutter und Tochter) zu tun gehabt. Das Ganze scheint eher in der Dorfgerüchteküche zusammengerührt zu sein als dass du befürchten musst, den Nachlass deines Vaters (der ja wohl noch lebt) teilen zu müssen.

Mein Vater war vor mehreren Jahren der Besitzer der Dorfkneipe, dadurch hat sie von ihm erfahren. Meine Halbschwester kam mit dem Vaterschaftstest dort hin, er hat eingewilligt ihn zu machen und sie hat den Test wieder zum Arzt gebracht. Das war alles. Darauffolgend wurde nichts in ihrer Geburtsurkunde geändert.

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