Vater verstorben, ich wurde enterbt, was erbe ich?

5 Antworten

Du hast einen Anspruch auf Deinen Pflichtteil, es gibt nur sehr wenige Gründe eine Enterbung rechtlich durchzusetzen. Evtl. setzt Du Dich mit Deinen Geschwistern in Verbindung für eine Sammelklage.

Ich gehe mal von deutschen Erbrecht aus. Ein "Pflichterbe" gibt es in der Schweiz, in Deutschland heißt das Pflichtteil.

was erbe ich?

Sie erben nix, können aber den Pflichtteil verlangen. Der Pflichtteil ist eine Forderung in Geld gegen den / die Erben. Er beträgt die Hälfte dessen, was sie ohne letztweilige Verfüung geerbt hätten. Da es offenbar 5 Kinder sind, wäre es demzufolge 1/10 der Erbschaft. Bei der Berechnung des Plfichtteils zählen auch lebzeitige Schenkungen mit. Diese werden aber pro Jahr um 10% abgeschmolzen.

Es sind noch 4 Geschwister vorhanden, zu denenn ich keinen Kontakt habe und deshalb nicht sagen kann, ob die auch enterbt wurden.

Kann ihnen auch egal sein, da das auf Ihren Pflichtteil keine Auswirkungen hat. Nur falls einer der Brüder verstorben wäre, und keine lebenden Nachkommen hat, würde sich ihr Pflichtteil erhöhen.

Wer Erbe ist, erfahren sie vom Nachlassgericht, da dieses das Testament eröffnet und es den gesetzlichen Erben mitteilt.

Was bedeutet "enterbt"?

Hat er in seinem Testament lediglich seine Lebensgefährtin und deine Geschwister zu Erben benannt, bekommst du das vom Nachlassgericht schriftlich.

Dann kannst du von der Erbengemeinschaft ein Nachlassverzeichnis anfordern und vom Reinnachlass (was vom Vermögen abzgl. Schulden, Vermächtnisse und Beerdigungskosten am Todestag verbliebe) deinen Pflichtteil in Geld fordern.

Bist du erbunwürdig, weil du gegen die Parnerin deines Vaters gemobbt hast oder schlimmeres, hast du diesen Anspruch nicht.

G imager761

Wenn er seiner Lebensgefährtin zu Lebzeiten alles (was denn eigentlich? Haus, Grundstück, Geld?) geschenkt hat, dann ist kein Erbe mehr vorhanden. Enterben kann man nur in den seltensten Fällen (Die Entzíehung des Pflichtteils trifft auf hohe Hürden sowohl formaler, als auch inhaltlicher Art.).

§ 2333 BGB Entziehung des Pflichtteils

(1) Der Erblasser kann einem Abkömmling den Pflichtteil entziehen, wenn der Abkömmling

  1. dem Erblasser, dem Ehegatten des Erblassers, einem anderen Abkömmling oder einer dem Erblasser ähnlich nahe stehenden Person nach dem Leben trachtet,

  2. sich eines Verbrechens oder eines schweren vorsätzlichen Vergehens gegen eine der in Nummer 1 bezeichneten Personen schuldig macht,

  3. die ihm dem Erblasser gegenüber gesetzlich obliegende Unterhaltspflicht böswillig verletzt oder

  4. wegen einer vorsätzlichen Straftat zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr ohne Bewährung rechtskräftig verurteilt wird und die Teilhabe des Abkömmlings am Nachlass deshalb für den Erblasser unzumutbar ist. Gleiches gilt, wenn die Unterbringung des Abkömmlings in einem psychiatrischen Krankenhaus oder in einer Entziehungsanstalt wegen einer ähnlich schwerwiegenden vorsätzlichen Tat rechtskräftig angeordnet wird.

(2) Absatz 1 gilt entsprechend für die Entziehung des Eltern- oder Ehegattenpflichtteils.

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