Hartz 4 beantragen in Bedarfsgemeinschaft: Wer muss den Antrag stellen?

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Wenn ihr zusammen lebt (laenger als ein Jahr), dann seid ihr eine Bedarfsgemeinschaft und bekommt beide Hartz 4, falls dein EInkommen nicht fuer euch beide plus Miete ausreicht. Ihr muesst daher beide die Angaben ueber Einkommen und Vermoegen machen.

Dass nun die arbeitende Person den Antrag stellen muss, das weiss ich nicht, ist aber letztenendes egal, ob er den Antrag stellt und dich als Mitglied der Bedarfsgemeinschaft eintraegt oder du den Antrag stellst und ihn eintraegst.

Sollte dein Einkommen ausreichend fuer euch beide sein, dann erhaelt er eh kein Alg2.

Wenn in einer Bedarfsgemeinschaft eine Person erwerbstätig ist, kommt nur eine aufstockende Hilfe in Frage. Folgerichtig muss dann diese Person den Antrag stellen.

Zu prüfen wäre hier lediglich, ob ihr überhaupt die Kriterien für eine BG erfüllt, oder ob ihr eine Wohngemeinschaft bildet.

habe mal gehört das der verdienende partner einen brief ans amt schgreiben kann wo drin steht das es sich um eine beziehung handelt die jederzeit enden kann und nicht um eine ehe weshalb der verdienende partner nicht für den unterhalt des arbeitslosen partners aufkommt .

stimmt das so ? also würde dann die halbe miete überwiesen werden und hartz 4 für eine person, der verdienende partner zahlt auch die halbe miete und sonst nichts für den partner , ?

Da auch eine Ehe jederzeit beendet werden kann, halte ich es für unwahrscheinlich, dass es diese Möglichkeit gibt.

Wer zusammen wohnt, bildet eine Bedarfsgemeinschaft und gibt es da einen Verdiener, wird er sozusagen in die Pflicht genommen. Deshalb haben und behalten auch viele Paare getrennte Wohnungen, was aber legitim ist, denn es gibt ja keine Zusammenwohnpflicht, nur weil man einen Partner hat.

@mitacante
Wer zusammen wohnt, bildet eine Bedarfsgemeinschaft und gibt es da einen Verdiener, wird er sozusagen in die Pflicht genommen.

Nö..wer in derselben Wohnung wohnt, bildet noch lange nicht automatisch eine BG (und wer ein gemeinsames Bett teilt auch nicht). Wer zur BG gehört -> siehe § 7 SGB II. Damit ein unverheiratet zusammenwohnendes Paar ohne gemeinsames Kind eine Verantwortungs-und Einstehens-Bedarfsgemeinschaft bildet, muss zwingend auch eine Wirtschaftsgemeinschaft vorliegen. Und ob man eine solche eingeht, ist eine rein freiwillige Sache des Paares. Zwischen Unverheirateten ohn.gem.Kind bestehen keinerlei gesetzliche Unterhaltsansprüche/-pflichten ;)

also würde dann die halbe miete überwiesen werden und hartz 4 für eine person, der verdienende partner zahlt auch die halbe miete und sonst nichts für den partner , ?

Wenn keine BG vorliegt...korrekt.

Du musst zumindest im ersten Jahr des gemeinsamen Zusammenlebens nicht mit deinem Einkommen für den Unterhaltsbedarf deines Freundes aufkommen,das geht nur freiwillig,wenn ihr euch im Antrag als BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) enttarnt !

Das ist dann der Fall,wenn ihr euch wirtschaftlich wie finanziell unterstützen würdet.

Dann würde dein Erwerbseinkommen nach dem Abzug deiner Freibeträge nach § 11 b SGB - ll auf euren gemeinsamen Bedarf angerechnet.

Dieser Bedarf würde dann wie folgt aussehen :

  • Regelsatz er 353 €
  • Regelsatz du 353 €
  • angemessene Kosten für Unterkunft und Heizung,Warmmiete ohne Haushaltsstrom,der muss aus dem Regelsatz gezahlt werden.

Bildet ihr aber keine BG - dann würde er folgenden Anspruch haben :

  • Regelsatz 391 €
  • Kopfanteil der angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung,bei 2 Personen würde er dann 50 % davon bekommen,den anderen Teil müsstest du zahlen,sonst nichts.

Theoretisch könnt ihr gemeinsam als Bedarfsgemeinschaft veranlangt werden, wo auch dein Einkommen auf den Gesamtbedarf angerechnet wird.

Wenn ihr nicht gemeinsam haushaltet, getrennte Konten habt und auch keine gemeinsamen Kinder, keine Ehe oder dergleichen, kannst DU schriftlich erklären, dass du für Herrn XY nicht finanziell einstehen wirst und ihr getrennt haushaltet. Dazu braucht ihr kein getrenntes Bett aber sowas wie getrennte Kühlschrankfächer, ein Haushaltsbuch aus dem hervor geht, dass ihr die Lebensmittel getrennt bzw anteilig abrechnet, getrennte Zahnpastatuben ;-)

So kann dein Einkommen unberücksichtigt bleiben. Rechnet allerdings damit, dass der ein oder andere Sachbearbeiter das nicht so gerne sieht. Was auch immer ihr tut - macht ALLES schriftlich. Solche Anliegen werden gerne mündlich abgeblockt. Was möglich ist, denn wirklich bearbeitet werden muss es erst, wenn es schriftlich vorliegt.

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