Grenzbebauung, darf Nachbar Zugang zum Verputzen der Außenwand verweigern?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

normalerweise muss man seinem nachbarn für bauarbeiten zugang gewährt werden, wenn man nicht anders dran kommt siehe hammerschlags- und leiterrecht aus seite 12 http://www.jum.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/show/1142609/2710%2520Nachbarrecht%25202003_1.pdf

allerdings muss man nicht auf eigene kosten irgendetwas abbauen, nur weil es dem nachbarn im weg ist. die kosten dafür hat der bauherr zu tragen. ggf. auch die entschädigung, weil der nachbar seinen parkplatz nicht nutzen kann.

Hallo Schokolinda, vielen Dank für den sehr hilfreichen Link.

Sachliche Absprachen sind immer besser, als die Keule des Gesetzes. Wenn Pflanzen in Mitleidenschaft gezogen werden könnten, dann versteht sich der Herbst für diese Arbeit. Beim Gerüst würde ich mindestens meine Hilfe beim Abbau und Aufbau anbieten. Es müsste ein schlimmer Nachbar sein, wenn es dann nicht klappen sollte.

Ihr könnt den Nachbarn zwingen, zur Bauunterhaltung der Grenzwand sein Grundstück betreten zu dürfen; notfalls durch Anordnung des Amtsgerichtes.

Freilich hat dann der Nachbar einen Rechtsanspruch auf Beseitigung aller Schäden, die an seinem Eigentum entstehen. Er darf auch unmittelbar an die Grenzwand anbauen, ohne Euer Einverständnis einholen zu müssen. Er darf aber Eure Grenzwand nicht benutzten, um z.B. eine eigene tragende Wand zu sparen.

Durch einen zulässigen deckungsgleichen Anbau kann er also verhindern, dass Ihr Eure Wand verputzt. Wenn der Anbau deckungsgleich ist, ist ein Putz aber auch nicht notwendig.

Dies alles ergibt sich aus den Vorschriften des BGB und der Landesbauordnung.

Ohne genauere Kenntnisse des Einzelfalls ist also eine rechtssichere und zweckmäßige Antwort nicht möglich. Zu empfehlen ist immer eine vernünftiges Gespräch unter Nachbarn, in dem die gegenseitigen Interessen abgeklärt ist. Man lebt ja schließlich noch länger nebeneinander!

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