Geld an Inkasso oder direkt Gläubiger bezahlen?

5 Antworten

Immer an den Gläubiger.

Der Grund dafür findet sich im § 367 BGB. Dieser regelt wie Inkassobüros Zahlungseingänge zu verrechnen haben und in dieser Hackordnung ist die Hauptforderung sehr weit hinten einsortiert.

Entscheidend ist aber gerade diese, denn diese begründet den Anspruch schließlich und von ihr aus errechnen sich Zinsen etc.

sondern direkt an den Gläubiger, wie sieht es mit Zinsen aus ?

Genau so. Der Verzug schadet ja dem Gläubiger und dem sind die Zinsen zu ersetzen.

Hier wird leider sehr viel Falsches behauptet.

Ganz grundsätzlich gibt es zwei Varianten, wie ein Inkassobüro ins Spiel kommt. Die erste Variante ist die einfache Beauftragung als Inkassodienstleister, bei dir Schulden einzutreiben.

Die zweite Variante ist die Abtretung. Hierbei kauft das Inkassobüro eine Forderung auf, der Gläubiger ist ausbezahlt worden und fortan tritt das Inkasso selbst als Gläubiger auf. Wichtig: Die Umschreibung "Zum Einzug abgetreten", die gerne von Inkassos verwendet wird, ist keine Abtretung nach dem BGB.

Der wesentliche Unterschied ist: Bei der ersten Variante ist und bleibt der ursprüngliche Gläubiger Besitzer der Forderung und Zahlungen an den ursprünglichen Gläubiger sind und bleiben schuldbefreiend. Bei der zweiten Variante sind in der Theorie Zahlungen an den Gläubiger zwar nicht mehr schuldbefreiend, aber normalerweise wird der Gläubiger das Geld ans Inkasso weiterreichen. Ganz wichtig ist: Wenn es eine Abtretung gibt, handelt das Inkassobüro fortan in eigenem Namen und darf ganz grundsätzlich weder Inkassogebühren noch ähnliches einfordern.

auf vielen Foren kommentieren leute dass man es nicht der Inkasso zahlen soll

Das hat einen guten Grund. Inkassobüros sind bei größeren Gläubigern, also Konzernen/ großen Internethändlern usw., vollkommen überflüssig. Sie machen etwas rechtlich total widersinniges: Sie schreiben die zweite, dritte oder vierte Mahnung, obwohl das a) der Gläubiger selbst kann und b) rechtlich vollkommen absurd ist. Wenn du eine Mahnung erhalten hast, bist du in Verzug und eine zweite oder dritte Mahnung macht sich nett in der Papiertonne aber rechtlich hat sie exakt 0 Gegenwert. In diesem Massengeschäft erbringt das Inkassobüro auch sonst 0 Leistung, da es weder eine Rechtsberatung durchführt, noch den Einzelfall jemals prüft.

Wenn aber das Inkasso keine Leistung erbringt, wieso beauftragt der Gläubiger es dann? Ganz einfach: Weil es dem Gläubiger vertraglich garantiert, nichts zu kosten. Nur deswegen funktioniert diese Masche. Mit der Zahlung an den Gläubiger, zweckgebunden auf Hauptforderung, Briefporto und Zinsen, trickst man das Inkasso nun aus. Der Gläubiger hat sein Geld und die Schuld ist bezahlt. Das Inkasso kriegt nichts. Es meckert und schimpft, aber welche Möglichkeiten hat es? Exakt gar keine. Es darf nicht selbst klagen. Nur der Gläubiger darf klagen, da die Inkassogebühren zum Schadensersatz gehören. Zu dumm, dass das Inkasso aber nie eine Rechnung an den Gläubiger stellt...

auf keinen fall mit denen eine Rate vereinbaren soll

Zumindest nicht, wenn es anders geht. Ratenvereinbarungen lösen nur neue Gebühren aus. man wird gezwungen, schriftlich allerhand Unfug anzuerkennen, der vor Gericht gar nicht durchsetzbar ist (Kontoführungskosten usw.). Das alles geht mit einer Ratenzahlung einher. So blöd das klingt: Ein Inkassobüro, was zuerst eine 1,3 Gebühr Inkassokosten, dann noch eine 1,5 Gebühr für Ratenvereinbarung fordert, ist teurer, als ein gerichtlicher Mahnbescheid, das Warten auf den Gerichtsvollzieher und das Verabreden einer Ratenzahlung mit dem Gerichtsvollzieher.

wie sieht es mit Zinsen aus

Ab Verzug musst du Zinsen zahlen. Natürlich auch an den Gläubiger, denn ihm entstehen diese Zinsen als Schaden. Erlaubt sind allerdings nur 5% über Basiszins. Auszurechnen beispielsweise hier: www.basiszins.de/zinsrechner

Das kann man kürzer beschreiben, bei anderen rummeckern und dann den gleichen Kram schreiben nur viel mehr was nicht gefragt wurde

@netzotto

Bist du nun irgendwie neidisch, weil du mit deinen Banken und ähnlichem total daneben gelegen hast? :-D

Hallo QA,

wenn ein Gläubiger seine Forderung an ein Inkassounternehmen abgibt, beauftragt er dieses Unternehmen, seine Forderung einzutreiben.

Wenn du also ein Schreiben vom Inkass erhalten hast, dann musst du den geforderten Betrag auch an das Inkasso bezahlen.

Wenn du mit der Forderung nicht einfverstanden bist, dann musst du Widerspruch gegen die Forderung einlegen.

Natürlich musst du Zinsen und Gebühren auch bezahlen. Und wenn du gar nicht reagierst, dann kanns auch sein, dass Zinsen dazukommen.

Und das mit der Ratenzahlung ist so: Wenn eine Forderung besteht und du einer Ratenzahlung zustimmst, dann erkennst du die Forderung an und kannst hinterher nur sehr schwer da raus kommen und Widerspruch einlegen.

Liebe Grüße

ichausstuggi

Wenn du also ein Schreiben vom Inkass erhalten hast, dann musst du den geforderten Betrag auch an das Inkasso bezahlen.

Ähhhm nein. Solange es keine Abtretung gibt, kann man problemlos an den Gläubiger zahlen.

Wenn du mit der Forderung nicht einfverstanden bist, dann musst du Widerspruch gegen die Forderung einlegen.

Man muss rein gar nichts. Inkassobüros sind keine Behörden. Die haben nicht mehr Rechte als ein Milchmann. Ganz grundsätzlich sind nur Schreiben eines Gerichts kritisch, denn hier muss man Fristen wahren und widersprechen, wenn man nicht einverstanden ist. Inkassobriefe kann man auch relativ problemlos komplett ignorieren.

Lassen wir mal die wildgewordenen Betrüger außen vor: Ich empfehle, bei halbwegs seriösen Inkassobüros/ Gläubigern stets einmal per Einschreiben zu widersprechen. Das hat aber eigentlich ausschließlich den Punkt, dass man so verhindert, in einer Auskunftei wie der Schufa zu landen. Denn strittige Forderungen dürfen dort nicht gemeldet werden (es sei denn, ein Gericht stellt fest, dass die Forderung korrekt ist). Das einzige Problem, wenn man nicht widerspricht, ist also dass man einen Schufa-Eintrag riskiert. Das ist kein direktes Problem, denn mit einem Anwalt hat man den innerhalb einer Woche wieder draußen (einstweilige Verfügung und die Gegenseite muss Anwalt und Gericht dann bezahlen). Aber es kann halt blöde Effekte haben, wenn so plötzlich ein Schufa-Eintrag daher kommt, auch wenn der nur kurze Zeit drin ist.

Natürlich musst du Zinsen und Gebühren auch bezahlen. Und wenn du gar nicht reagierst, dann kanns auch sein, dass Zinsen dazukommen.

Zinsen ja (in festgeschriebener Höhe). Gebühren normalerweise nicht, zumindest keine außergerichtlichen gebühren.

@ichausstuggi

Leider stimmt das nicht denn ein Inkassobüro ist nur ein Finanzdienstleister (!) nicht mal auf einer Stufe mit einem "echten" Rechtsanwalt stehend

Warum sonst werden Inkassogebühren von den Gerichten dezimiert und oft sogar komplett gestrichen ?

Faustregel :

Zahlungen logischerweise immer zweckgebunden (nur hauptforderung) an den Gläubiger /Forderungsinhaber und nicht ans Inkassobüro

komische ratschläge.

wenn das inkasso den titel vom gläubiger erworben hat, ist es in der regel alleiniger bezieher der schuld. zahlst du an den gläubiger bekommst du zusätzliche kosten aufgebrummt.

zahlst du an den gläubiger bekommst du zusätzliche kosten aufgebrummt.

Welche Kosten denn?

wenn das inkasso den titel vom gläubiger erworben hat, ist es in der regel alleiniger bezieher der schuld

Hier ist doch gar nicht von einem Titel die Rede? Es ist zwar korrekt, dass das Inkasso dann alleiniger Ansprechpartner ist, aber: 1. Darf das Inkasso keinerlei Inkassogebühren fordern, wenn es in eigenem Namen tätig wird, ansonsten begeht es Betrug und 2. gibt es bei handelsüblichen Inkassos eine vertragliche Vereinbarung, dass Gelder, die der Schuldner an den Gläubiger nachträglich zahlt, dem Inkasso überwiesen werden sollen.

@mepeisen

erstens ist die rechtslage noch immer nicht endgültig geklärt und zweitens können zusatzkosten für inkasso durchaus nach der anwaltgebührenstabelle (o.ä.) verrechnet werden.

die hauptzielrichtung des inkassoproblems war schließlich die überzogenen inkassogebühren.

@casala

erstens ist die rechtslage noch immer nicht endgültig geklärt

Falsch. Man lese §4 RDGEG, insbesondere Absatz 5 hinsichtlich des Masseninkassos. Zudem gibt es seit Jahren höchstrichterliche und eindeutige Rechtsprechung zu diesem Thema.

.zweitens können zusatzkosten für inkasso durchaus nach der anwaltgebührenstabelle (o.ä.) verrechnet werden.

Richtig. Das bedeutet in der Konsequenz aber, dass man sich genau anschauen muss, was das Inkasso tut. In aller Regel geht das nicht über das hinaus, was das RVG "Schreiben einfacher Art" nennt. Bei einem Streitwert bis 500€ sind das 16,20€. Mehr nicht. Aber selbst das halten Gerichte für zu hoch und reduzieren es auf beispielsweise 3€. Man merke: Im Gesetz steht "bis zu". Was der Anwalt verlangen würde, ist also nur die Höchstgrenze. Zudem steht im Gesetz "gleiche Tätigkeit". Wenn keine Rechtsberatung stattfindet und keine Einzelfallprüfung, ist das aber nur das Schreiben einfacher Art.

Ganz grundsätzlich funktioniert das RVG aber nicht so, dass man einfach bei einem weiterem Brief dann die Gebühren erhöhen darf.

die hauptzielrichtung des inkassoproblems war schließlich die überzogenen inkassogebühren.

Ich denke du meinst das "Gesetz gegen unseriöse Geschäftspraktiken" von 2013. Naja. Nicht nur die überzogenen Gebühren. Auch die Intransparenz hinsichtlich der Forderungsgrundlagen und Gläubiger (wird zum November 2014 dann aktiv).

@mepeisen

danke für die belehrung (nicht ironisch gemeint). aber in der praxis sieht es immernoch etwas anders aus. denke, die inkassounternehmen rechnen mit der unwissenheit und der angst vor dem klageweg. können wir uns darauf einigen?

@casala

Unbedingt. Dass Inkassos extrem von der Unwissenheit der Schuldner profitieren wollen und denen auch viel Unsinn erzählen, darauf können wir uns auf jeden Fall einigen ;-)

@mepeisen

Man muss sich mal fragen welche Intention der Gesetzgeber hatte o.g. Gesetz auf den Weg zu bringen. Ich würde mal tippen das entstand aus eben diesem Missstand, den man beseitigen wollte um die Bürger vor Willkür zu schützen und Rechtssicherheit zu schaffen.

Ob das am Ende so auch gelungen ist kann man debatieren.

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