Ende des Kündigungsdatums (Mietvertrag) überschneidet sich mit dem Einzugsdatum der neuen Mieter. Wie sieht meine rechtliche Lage aus?

5 Antworten

Ihr habt also vereinbart, das Mietverhaeltnis bereits zum 31.3. zu beenden, wenn bis dahin ein Nachmieter ab dem 1.4. gefunden wurde und der Vermieter mit diesem ein neues Mietverhaeltnis begruenden will. Wenn ihr das eindeutig vereinbart habt, habt ihr einen muendlichen Mietaufhebungsvertrag geschlossen, an den ihr auch gebunden seid. Wenn der Vermieter dies auch beweisen kann (z.B. mit E-Mails, Chatverlauf oder Zeugen), wird es keinen Sinn machen, den Aufhebungsvertrag zu bestreiten.

Zieht ihr dennoch nicht rechtzeitig aus, werdet ihr gegenueber dem Vermieter schadenersatzpflichtig. Ihr werdet ihm dann alle Kosten ersetzen muessen, die ihm wegen des verspaeteten Auszugs entstehen. Dies koennen u.a. Zusatzkosten fuer eine voruebergehende Ersatzunterbringung des neuen Mieters sein (Hotel, teurere Ferienwohnung u.s.w.) und auch solche fuer doppelte Transportkosten und voruebergehende Unterbringung der Moebel.

Man sollte eine Wohnung erst kündigen, wenn man einen Mietvertrag für eine neue Wohnung hat.

Rechtlich gesehen hast Du ein Angebot gemacht und sie hätte erst mal sagen sollen dass sie einen  Nachmieter hat und dann hätte man z.B. schriftlich einen Aufhebungsvertrag gemacht.

Menschlich gesehen wäre das nicht so toll.

Die Vermieterin ist davon ausgegangen dass Du zum 31. März raus bist und hätte dann ein Problem mit dem Nachmieter.

Du kannst darauf wetten dass es da Ärger mit der Kautionsrückzahlung geben wird, wenn Du nicht ausziehst.

Die Kautionsrückzahlung wäre sein geringstes Problem. Der Regreß der VM wg. Schadensersatzforderungen, die der berechtigte M ihr gegenüber geltend machen dürfte, ist erheblicher :-O

Wenn Du jetzt nicht bis zum 31.3. ausziehst, ist das ganz schön mies von Dir. Erst bettelst Du Deine Vermieterin darum, dass sie was unternimmt, damit Du nur ja die evtl. doppelte Mietzahlung vermeiden kannst und wenn sie es dann geschafft hat, haust Du sie so in die Pfanne?

Kannst Du Dir in etwa vorstellen, welchen Schaden Du ihr verursachst?

30x Übernachtung für ein oder 2 Personen in einer Pension oder einem preisgünstigen Hotel = ca. 1800 €. Einlagerung von Hausrat und Umzugsgut beim Spediteur mindestens nochmal soviel. Doppelte Transportkosten kommen auch noch dazu und schon liegt sie bei mindestens 5000 € Schaden, nur weil Du Dich nicht an Dein Wort halten kannst.

Dass Du die Vermieterin nur inoffiziell gebeten hast, spielt doch dabei überhaupt keine Rolle. Du hast sie gebeten und sie hat getan, worum Du sie gebeten hast und jetzt würdest Du sie hängen lassen?

Als Vermieter wäre ich nicht so vorgegangen, wie Deine etwas naive Vermieterin, aber wenn mir so etwas passieren würde, würde ich alles unternehmen, um Dir wenigstens einen guten Teil des Schadens anzuhängen.

Wie das geht? Man verklagt Dich und es kommt zu einem Gerichtsverfahren und ein Richter, der der gleichen Meinung ist, wie ich, schlägt Dir vor, im Rahmen eines Vergleichs, wenigstens die Hälfte zu übernehmen. Gehst Du nicht darauf ein, droht Dir Verurteilung zur Übernahme des ganzen Schadens. Da man vor Gericht nie so genau weiß, wie die da vorne ticken, wäre das Risiko für Dich schon sehr hoch und ob Du unter diesen Umständen dann noch den Vergleich ausschlagen würdest?

Genau dieses Verhalten ist der Grund, warum meine Mieter die Kündigungsfrist bis zum letzten Tag aussitzen - und zahlen.

@Lotta1965

Das hatten wir auch schon und ohne klare Regelung mit den ausziehenden Mietern werden wir uns hüten, irgendwann irgendwas zu beschleunigen.

@bwhoch2

Das nennt man Aufhebungsvertrag und der ist kein Hexenwerk. Formlos gestellt mieterseits zulässig, genügt in vorliegendem Fall der zugangssicher übermittelte Zweizeiler: "... entsprechen wir hiermit Ihrem Antrag vom (Datum) auf Aufhebung des Mietverhältnises zum 31.03.2018 und teilen Ihnen mit, dass wir zum 01.04.2018 einen Mietvertrag mit ihrem Nachmieter geschlossen haben. Als Übergabetermin schlagen wir Samstag, 31.03.2018 um 11.30 Uhr vor und bitten um Terminbestätigung."

Ist es Vertraglich festgehalten oder nur Mündlich ? Im Mündlichen fall hat es keine Gültigkeit und du musst erst zum 30.04.18 ausziehen. Auch wenn der neue Mieter dann darauf sitzen bleibt. Ist ja Vertraglich geregelt, dass du bis zum besagtem Datum dort Wohnen kannst.

Ich würde deine Vermieterin aber über deine Lage informieren, dass du es nicht rechtzeitig schaffst den Mündlich vereinbarten Termin war zu nehmen, damit sie dem Nachmieter bescheid geben kann.

Gruß

Hallo,

danke für deine Antwort. Schriftlich wurde nichts konkret festgelegt, was den 31.03. als Auszugsdatum von mir festhalten würde. Ich habe auch wahrscheinlich schon eine neue Wohnung, nur ist noch nicht sicher, ob ich die bereits zum 01.04. beziehen kann oder erst zum 01.05.

Für die neue Wohnung wurde mir bereits der Mietvertrag zugeschickt, jedoch noch nicht von der Hausverwaltung (die den Vermieter vertritt) unterzeichnet, da die Zeichnungsberechtigte die Woche noch im Urlaub ist.

@chivreg

Dann bist du auf der Sicheren Seite. Sie kann dich nicht rauswerfen, weil da jemand vor der Tür steht der dort einziehen Möchte obwohl du noch einen Monat offiziell darin Wohnst. Was du gewährleisten musst sind ggf. Besichtigungen aber auch nur mit absprache. Ich würde einfach bescheid geben, dass es nicht möglich ist für dich rechtzeitig raus zu sein.

Im Mündlichen fall hat es keine Gültigkeit und du musst erst zum 30.04.18 ausziehen.

Wie kommst du darauf, dass ein muendlich geschlossener Mietaufhebungsvertrag nicht gueltig sei? Im Gegensatz zu einer Kuendigung kann ein Mietaufhebungsvertrag sehr wohl auch muendlich geschlossen werden und ist dann auch voll wirksam.

@DerCaveman

In seinem Fall, wenn er bisdahin nicht ausziehen kann, weil er keine neue bleibe hat ist er der begünstigte und muss die Wohnung nicht räumen.

Ein Mündlicher Vertrag ist rechtlich Ungültig und nicht Nachweisbar. Folge dessen kann er auch nicht gezwungen werden vor dem 30. April ausziehen, weil er ja laut Mietvertrag noch bis dahin Mieter ist und auch noch die Miete zahlt.

Ein Mietaufhebungsvertrag muss übrigens auch Schriftlich erfolgen und von beiden Partein unterzeichnet werden damit es Rechtskräftig ist. Genau wie der Mietvertrag.

@Bonezz
Ein Mündlicher Vertrag ist rechtlich Ungültig und nicht Nachweisbar.

Auf den ersten Teil des Satzes gehe ich nicht weiter ein weil das natuerlich ein ausgemachter Bloedsinn ist.

Aber wieso sollte ein muendlicher Vertrag nicht nachweisbar sein? Ein muendlicher Vertrag kann beispielsweise durch Zeugen, Schriftverkehr, Mailverkehr, Chatverlaeufe u.v.m. nachgewiesen werden.

@Bonezz
Ein Mündlicher Vertrag ist rechtlich Ungültig

Wie kommst du auf den hanebüchen rechtsirrigen Blödsinn? Selbst du schliesst tagtäglich dutzende von wirksamen Verträgen ab, ob du mündlich ein Brötchen verlangst und den geforderten Kaufpreis auf die Theke legst, konkludent durch Vorlage eines Fahrscheins im Bus einsteigst oder Kleingeld in den Cola-Automaten steckst und auf die Taste "Fanta" drückst.

Ein Mietaufhebungsvertrag muss übrigens auch Schriftlich erfolgen und von beiden Partein unterzeichnet werden damit es Rechtskräftig ist. Genau wie der Mietvertrag.

Falsch. Das Schriftformerfordernis ist im Mietvertragsrecht ausschliesslich bei Kündigungen vorgesehen, § 568 BGB :-O

Was ist, wenn ich zum 01.04.18 keine neue Wohnung gefunden habe? Kann ich dann noch in der jetzigen Wohnung bis 30.04.18 bleiben

Nein: Rechtlich stellt "schon zum 31.03. ausziehen könnte, wenn sie bis dahin einen Nachmieter findet" deinen Antrag auf Aufhebung des Mietvertrages dar, der konkludent durch Nachvermietung angenommen wurde.

Insofern endet euer MV unbeschadet deiner Kündigung vorfristig zum 31. März.

Daran würde ich mich unbedingt halten, weil dich die VM über erhebliche Schadensersatzvorderungen ihres Nachmieters ab 01.04. vollumfäglich in Regress nehmen würde :-O

G imager761

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