Darf der Arbeitgeber einen Mitarbeiter intern in eine andere Abteilung versetzen obwohl der Arbeitsplatz nicht weg gefallen ist?

5 Antworten

Ja, das darf er grundsätzlich. Der Arbeitnehmer hat gem. § 106 GewO gegenüber dem Arbeitgeber eine Weisungsbefugnis, welches er nach billigem Ermessen ausüben darf, soweit der Arbeitsvertrag nichts anderes bestimmt.

Durch dieses Weisungsrecht kann der Arbeitgeber die Art und Weise der Tätigkeit des Arbeitnehmers bestimmen, also z.B. auch die Veränderung eines einmal zugewiesenen Tätigkeitsbereichs.

Bei der Veränderung des Tätigkeitsbereichs oder der Versetzung an einen anderen Arbeitsplatz muss der Arbeitgeber allerdings beachten, dass er grundsätzlich dem Arbeitgeber keine geringwertigere Arbeit zuweisen darf; dies gilt selbst dann, wenn der alte Lohn fortgezahlt wird. Inwieweit die neue Tätigkeit gleichwertig ist muss man natürlich im Einzelfall gucken.

Ausnahmsweise kann der Arbeitgeber aber auch eine geringwertigere Arbeit zuweisen, wenn etwas derartiges im Arbeitsvertrag vereinbart ist oder es sich um einen Notfall handelt.

So etwas ist meist vorsorglich im Arbeitsvertrag beinhaltet, lies Deinen mal aufmerksam durch.

Warum sollte der Arbeitgeber einen bestimmten Arbeitsplatz denn nicht mit der, nach seiner Meinung, bestmöglichen Besetzung belegen?

Vielleicht meint er auch, daß Deine Stärken auf einem anderen Platz besser zur Geltung kommen.

Selbstverständlich. Manche AGs legen Wert auf Rotation, so daß jeder Arbeitnehmer jeden Posten mal kennenlernt, oder er hat schlicht an einer Stelle gerade Not am Mann, daß er jemanden braucht, der dort einspringt oder was besser macht als die bisherige Kraft dort... es hängt immer von den Umständen ab, und manche sind für den Arbeitnehmer auch eine Verbesserung, nicht zwangsläufig eine Verschlechterung. Wer an einer unwichtigen Stelle gute Arbeit leistet, muß damit rechnen, an eine wichtigere Stelle versetzt zu werden, damit er dort auch seine Qualität unter Beweis stellt.

Grundsätzlich ja, wenn es um vergleichbare Aufgaben handelt. Ein Innendienst-Verkäufer kannst du im Einkauf versetzen, aber nicht im Lager.

Ausnahmen gibt es nur, wenn im Arbeitsvertrag ausdrücklich die Tätigkeit beschrieben ist wie Buchhalter oder (Außendienst)Verkäufer.

Ja. Das ist ja der Sinn der ganzen Sache. Der Arbeitgeber setzt sein Personal dort ein, wo er es benötigt. Solange es sich nicht um eine berufsfremde Arbeit handelt, darf der Arbeitgeber das machen. Er kann z. B. keinen Disponenten plötzlich als Putzkraft arbeiten lassen.

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