Bewährungswiederruf wegen Cannabisblättern, möglich? (BTMG Marihuana Blätter Strafe strafbar Recht)

8 Antworten

Es kommt bei der Frage der Strafbarkeit auf den reinen Wirkstoffgehalt THC an, nicht auf den Trägerstoff (in diesem Fall die Blätter). Es gibt allerdings keine Toleranzgrenze, was die Strafbarkeit angeht. Bereits der Besitz eines Nanogramms THC ist trotzdem ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz und damit strafbar.

Bei dem geschilderten Fall würde ich allerdings vermuten, dass das Verfahren trotz einschlägiger Bewährung in diesem Fall gemäß §31a BTMG eingestellt wird. Wenns extrem dumm läuft, würde es wohl bei einem Erwachsenen mit einer  Geldstrafe von ca. 30 Tagessätzen enden und damit auch für die Bewährung Konsequenzen haben - vermutlich in Form einer Verlängerung der Bewährungszeit.

Ob deine Bewährung widerrufen wird oder nicht, kann Dir nur der Richter sagen.

Für die Polizei ist die Lage klar. Cannabis ist Cannabis und 15g sind auf jeden Fall keine geringe, sondern eine einfache Menge. Und labortechnisch wird der THC-Gehalt idR erst ab einer nicht geringen Menge bestimmt.

Kurz: Ich seh da eher schwarz für dich.

Aber jetzt muß ich mal fragen: Wie bl*d muß man sein, wenn man schon mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt gekommen ist und mit einem Bein praktisch im Knast steht, um dann immer noch mit dem Zeug rumzulaufen und es nicht sofort wegzuwerfen? Insbesondere wenn es sich um angeblich wertlose Blätter handelt?

In Deutschland ist jeglicher Besitz von Drogen / Betäubungsmitteln strafbar - und zwar unabhängig von der Menge und zunächst auch unabhängig vom Reinheitsgrad. Allerdings wird eine geringe Menge wegen Eigenbedarfs vielfach geduldet (die Menge ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich).

Der Reinheitsgrad spielt erst bei einem eventuellen Strafverfahren eine Rolle.

Der Besitz von Drogen ist also eine Straftat, und somit könnte u. U. auch die Bewährung widerrufen werden.

Es liegt also beim Staatsanwalt, was er daraus macht - und im Falle einer Anklage beim Gericht, wie es bewertet wird.

Die sichergestellte Menge von 15g ist sicher nicht strafbar hinsichtlich des Gesamtgewichtes der sichergestellten Blätter, sondern ausschließlich bezüglich des Gewichtes des enthaltenen THC's. Es kann eine Anklage auch erst nach der labormäßigen Feststellung des Wirkstoffgehalts erfolgen. Solange wirst du sinnvollerweise warten müssen. Es liegt eigentlich auf der Hand - um keine Probleme im Beruf zu haben, sollte man auf dieses Zeug verzichten.

Wenn dadurch keine Straftat begangen wurde, dann kann die Strafaussetzung nur widerrufen werden, wenn gegen Weisungen oder Auflagen gröblich oder beharrlich verstoßen worden ist. Da wir deine Auflagen bzw. die Weisungen nicht kennen, kann man hierzu nicht wirklich etwas sagen. Bei einer einmaligen Sache ist der Widerruf aber eher unwahrscheinlich.

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