Auto kaufen, welche kosten kommen auf mich zu?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ein Auto unter 2000 Euro würde ich erst gar nicht nehmen. Denn meistens sind diese Wägen so auf den Hund, dass du erstmal locker noch 1000-2000 Euro an Instandsetzungskosten einrechnen darfst, damit die Kiste überhaupt auf einem einigermaßen sicheren Stand ist.

Was du auch noch beachten musst, ich weiß nicht, ob du das schon unter Tanken verbucht hast: dein Wagen braucht Öl zur Schmierung des Motors. 1 Liter kostet normal ca. 10 Euro, du solltest beim Gebrauchtwagenkauf darauf achten, dass er nicht mehr als 1 Liter auf 1000 Kilometer verbraucht. Die Tendenz ist einfach, je älter die Kiste, desto höher der Ölverbruach. Wer am Öl spart, der riskiert auf lange Sicht nämlich einen Kolbenfresser, und solch eine Reparatur ist erst recht teuer (entweder werden die Kolben repariert oder gleich ein Austauschmotor eingebaut).

Worauf du auch achten solltest, ist ob du Diesel oder Benzin als Kraftstoff nimmst. Dieselautos haben einen geringeren Verbrauch im Schnitt, dafür aber eine höhere KFZ-Steuer, und billiger als Benzin ist Diesel auch nicht mehr. Das heißt, ein Diesel lohnt sich erst wirklich ab einem gewissen Fahraufkommen im Jahr, das kann man ausrechnen.

Hier ist noch eine Checkliste vom ADAC (http://www.adac.de/_mmm/pdf/Gebrauchtwagen-Checkliste_27705.pdf), was man beim Gebrauchtwagenkauf beachten sollte als PDF: lies es durch, drucke es aus, und wenn du zu einem Händler gehst, geh nicht alleine hin, sondern nimm dir jemanden mit, der sich ein wenig mit Autos auskennt!

Ausserdem kann es nicht schaden, wenn du schon ein Wunschauto im Auge hast, dass du dich im Vorfeld im Internet in den einschlägigen Bastlerforen über die bekannten Standardmängel, die im Laufe der Zeit so auftreten, informierst. Manche Autos sind reparaturanfälliger im Laufe der Zeit als andere, und wenn ein Auto als besondere Rostlaube bekannt ist - Finger weg! Auch kannst du nach Lektüre dieser Foren genauer abschätzen, mit wieviel Geld du etwa im Jahr für Reparaturen und Verschleiß rechnen darfst. Wobei der Verschleiß hängt auch von der Laufleistung und deiner Fahrweise ab.

Ach ja, und beim selber schrauben gilt, wenn man nicht wirklich Ahnung davon hat: Finger weg von allen Bereichen, die wirklich wichtig sind für die Sicherheit, wie Airbags, Bremsen usw. - dann lieber den Fachmann ranlassen!

@Knarff

Danke für diese Umfangreiche Antwort.

Da das mein erstes Auto wäre, ist mir im Prinzip jeder Zustand recht solange es fährt. Ich dachte an einen sportlichen Kleinwagen z.B. Mitsubishi Colt.

Ich werde wohl auch nicht mehr als 3000 Km im Jahr fahren, zum Training & Arbeit oder zum Einkaufen vielleicht am Wochenende zu Freuden.

Also würdest du für mein Fahraufkommen ein Benziner empfehlen? Ist der Unterscheid zwischen Diesel und Benzin, in der Versicherung, immer gleichbleibend Proportional oder sind manche Diesel der gleichen Klasse billiger als der selbige Benziner?

@cell300

Ja, nimm dir auf jeden Fall einen Benziner!

Einen Diesel zu fahren rechnet(e) sich früher durch die Preisdifferenz von Diesel zu Benzin (war meist 20-30 Cent je Liter, heute ist Diesel oft gleich teuer!), dazu kam der durch die Bank weg geringere Verbrauch je 100 km und mitunter noch eine bessere Langlebigkeit der Motoren. Dafür war die KFZ-Steuer gleich mal 100-200 Euronen teurer im Jahr. Grob gesagt rechnete sich früher ein Diesel erst im Vergleich zu einem Benziner pi mal Daumen ab einer Laufleistung von 20.000 km und mehr (heute vermutlich noch höher, kann man ausrechnen)!

Dazu kommt noch gerade bei solchen alten Dieseln (für dein Budget wird das Auto jawohl so 10 Jahre aufwärts alt sein) eine sehr wichtige Sache, die man gerne vergisst: die Dinger russen noch kräftig. Die ersten Rußpartikelfilter wurden ja vor einigen Jahren durch die Franzosen populär, und die Deutschen jammerten zuerst und zögerten noch recht lange.

Wenn du auf dem Land lebst, kann einem das egal sein. Lebst du aber in einer Stadt, die Feinstaubzonen ausgewiesen hat, ausweisen wird oder willst du mal in solche Städte mit deinem Auto fahren, dann wird dein Diesel ziemlich sicher nicht eine Feinstaubplakette mit 4 zugestanden bekommen, eher 2 oder 3.

Dann heißt es´für dich entweder dennoch so reinfahren und hoffen, dass du nicht kontrolliert wirst, wenn doch gibt es Bußgeld und Punkte in Flensburg, oder den Wagen - sofern es denn überhaupt geht - mit einem Rußpartikelfilter nachrüsten lassen. Es gibt nach wie vor eine Förderung des Bundes für solche Nachrüstungen in Höhe von 330 Euro, die mit der KFZ-Steuer verrechnet werden. Allerdings kostet eine Nachrüstung im Bereich von 500-1000 Euro, also du würdest da in jedem Fall draufzahlen. Ggf. kannst du ja beim Verhandeln, wenn es dennoch Diesel sein sollte, den Preis unter Hinweis auf fehlenden Rußpartikelifilter drücken.

@Knarff

Ne in Solingen gibt es (noch?) keine Feinstaubzonen. =)

Würde es sich rentieren das Auto während der Probefahrt zu einem Gutachter zu bringen um etwaigen Problemen vorzubeugen? Oder lohnen sich billige gebrauchte dessen TÜV bald ausläuft? Oder sind die die Steuern & Versicherung nicht wert?

Dann stellt sich noch die wichtige Frage, Privathändler oder Autohaus.

Den Stern hast du sicher =)

@cell300

In Solingen ist laut Rathaus auch keine Einführung derzeit geplant, es gibt in Nachbarstädten und Kreisen durchaus welche.

Das Auto während der Probefarht zu einem Gutachter zu bringen lohnt nur dann, wenn du es auch wirklich kaufen willst. Der TÜV selber verlangt ja dafür auch eine Gebühr.

Billige Gebrauchte, deren TÜV bald auslauft, lohnen nur dann, wenn der Wagen ohne größere Reparaturen durch den TÜV kommt.

Autohäuser werden normal in der Preisklasse, was du suchst, gar nichts anbieten, also da bist du mit einem Händler wohl besser bedient.

@Knarff

Ich dachte an Gebrauchtwagen, gerade was die Garantie angeht.

wenn ich schon in dem Auto sitze, bin ich wahrscheinlich von dem Gedanken des Kaufes nicht abgeneigt., aber Privathändler können einem ja viel erzählen...

Muss ich der Versicherung eigentlich die Zulassung zeigen oder der Zulassungsstelle den Versicherung nachweis?

@cell300

Du holst dir bei der KFZ-Haftpflichtversicherung (oder lässt es dir per Post schicken) eine sog. doppelte Versicherungskarte. Damit gehst du dann zur Zulassungsstelle und so nimmt die Sache ihren Lauf.

Bei solch alten Karren lohnt sich auch kein Vollkasko, bestenfalls Teilkasko mit Eigenanteil. Vollkasko ersetzt immer nur den Zeitwert.

Hast Du beim Erwerb die Kraftfahrzeugsteuer eingerechnet? Das ist nicht richtig, denn die fällt jedes Jahr an. In den meisten Bundesländern gibt es die Anmeldung nur, wenn zugleich eine Abbuchungserlaubnis für die Kraftfahrzeugsteuer erteilt wird. Die ist dann jählich zu zahlen, sollte allerdings mit rd. 17 € in Deine monatliche Kalkulation eingerechnet werden. Und dann musst Du berücksichtigen, mit welchen Reparaturkosten für dieses ältere Auto rechnen musst, um durch den TÜV zu kommen. Der fällt zwar nur alle 2 Jahre an, fehlt aber auch noch in Deiner Kalkulation.

Hatte ich doch unter dem Punkt Steuern erfasst, ich wusste nicht das es da einen Split in 2 verschiedene Beiträge gibt ?

Oder verstehe ich das gerade nur Falsch.

@cell300

Wenn Du Die Kraftfahrzeugsteuer in Deine monatlichen Fixkosten eingerechnet hast, ist das in Ordnung. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass dieser Betrag eine Jahressteuer ist, die immere wieder zu zahlen ist.

die rechnung sieht ja sehr schön aus,aber ob diese so aufgeht?ich glaube nicht,denke immer daran,es kann jederzeit zu einer nötigen reperatur kommen.der verschleis des wagens den mußt du mitrechnen.dann wie es ja pflicht ist ,sommer u.winterreifen..außerdem empfehle ich dir in einen automobilclub einzutreten ,dadurch kannst du enorme kosten einsparen,die anfallen wenn das auto mal liegen bleibt,

Ich habe als Änfänger 1 Jahr ADAC bekommen und bleibe da wohl auch drin.

Ist ein Reparaturfond von 1000€ genug?

Unerwartete Reparaturen und Erneuerung von Verschleißteilen würde ich noch bedenken.

Wenn du u neu in der Versicherung bist, kommst du mit 200 Euro nicht hin

Würde als 2 Wagen eines Unfallfreien angemeldet werden, da ich Fahrzeugführer bin dachte ich an 50-100%~

@cell300

Okay. Hadt du mal ein konkretes. Beispiel durchgetechnet?

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