Adoption: muss man für seinen leiblichen Vater zahlen wenn man adoptiert ist?

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Angenommen er säuft sich mal zu Tode (er ist Alkoholiker), muss sie dann für die Kosten seiner Beerdigung etc. aufkommen? Oder er kommt in ein Pflegeheim, müsste sie das dann zahlen? Schließlich gibt es ja auch so etwas wie "Unterhalt" bzw. finanzielle Verpflichtenung der Kinder ihren Eltern gegenüber?

Bei einer Volljährigenadoption greift das "neue" Adoptionsrecht von 1977 mit der Folge, dass keine Verwandtschaftsverhältnisse (und damit auch keine Unterhalts- oder Erbansprüche) mehr in der väterlichen Linie bestehen.

Wenn sie sich jetzt dazu entschließen würde sich vom Partner ihrer Mutter adoptieren zu lassen (er würde das gerne tun), würden diese Verpflichtungen dann wegfallen?

Ja, aber dieser Schritt wäre nicht nötig, nur um der Unterhaltspflicht oder Auferlegung der Beerdigungskosten zu entgehen.

Sie wäre auch so nicht zum Unterhalt verpflichtet, da sich, wie dargestellt, der leibliche Vater bewusst der Unterhaltspflicht gegenüber seinem Kind entzog.

Demnach könnte sie sich erfolgreich, selbst gegenüber dem SHT, nach den Grundsätzen der sog. "unbilligen Härte" einer Unterhaltspflicht wirksam entziehen :-)

Sofern sie denn überhaupt unterhaltsfähig wäre: Der SB zum Elternunterhalt beträgt 1.500€ plus die Hälfte des übersteigenden Einkommens. Unterhaltsberechtigte wie eigene Kinder und Ehegatten sind vorrangig zu bedienen.

HTH

G imager761

Die Verpflichtung gegenüber ihrem leiblichen Vater fiele im Fall der Adoption weg (falls sie überhaupt besteht, was gerichtlich anfechtbar wäre). Allerdings wäre sie dann dem Adoptivvater verpflichtet, und das auf jeden Fall, weil er sich in ihrer Kindheit intensiv gekümmert hat.

das wäre für sie auch kein Problem, weil er gefühlsmäßig sowieso ihr Vater ist. Er hat sie in der Vergangenheit auch finanziell unterstützt.

@kanne86

nein, eben nicht, weil es im Erwachsenen-Adoptionsrecht andere Gesetze gibt. Der leibliche Vater hat ja Jahrelang seine Verpflichtungen wahr genommen, wenn auch vielleicht nicht so, wie gewünscht. Man weiß nicht, ob er Unterhalt gezahlt hat oder nicht. Jedenfalls ist es so, dass bei einer Erwachsenenadoption dennoch die Rechtsbeziehungen des Angenommenen zu seiner Ursprungsfamilie bestehen bleibt. Es wäre ja auch noch schöner, dass man sich dann einfach seiner Eltern entledigen könnte, nur weil sie viellicht mal im Alter etwas von uns brauchen könnten.

@obihoernchen

nein, er hat seine Verpflichtungen nachweislich nicht wahr genommen. Kurz nach der Geburt hat er sich vom Acker gemacht und niemals Unterhalt gezahlt oder Kontakt aufgenommen.

Bei einer Adoption fallen alle Verwandtschaftlichen Verpflichtungen weg und gehen an den Neuen Vater über mit allen Rechten und Pflichten. Wenn sich ihr leiblicher Vater nie um sie gekümmert hat muss sie aber auch so nichts bezahlen. Verwandtenunterstützung muss billig sein, will heissen zumutbar. Den § dazu in Deutschland kenne ich nicht.

Deine Kollegin hat mit ihrem Erzeuger nach der Adoption nichts mehr zu tun. Mit der Adoption wird von beiden Seiten auf alle Rechte und Pflichten verzichtet.

Bei einer Adoption müßte sie für ihren leiblichen Vater nicht mehr aufkommen..er hat ja in dem Moment, sollte er einer Adoption zustimmen, alle Recht und Pflichten verwirkt!

Wenn eine Person volljährig ist, braucht sie kein Einverständnis der Eltern, um sich adoptieren zu lassen.

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