Ich habe einen Strafzettel in italienischer Sprache wegen Falschparken bekommen, muss ich den zahlen?

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5 Antworten

Den Strafzettel nicht bezahlen ist unklug; es droht Ihnen laut § 90 des OWiG ein Vollstreckungsverfahren. Seit einigen Jahren gibt es ein Vollstreckungsabkommen innerhalb der EU: ab einer Bagatelle-Grenze von 70 € werden ausländische Geldbußen auch in Deutschland von den zuständigen Behörden vollstreckt. 

Doch selbst wenn das eigentliche Bußgeld geringer ist, beachten Sie: es kommt eine Bearbeitungsgebühr hinzu, die noch zur eigentlichen Geldbuße gerechnet werden muss. Haben Sie den Strafzettel nicht bezahlt, droht Ihnen im Zuge eines Vollstreckungsverfahrens eine Haftstrafe!

https://www.bussgeldkatalog.org/urlaub/

Nach 60 Tagen verdoppelt sich sogar das Bußgeld.

Es gibt Inkassounternehmen, die von den italienischen Gemeinden beauftragt werden in Deutschland die Bußen einzutreiben. Es wäre klug darauf einzugehen.

Ansonsten droht bei der nächsten Einreise nach Italien die Zwangseintreibung und das noch nach Jahren. Das kann sogar mit der Beschlagnahmung und Zwangsversteigerung des eigenen KfZ enden.

Aha... es gibt Google und automatische Übersetzungen. Du kannst Dich nicht damit herausreden, das Zettelchen nicht verstanden zu haben, denn wer in Italien unterwegs ist, muß wohl damit rechnen, daß man dort Italienisch spricht und schreibt. Oder erwartest Du, daß diese Kommunikation in Zukunft in allen EU-Sprachen erfolgt? Das wäre doch mal wieder so eine Irrsinnsaktion des EU-Parlaments, wenn man das als Gesetz beschließen würde.

Der ADAC bietet eine Beratung zu ausländischen Ordnungswidrigkeiten an.

Und im Zeitalter der SEPA-Überweisungen kannst Du die Bezahlung sehr einfach ohne große Aufwände und Kosten auch nach Italien durchführen.

Seit dem 01.10.2010 können rechtskräftige Bußgeldbescheide aus dem europäischen Ausland auch in Deutschland vollstreckt werden.

Der ausländische Polizist hält in der Regel nur das Kenn­zeichen fest. Um das Bußgeld eintreiben zu können, muss die Behörde des Reise­landes aber wissen, gegen wen der Bescheid ergehen soll. Mithilfe des Kenn­zeichens kann sie eine Anfrage beim Kraft­fahrt­bundes­amt in Deutsch­land stellen, das die Halter­daten heraus­gibt, jedoch nur bei Verstößen, die die Sicherheit des Verkehrs gefährden.

Das sind zum Beispiel hohe Geschwindig­keit, Miss­achten einer roten Ampel oder Alkoholvergehen. Die Auskunfts­pflicht gilt nicht für Park­verstöße, sodass die Behörde den Halter in der Regel nicht anschreiben kann. Gelangt sie aber auf anderem Wege an die Halter­daten, kann sie ihn zur Zahlung auffordern und das Bußgeld voll­stre­cken lassen.

Aussitzen gilt für Briefe von Inkassobüros. Diese haben keine Möglich­keit, die Forderung zu voll­stre­cken und setzen darauf, dass der Ange­schriebene freiwil­lig zahlt. Wenn allerdings Post von einem deutschen Gericht kommt, sollte man diese genau lesen.

Am besten in Italien sofort zum Postamt gehen, und bezahlen . Dann vermeidest du den ganzen Ärger .

gammonwarmal 04.02.2016, 21:07

Ich hoffe, der Fragesteller wohnt direkt am Grenzübergang und nicht in Flensburg!

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