Wie setze ich das Studienzimmer und den Weg zur Uni im Masterstudium (Vollzeit) bei gleichzeitiger Teilzeitbeschäftigung ab?

Ich habe zwei Fragen zum Absetzen meines Masterstudiums im Rahmen der Fortbildungskosten. Ich studiere Vollzeit einen Master und arbeite gleichzeitig halbtags und beziehe daraus Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit. Das Masterstudium setze ich voll als Werbungskosten ab.

Im einzelnen ist nun die Frage, was meine "erste Tätigkeitsstätte" ist. Ich bin jeden Tag im Büro als Arbeitnehmerin und jeden Tag an der Uni. Intuitiv habe ich bisher das Büro als erste Tätigkeitsstätte angegeben, habe allerdings nun online gelesen, dass bei einem Vollzeitstudium der Studienort die erste Tätigkeitsstätte ist. Ich würde intuitive das Büro wählen, da ich über den Job ja auch meine Einnahmen generieren. Was ist an dieser Stelle "Trumpf" um die erste Tätigkeitsstätte zu bestimmen? Und wir gebe ich die andere "Arbeitsstätte" dann an? Die Uni als Reisekosten zur Fortbildung? Und falls soch die Uni die erste Arbeitsstätte sein sollte, ist mein Büro dann eine Auswärtstätigkeit?

Die zweite Frage bezieht sich auf mein häusliches Arbeitszimmer, das seit dem Beginn des Masterstudiums als Studierzimmer für das Studium genutzt wird. Wo gebe ich nun das Arbeitszimmer an? Ich habe mehrfach gelesen, dass es unter die Fortbildungskosten fällt. Ich kann in meinem Steuerprogramm detailliert die Kosten für das Arbeitszimmer berechnen und dann auf unterschiedliche Einkunftsarten verteilen (Je nachdem für welche Tätigkeiten das Arbeitszimmer genutzt wird - Gewerbe, nichtselbständige Arbeit, etc.). Sollte ich das Arbeitszimmer hier bei den "Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit" angeben? Oder entsteht dann der Eindruck, dass das Arbeitszimmer für die berufliche Tätigkeit genutzt wird? Oder sollte ich die berechneten Kosten für das Arbeitszimmer an dieser Stelle nicht berücksichtigen sondern einfach bei den Fortbildungskosten veranschlagen?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Hilfe!

Steuererklärung, Arbeitszimmer, Pendlerpauschale
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häusliches Arbeitszimmer bei vertraglicher Telearbeit - Probleme mit dem Finanzamt

Hallo zusammen, ich als "Neumitglied" möchte versuchen, das Problem so gut es geht zu schildern:

Ich habe mit meinem Arbeitgeber (öffentlicher Dienst) vertraglich vereinbart, dass ich 10 Stunden die Woche Telearbeit von zu Hause aus machen kann. Und würde deshalb gerne auch das Arbeitszimmer steuerlich geltend machen. Das Finanzamt hat jetzt die Kosten für das häusliche Arbeitszimmer im eigenen EFH nicht anerkannt. Begründung war, dass es nicht der Mittelpunkt der Arbeit darstellt. (nur 25 Prozent, nicht 50 Prozent). So weit so gut - außer Betracht geblieben ist jedoch, dass ich in der Telearbeit "Arbeiten" verrichte, die ich aus dem Büro nicht machen kann. Ich betreue unseren kompletten Internetauftritt während der Telearbeit (bzw. auch nach Dienstende / Wochenende), weil die Sicherheitsbestimmungen in der Dienststelle diese Arbeiten (CM-System mit Upload etc...) aus dem Firmennetz nicht zulassen. Des Weiteren muss ich während meiner Arbeit Pressesprecher viel konzeptionelle Arbeiten wie beispielsweise "Reden für die Geschäftsführung schreiben, Presseinformationen und Presseeinzelfalldarstellungen schreiben etc...." erledigen muss. Leider ist die Bürosituation in der Dienststelle derart schlecht, dass ich nur in einem Dreierbüro untergebracht werden kann - andere Möglichkeiten gibt es tatsächlich nicht, so dass diese Arbeiten auch nur in der Telearbeiten machen kann, im Büro ist der Geräuschpegel viel zu hoch. So dass aus meiner Sicht zumindest der beschränkte Abzug bis 1250 € geboten wäre. Wie wird das von Ihrer/ Seite aus eingeschätzt?

Grds. ist da ja noch das Einzelurteil des FG Rheinland - Pfalz Aktenzeichen 4 K 1270/09. Dort wurde entschieden, dass bei Telearbeit sogar der unbeschränkte Abzug gilt.

Ich freue mich auf Ihre/ eure Antworten.

mfg Toddy75

Steuern, Arbeitszimmer
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