Zug aufhalten strafbar?

5 Antworten

Es kommt tatsächlich darauf an, was passiert und ob dieses jemand mit technischem Verständnis prüft. Es gab schon Fälle und deshalb ist eine Gefährdung eben nicht pauschal ausgeschlossen, wo ein Seilzug oder Sensor durch das Aufreissen der Tür kaputt ging. Die Überwachung zeigte dem Triebfahrzeugführer an Türen geschlossen und verriegelt. Tatsächlich ging durch die Gewalteinwirkung die Tür so kaputt, dass die Tür aber nicht wirklich verriegelte und jemand fiel aus dem Zug und verletzte sich dabei schwer. Hier wurde die conditio sine qua non Formel nach der Äquivalenztheorie angewandt. Hierbei ist jede Bedingung Kausal, die nicht hinweg gedacht werden kann ohne das der Erfolg in seiner ganz konkreten Gestalt entfiele. Ergo: Hätte der Fahrgast nicht die Tür aufgerissen, wäre es nicht zum Defekt gekommen und ebend nicht zum Unfall. Mit solchen Folgen muss man auch rechnen, wenn man in die Technik eingreift und nimmt dieses billigend in Kauf. Eine Handlung findet auch statt, denn das Aufhalten der Tür wird durch das Gehirn gesteuert und ist deshalb kein Reflex oder derartiges. Mann muss eben auch nicht Wissen, dass dieses unter Paragraph 315 StGB StGB fällt. Man weiss aber, dass das Aufhalten von Türen, die ein nach Paragraph 47 EBO (Eisenbahn Bau und Betriebsordnung) bestimmter Betriebsbeamter gerade schließt, nicht durch Dritte aufgehalten werden darf. Wenn man sich nur Strafbar machen würde, wenn man genau wüsste wo dieses Gesetz steht, dann könnten sich ja nur Juristen strafbar machen, deshalb muss man dieses auch ohne konkretes Wissen zuordnen können. Subsumtion kann dann eben auch nicht sein, er hat es aber gut gemeint. Nein, denn er hat verbotswidrig in den Eisenbahnverkehr der Bundeseigenen Eisenbahn eingegriffen und ggf. anderen Fahrgästen die pünktlich waren einen massiven Nachteil verschafft bezüglich eventueller Anschlüsse. Man sollte deshalb nicht alles verharmlosen, dass ist nämlich das Problem in unserer Gesellschaft.

ja, das können sie durchaus. Das ist zum Einen gefährlich, zum Anderen ein Eingriff in den Bahnverkehr. Ob es tatsächlich in so einem Fall zur Anzeige kommt, steht auf einem anderen Blatt.

Rein theoretisch hast du dich strafbar gemacht. Schonmal grundsätzlich hat ein Schaffner für seinen Zug ähnliche Rechte wie ein Hausbesitzer in seinem Haus. Seinen Anweisungen sind Folge zu leisten und er kann dich jederzeit des Zuges verweisen. Eine Anzeige wäre möglich, wenn nachgewiesen werden würde, dass du Verspätungen verursacht und damit Schaden angerichtet hast. Rechtliche Grundlagen würden sich finden lassen z.b. "dadurch verhindert oder stört, daß er eine dem Betrieb dienende Sache zerstört, beschädigt, beseitigt, verändert oder unbrauchbar macht oder die für den Betrieb bestimmte elektrische Kraft entzieht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft." §316b StGB, aber eine solche Verhandlung wäre in deinem Fall lächerlich und würde wahrscheinlich von jedem Richter abgewiesen werden! Der Staat wünscht sogar Zivilcourage und wegen ein paar Sekunden Verspätung einem Mann zu helfen würde wahrscheinlich nicht bestraft werden.

Komisch dass hier Leute sogar noch dazu ermuntern, so ein Verhalten an den Tag zu legen. Siehe: "Beim nächsten Mal ..." Bloß damit einer den Zug erreicht, sollen viele Leute mit Verspätung ankommen? Das ist doch nicht euer ernst? Einfaches Beispiel: 100 Leute haben dadurch jeweils eine halbe Minute Verspätung, macht in der Summe schon 50 Minuten. Wie lange muss der Typ wohl auf den nächsten Zug warten?

Konkret: Eine strafbare Handlung gem. § 315 StGB liegt nicht vor, da es bereits am Tatbestand der Fremd- oder Sachengefährdung mangelt.

Aber: Das heißt nicht, dass es keine rechtlichen Konsequenzen geben kann. Erstens ist ein solches Verhalten ein Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen der Bahn, die im Bahnhof irgendwo aushängen und denen man mit dem Kauf einer Fahrkarte zugestimmt hat. Man begeht also streng genommen einen Vertragsbruch, wenn man den Bahnverkehr behindert. Und zweitens kann - wenn so eine Störung z.B. etwas länger anhält - durchaus der Bahn ein Schaden entstehen, etwa, wenn deshalb ein anderer Zug nicht einlaufen kann, dessen Anschlüsse nicht eingehalten werden können, weil die Regionalbahn abfährt usw. Und das kann teuer werden. Schadensersatz hängt nicht vom Vorliegen einer Straftat ab.

Wenn die Schaffnerin sich nun nicht rechtlich exakt ausgedrückt hat, kann man interpretieren, dass sie rechtliche Konsequenzen in Aussicht stellt, und so gesehen hatte sie Recht.

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