Warnblinkanlage einschalten auch wenn keine Panne vorhanden?

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Dazu aus der StVO:

§ 15 Liegenbleiben von Fahrzeugen
Bleibt ein mehrspuriges Fahrzeug an einer Stelle liegen, an der es nicht rechtzeitig als stehendes Hindernis erkannt werden kann, so ist sofort Warnblinklicht einzuschalten.

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§ 15a Abschleppen von Fahrzeugen
(3) Während des Abschleppens haben beide Fahrzeuge Warnblinklicht einzuschalten.

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§ 16 Warnzeichen
(2) Der Führer eines Omnibusses des Linienverkehrs oder eines gekennzeichneten Schulbusses muß Warnblinklicht einschalten, wenn er sich einer Haltestelle nähert und solange Fahrgäste ein- oder aussteigen, soweit die Straßenverkehrsbehörde für bestimmte Haltestellen ein solches Verhalten angeordnet hat. Im übrigen darf außer beim Liegenbleiben (§ 15) und beim Abschleppen von Fahrzeugen (§ 15a) Warnblinklicht nur einschalten, wer andere durch sein Fahrzeug gefährdet oder andere vor Gefahren warnen will, zum Beispiel bei Annäherung an einen Stau oder bei besonders langsamer Fahrgeschwindigkeit auf Autobahnen und anderen schnell befahrenen Straßen.

Die §§ 15 und 15a schreiben vor, wann Warnblinklicht eingeschaltet werden muss.

§ 16 ist zu entnehmen, dass Warnblinklicht z.B. dann eingeschaltet werden darf, wenn man andere durch sein Fahrzeug gefährdet. Das kann beim Rückwärtsfahren durchaus gegeben und Warnblinklicht daher zulässig sein, insbesondere dort, wo man in der Regel nicht mit Rückwärtsfahrern rechnet, etwa auf Ortsdurchgangsstraßen.

Doch, das Einschalten in den von dir genannten Fälle ist nicht von der StVO abgedeckt. Der Grund ist die besondere Auffälligkeit, die die Warnblinkanlage haben soll und die verloren ginge, wenn Hinz und Kunz sie bei jedem irgendwie speziellen Rangiermanöver einschalten würden. Allerdings darf bzw. muss die Warnblinkanlage eingeschaltet werden, wenn du das letzte Fahrzeug eines Staus bist. Ausschalten nicht vergessen, wenn's wieder läuft.

Also, wenn man sich nur drehen oder wenden will, sollte man lieber den normalen Blinker einschalten, aber ansonsten bin ich auch der Meinung, die Warnblinkanlage lieber 1x mehr als zu wenig einzuschalten. Wenn es eine unübersichtliche Lage oder Situation ist, wird man bei den Ordnungshütern sicher auch Gnade finden.

Vielen Dank. Aber es kommt leider auf den jeweiligen Ordnungshüter an. Dass ist das Problem. Viele Grüße Lamplight und viel Erfolg bei den Reportagen!!

Hallole zusammen

En von den Gültigen gesetzestexten abweichendes verhalten wird zum beispiel bei rückwärtzfahrenden LKW fahrern durchgeführt weil diese nicht den gesammten verkehrsraum einsehen können und beispielsweise mit Hängerbetrieb so als Hinderniss auftreten können . Des weiteren ist jegliche Art von verkehrsicherungspflichten davon berührt . keiner wird Dir einen strick draus drehen wenn du mit einem langsammeren gespann ode einem Bus wendest und dabei eventuell zurückstossen mußt. . willst du aber erlaubnisswidrig Wenden wird man dich nicht wegen möglicher Warnbinkanlagennutzung verdonnern sondern wegen verkehrsgefährdendem Wenden.

Sobald eine gefährdung anderer durch Dein Fahrzeug auftreten kann ist die Warnblinkanlage einzuschalten ...Fertig und so einfach zu erklären.. Joachim ( mit 3,8 Millionen gefahrenen km auf LKW und PKW)

Wie JLOETHE schon schrieb, bei LKW-Fahrern ist es eher üblich, die Warnblinkanlage einzuschalten, wenn man z.B. in einer Baustelle auf oder an einer befahrenen Straße:

  • rückwärts fährt
  • auf der Strasse wendet
  • baubedingt auf einer Fahrspur steht oder die gesamte Strasse vorübergehend blockiert

Das hat mich in meiner langjährigen Praxis nie irgendwie in Konflikt mit der Polizei kommen lassen. Ein Streifenwagen hält da genau so "brav" an und wartet, wie jeder Andere auch.

Bei normalem Halt an der Straße nutze ich allerdings auch den rechten Blinker.

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