.Unsere Nebenkostenabrechnung wurde immer in Personenzahl und qm abgerechnet .Jetzt plötzlich nur noch in qm .Es war nicht vertraglich vereinbart?

5 Antworten

Nur weil 20 Jahre nach Personen abgerechnet wurde ergibt das keinen Anspruch das der Vermieter das weiter so machen muß.

Diesen Anspruch gäbe es nur wenn die Umlage nach Personen vertraglich vereinbart ist.

Also, Mietvertrag raus suchen und nachsehen ob dort die Umlage bestimmter Betriebskostenarten nach Personen vereinbart ist.

Wenn Nichts zum Verteilerschlüssel im Mietvertrag vereinbart wurde, so gilt:

Das Gesetz gibt als Verteilerschlüssel in der Nebenkostenabrechnung die Wohnfläche vor.

Vermieter und Mieter sind an diese Regelvorgabe aber nicht gebunden und können einen abweichenden Verteilerschlüssel, beispielsweise auch die Personenzahl, für maßgeblich vereinbaren (§ 556a II BGB).

Gewohnheitsrecht, nur weil " es immer nach Personen abgerechnet wurde" gibt es nicht.

gut aber 20ja wurde das immer so gemacht und angekündigt wann umgestellt wird wurde auch nicht sondern einfach im jetzt vom vermieter zu zugrunde gelegt

@streeetbob58

Ja und? Wenn Nichts anderes ausdrücklich im Mietvertrag geregelt wurde, dann hat immer das gültige Mietrecht Anwendung. Und das sieht nun mal i.d.R. den Verteilerschlüssel nach m2 vor....

@streeetbob58

dass es "immer so gemacht"  wurde, spielt keine rolle. allerdings hat der vermieter eine informationspflicht und eine geänderte regelung ist nur vor beginn eines neuen abrechnungszeitraumes zulässig, § 556a Abs. 2 S. 2 BGB.

die abänderung im laufenden abrechnungsjahr ist nicht zulässig


@baghera

Gut erklärt, genau so ist es...

Es gibt dazu verschiedene Urteile. Der Vermieter darf zB. den Verteilschlüssel ändern, wenn eine Partei dabei extrem benachteiligt wird. Das sollte er im Fall der 6 köpfigen Familie dann beweisen müssen. Ansonsten sind vertraglich vereinbarte Umlageschlüssel bindend.

http://www.urteile-mietrecht.net/Verteilung-Nebenkosten.html

das gesetz räumt dem vermieter die möglichkeit ein, von dem vertraglich
vereinbarten umlageschlüssel abzuweichen. er kann durch schriftliche
erklärung bestimmen, dass die betriebskosten zukünftig ganz oder
teilweise nach einem maßstab umgelegt werden, der dem erfassten
unterschiedlichen verbrauch oder der erfassten unterschiedlichen
verursachung rechnung trägt, § 556a Abs. 2 S. 1 BGB.

so eine erklärung gegenüber dem mieter ist jedoch nur vor beginn eines neuen abrechnungszeitraumes zulässig, § 556a Abs. 2 S. 2 BGB.

die abänderung im laufenden abrechnungsjahr ist nicht zulässig (§ dito). eine rückwirkende änderung ist ausgeschlossen.

Das ist aber gerade nicht der Fall (Umstellung PS auf WF), es ist genau das Gegenteil.

@albatros

ich habe nicht beschrieben, in welche richtung die änderung geht oder zu gehen hat, sondern dass die möglichkeit dazu besteht und dass sie nicht ohne ankündigung, ´mittendrin´ oder rückwirkend zulässig ist.

Es gibt kein Gewohnheitsrecht im Mietrecht.

Ob und was der Vermieter darf steht hier:

http://www.nebenkostenabrechnung.com/vermieter-abrechnungsmassstab-aendern/

nun aber bisher wurde immer so abgerechnet wie oben beschrieben

@streeetbob58

Selbst wenn etwas bisher etwas so gemacht wurde, es gelten die gesetzlichen Bestimmungen und nochmal:

Kein Gewohnheitsrecht

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