ich will aus einem verbindlichen Kaufangebot austeigen weil die Finanzierung nicht passt was wird das kosten

5 Antworten

Es gibt die Möglichkeit, gegen "Konventionalstrafe" jeden Vertrag zu "brechen". Es ist natürlich Verhandlungssache zwischen den Vertragspartnern. Ist dem Kontrahenten ein Spekulationsgewinn entgangen, wirst Du natürlich auch dafür haften müssen. Eine Lösung gibt es immer.

Nun, wenn Du das vor einem Notar unterschrieben hast, steht auch in dem Vertrag, was passiert, wenn Du nicht zahlst. Das sollte Dir auch der Notar an der Stelle erklärt haben.

Wenn es sich um eine Art Vorvertrag handelt (also ohne Notar), solltest Du noch mal nachsehen, ob eine Rücktrittsklausel enthalten ist.

Ein Rücktrittsrecht hast Du innerhalb bestimmter Fristen, wenn Du den Vertrag bei Dir zu Hause oder an Deinem Arbeitsplatz unterschrieben hast. (Scheidet beim notariell beglaubigten Kaufvertrag schon mal aus, da das normalerweise beim Notar im Dienstzimmer abgewickelt wird.)

Ein Wohnungskauf muss in Deutschland von einem Notar beurkundet sein sonst ist er unwirksam. Auch Dein verbindliches Kaufangebot muss zur Wirksamkeit notariell beurkundet sein. Es wird dann in dem Vertrag sicher bestimmt sein, wie lange Du an dieses Angebot gebunden bist, falls der Käufer dann in diesem Zeitraum dein Angebot notariell annimmt kommt ein gültiger Kaufvertrag zustande.

Wenn der Vertrag bzw. Dein Angebot nicht von einem Notar beurkundet worden ist, musst Du im Prinzip noch nicht einmal zurücktreten, weil der Vertrag ja unwirksam ist. Du musst dann auch keine Schadensersatzforderungen des Verkäufers, Maklers usw. erfüllen.

Wenn der Vertrag vom Notar beurkundet worden ist, kannst Du (außer es ist eine Rücktrittsmöglichkeit im Vertrag aufgeführt) nicht zurücktreten. Wenn Du nicht bezahlst, z.B. weil Du keine Finanzierung mit einer Bank abgeschlossen hast und kein Geld bekommen hast, wird der Verkäufer Dir eine Nachfrist setzen bis zu welcher Du zu bezahlen hast. Nach dem Ablauf der Frist wird ER vom Vertrag zurücktreten und die Wohnung an einen anderen verkaufen. Von Dir wird er dann seinen Verlust als Schadensersatz verlangen. Dieser Schadensersatz umfasst folgendes:

  • Unterschiedsbetrag zwischen deinem Kaufpreis und dem dann erzielten Verkaufspreis,

  • Verzugszinsen (zur Zeit 8,19 %),

  • die in der Zwischenzeit neu angefallenen Kosten wie z.B. noch mal Makler, Hausgelder

Die Gefahr, dass Du da einen Schadensersatz von 20-30 % des Kaufpreises bezahlen musst ist sehr hoch.

Vertrag ist Vertrag, da hilft nur, dass der Vertragspartner bereit ist von dem Vertrag zurueckzutreten und/oder einen neuen Vertrag machen will. Buergerliches Gesetzbuch BGB Vertragsrecht;

Wer mit solchen Summen umgeht sollte wissen das ein Form-gebundener Vertrag nicht einfach, einseitig aufzulösen ist!

Du wirst ohne Zahlung nicht in das Grundbuch eingetragen ! Nach fruchtlosem Ablauf der Zahlungsfrist wird der Verkäufer beantragen den Verkaufs Vermerk aus dem Grundbuch zu streichen !

Wenn Du arm bist und Er schlau, wird Er dich in Ruhe lassen,anderenfalls wirst Du für einen Saftigen Ausfall haftbar gemacht werden können !

Bei der Summe, Notar-Gebühren ?

Dir kann man wirklich nur Glück wünschen !

Eddy21

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