Einzug in Haus mit Schimmel im Keller?

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7 Antworten

Oh man. Aufbudeln, Drainage, Neuabdichtung...

Raus geworfenes Geld, ohne dauerhafte Wirkung, mit welchem sich viele Firmen eine goldene Nase verdienen.

Ich hatte einen feuchten Keller in meinem alten Häuschen (Bj. 1925). Nachbarn meinten auch was von aufsteigender Feuchte, defekter Abdichtung, etc.. Fast nichts stimmte.

Eine Temperierschleife im Keller für 250,-EUR Materialkosten - selbst eingebaut - wirkte wahrlich Wunder. In einer gefrästen Mauernut ca. 5-10cm über dem Kellerfußboden innen an den Wänden entlang legte ich ein Kupferrohr ins Mauerwerk ein und putzte dieses ein.

Über ein RTL-Ventil im Rücklauf des Rohres an die Heizung angeschlossen, sorgte die Wärme für ein zügiges Abdampfen der Feuchtigkeit aus den Kellermauerwerk. Die Luftfeuchte im Keller ging deutlich zurück von anfänglich 90-95% auf nun 40-60%. Schimmel hat nun keine Chance mehr.

Damit bekam ich für nur 250,-Euro zuzüglich etwas Heizkosten einen dauerhaft trockenen Keller ohne aussen etwas aufbudeln zu müssen, ohne Drainage (Schichtenwasser liegt sowieso bei mir einem halben Meter unter der Kellersohle) und ohne neue Abdichtung.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Gratulation! Das scheint wirklich eine sehr gute Lösung für solche Fälle zu sein. Das kann aber der Mieter nicht einfach selbst einbauen. Dazu müßte er den Vermeiter motivieren und ein wenig mehr für Heizkosten einkalkulieren.

@bwhoch2

Der Fragesteller will das Haus von Bekannten anmieten. Da denke ich, gibt es Verhandlungsspielraum, vor allem bei einer Maßnahme, die nicht so viel kostet, auch wenn es der Heizungsbauer erledigen muss.

Das ist aber nicht Sache des Mieters. ;-)

Hier sind schriftliche und detaillierte Vereinbarungen zwingend notwendig!

Fakt ist:

Unbedenkliches Wohnen dürfte in diesem Haus nur möglich sein, wenn der Schimmel und vor allem die Ursache entfernt wird.

Renovierungsarbeiten durch den Mieter müssen fachmännisch ausgeführt werden.

Im Mietvertrag sollte deshalb nicht stehen, dass der Mieter als Gegenleistung für die günstige Miete die Instandhaltung des Hauses übernimmt.

Oder du solltest dir über sie realistischen Kosten einen Überblick vberschaffen, z.B. durch Kostenvoranschläge.

Wenn du die Kosten übernimmst, wäre auch wichtig, dass der Mietvertrag entsprechend lang vereinbart wird.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Eine Bauexpertise ist natürlich an Hand von ein paar Bildern nicht möglich, aber man kann wohl erkennen, dass da Feuchtigkeit von Außen ins Mauerwerk dringt.

Das ist nur mit ganz grundsätzlichen Maßnahmen in den Griff zu bekommen: Grundmauern aufgraben und alte Außenhaut abhacken, abschleifen - bei Baujahr 1945 wird da nicht viel gemacht worden sein. Über den ganzen Sommer trocknen lassen und dann alles neu verputzen und mit modernen Mitteln abisoliern. Idealerweise noch eine gute Drainage einbauen. Dann ist der Keller wieder o.k.

Da weder der Vermieter noch Du dieses Geld investieren wollen, kann man nur kosmetisch von innen vorübergehend Abhilfe schaffen.

Bei den ganz schlimmen Stellen den Innenputz abhacken, austrocken, neu verputzen und alles mit schimmelverhindernder Farbe streichen. Das hilft über die nächsten paar Jahre und verhindert die Schimmelsporen und der Luft. Ist aber natürlich nur ein kurzeitige Lösung. Wahrscheinlich mußt Du alle 2-3 Jahre wieder neu drüberstreichen.

NEIN, NEIN, NEIN

Die Feuchte kommt nicht von Aussen. Es ist doch nur in den Ecken feucht. Gerade in den Ecken kühlt sich Luft stark aus (weil sie fast steht) und hinterlässt an den Oberflächen Feuchtigkeit. Die Feuchte kommt sehr oft von innen aus der Raumluft - gerade auch im Keller, weil es dort kalt ist.

Hier hilft die Temperierung einfach und preiswert.

Da muss nichts teuer und aufwändig aufgegraben werden. Nach der für viel Geld erneuerten Aussenabdichtung kann sich trotzdem innen Kondensat und Feuchte an der kühlen Wandoberfläche bilden. Dann ist das Geld zum Fenster raus geworfen.

Also erst die Temperierung mittels einfachen unter Putz gelegten heizwasserdurchfossenem Kupferrohr und RTL-Ventil, dann schauen, wie es trocknet. Aufbudeln kann man immer noch - aber es wird nicht mehr nötig sein.

@Onki73

Übrigens, das will ich gerne bestätigen. Ein Architekt, der viel in der Altbausanierung tätig ist (Denkmalschutz) hat mir das auch mal so erklärt (auch in einem Fachartikel) und damit beste Erfahrungen gemacht. Ist aber nichts für Mieter, sondern nur für Vermieter bzw. Eigentümer solcher Häuser.

ja, der vermieter muss was machen, aber ich würde dort nicht einziehen, jetzt weißt du auch warum das so billig ist

meistens ist die Feuchtigkeit von außen eingezogen und müsste auch von außen abgedichtet werden

Woher kommt die Erkenntnis, dass die Feuchtigkeit meistens von außen einzieht? Meines Wissens nach, wandert die Feuchte immer dem Feuchtegefälle nach und da es im Haus oft feuchter ist als aussen (absolute Feuchte), wandert die Feuchte von innen nach aussen.

Die entscheidende Frage für Dich als Mieter ist, ob die Wohnetagen frei von Schimmelsporen sind.

Du willst doch eigentlich eine Wohnung mieten und kein Haus, oder?

Der Keller trägt die oberen beiden Stockwerke und das macht er doch bestimmt ganz gut. Da Du keine Kartoffeln und auch keine Kohlen lagern willst, lass den Keller einfach leer und ungenutzt. Niemand zwingt Dich, da war runter zu stellen.

Dann könntest Du die Kellertür einfach abdichten und verschließen, die Fenster im Keller sollten einfach zum Lüften etwas offen bleiben, aber meistens sind die Fenster im Keller sowieso nicht dicht.

Das entscheidende ist, dass die Wohnetagen frei von Schimmel sind und da solltest Du einfach beobachten, ob im Lauf der Zeit im Erdgeschoss vor allem an den Außenwänden von unten Feuchtigkeit aufsteigt und sich ggf. Schimmel bildet. Das wäre dann wirklich ein Alarmsignal. Aber Du schreibst, dass es innen ganz sauber ist. Gelüftet wird auch noch sehr viel, bis Ihr eingezogen seid und wenn die Tür zum Keller dicht ist, kann auch nichts passieren. Man sollte sich außerdem immer vergegenwärtigen, dass es keine schimmelfreie Luft gibt. In keiner Wohnung und letztlich auch nirgendwo draussen. Schimmel gehört zur Natur dazu. Die Konzentration und die Konzentration bestimmter Arten von Schimmel ist maßgebend.

Den Keller zu sanieren, kannst du im Grunde vergessen. Als Mieter kommt das sowieso nicht in Frage und für den Vermieter ist die Sache bei einem Haus von 1945 vermutlich sowieso viel zu teuer. Entscheidend ist aber, dass der Keller als Fundament des Hauses stabil ist und das Haus trägt. Davon darfst Du ausgehen. Und das sollte dann auch die einzige Funktion sein, mal abgesehen davon, dass vielleicht etwas Technik im Keller installiert ist.

Unter diesen Umständen kannst du bestimmt erst mal einziehen. Garantien wirst Du vom Vermieter nicht bekommen und zum Investieren ist er auch nicht verpflichtet.

Falls Du gesundheitliche Bedenken wegen der Kinder hast, denke einfach daran, dass schon sehr viele Generationen von Kindern in nicht ganz sauberer Umgebung gesund groß geworden sind. Oftmals ist es für Kinder auf Dauer viel schlimmer, in einer allzu sterilen Umgebung aufzuwachsen und im Lauf der Kindheit viel zu wenig Dreck zu erleben.

Denke auch mal dran, dass Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen und viel im Stall sind, meistens gesünder sind, als andere und auch an die Kinder, die jahrelang in einem Waldkindergarten rumtollen können.

Danke erstmal sehr hilfreich, ja unten ist der Keller dann führt vom Keller eine Treppe hoch ins Haus. Ab oben ist wirklich alles sauber da kann man nicht meckern. Die Feuchte und der Schimmel ist wirklich nur im Keller

@VerfluchtesGeld

Also dann, zieh in das Haus. Du wirst Deinen Kindern viel Freude und vermutlich eine tolle Kindheit darin bescheren.

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