Der Arbeitgeber plaudert über die Privatinsolvenz...

5 Antworten

Genauso wie du über betriebliche Belange nicht plaudern darfst, darf auch dein AG nicht über deine privaten Angelegenheiten tratschen. Dein AG verletzt damit datenschutzrechtliche Belange und verstößt meiner Ansicht nach gegen seine Fürsorgepflicht, die sich aus den §§ 617 bis 619 BGB als Nebenpflicht aus dem Arbeitsvertrag ergeben.

Du kannst deinen AG abmahnen, weil er diese Pflichten verletzt und ihn auffordern, das ab sofort zu unterlassen. Ich würde mir auch überlegen, ob ich bei so einem AG überhaupt länger beschäftigt sein will...

Na, in der heutigen Zeit ist es im Handwerk leider nicht ganz so einfach, einen fest angestellten Job zu bekommen, der NICHT über eine Zeitarbeitsfirma läuft. Da muss ich mal in mich gehen, und mir überlegen, welche Konsequenzen ich da für mich ziehe. Danke für die Info!

Er als Arbeitgeber hat über dich als Angestellten genauso Stillschweigen zu bewahren wie du dich nicht über Betriebsgeheimnisse äußern darfst. Hat er schon mal schwarz gearbeitet? Oder Lohn bar ausgezahlt? Wie auch immer: Sprich ihn mal drauf an, und frage auch gleich mal, wie er sich das vorstellt, wenn du mal über Betriebsinterna mit Außenstehenden sprechen würdest.

Theoretisch kannst auch du deinen Arbeitgeber abmahnen, wenn er Personalverhältnisse öffentlich macht! Aber seien wir ehrlich: wem würde das helfen? Dir bleibt nur, dich dem einfach ganz mutig zu stellen und da offen mit umzugehen. Es ist wie es ist! Außerdem würde ich daher einen neuen Arbeitgeber suchen und dann bei deinem jetzigen fristlos kündigen, da das Vertrauensverhältnis absolut erschüttert ist.

Ich denke auch, dass der Arbeitgeber mit diesen persönlichen und eher vertraulichen Informationen nicht hausieren gehen darf.

Frag doch mal Deinen Insolvenzverwalter, was der dazu sagt... Der ist ja auch Anwalt.

Ich kann gut verstehen, dass Du nicht so gerne hast, wenn nun im neuen Umfeld alle möglichen Leute über Deine Privatinsolvenz Bescheid wissen. Das Hauptproblem ist wohl, dass nun "das Kind in den Brunnen gefallen" ist. Eine Abmahnung oder was auch immer man da unternehmen würde, nützt ja leider nichts mehr, wenn es erst mal "rumgetragen" ist.

So sieht es aus. an und für sich ist es mir nicht wirklich so wichtig, ob es jemand weiß. Ich bin eher sehr enttäuscht von dem Verhalten.

Über Recht und Gesetz haben dich meine Vorredner aufgeklärt. Gestatte mir nun eine persönliche Meinung . Ich bin genau wie du im 3. Jahr der PI , habe vor 1,5 Jahren den Job gewechselt. Von einem Filialunternehmen in einen kleinen Familienbetrieb. AG natürlich schon beim Vorstellungsgespräch informiert . 3. Arbeitstag , mein Chef kommt rein und sagt vor versammelter Mannschaft: " Dieser Treuhänder hat mich angeschrieben, sagen Sie ....wohin soll ich eigentlich Ihr Gehalt überweisen ????" Zuerst habe ich geguckt wie ein Ufo , aber dann habe ich mir gedacht " Okay , jeder weiß bescheid, kein Raum für Spekulationen und Getuschel !" Ich gehe ohnehin offen damit um . 1. Eine Inso ist kein Grund sich zu schämen , im Gegenteil , sie löst deine finanziellen Probleme und zeigt das du dich ihnen gestellt hast ! 2. Du bist nicht allein ! Insolvenzen nehmen immer mehr zu , sind schon fast Standart heutzutage . Also , Bauch rein , Brust raus ! ;-) Wenn dich jemand darauf anspricht , erkläre warum und wieso du dich dazu entschieden hast . Denn so ist es doch , man trifft diese Entscheidung selbst ! Und das ist klug ! Andere stecken vielleicht den Kopf in den Sand , damit der Gerichtsvollzieher sie nicht findet ;-) Was denkst du wie oft ich höre " Hatte ich auch schon " oder " Meine Tochter / Sohn / Freund / Onkel etc auch " Mach dir nicht so viele Gedanken :-)

Nein das darf er auf keinen Fall, dein Arbeitgeber hat Schweigepflicht.

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