Darf ein KFZ_Händler ohne Mehrwertsteuer verkaufen?

5 Antworten

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Also es ist so:

Kauft der Gebrauchtwagenhändler von Privat oder von einem Kleinunternehmer der nicht zur Ausweisung von Umsatzsteuer verpflichtet ist (§19(1)UStG) dann muss der Händler nur die Differenz zwischen EK und VK versteuern. Das nennt man Differenzbesteuerung(§25aUStG)

Kauft ein Unternehmer dieses Auto darf er auch nur die ausgewiesene Umsatzsteuer (in seinem Falle ja Vorsteuer) vom Finanzamt zurückverlangen.

Ins Betriebsvermögen aktiviert man dann den Aufwand was ja BruttoEK-USt ist. Es sei den der Unternehmer der den Wagen gekauft hat ist Kleinunternehmer. Der aktiviert den wagen dann mit USt ins Betriebsvermögen.

Wow, vielen Dank für deine Erläuterung! Das bringt auch ne Menge Licht ins Dunkel..

@Rubina: das mit der Differenzversteuerung war schon richtig, dafür DH. Aber Vorsteuer kann der Unternehmer nicht vom Finanzamt zurückverlangen, da die Privatperson und auch der Kleinunternehmer keine USt ausweist. Bei Differenzversteuerung fällt also beim Kauf keine Vorsteuer und beim Verkauf keine Umsatzsteuer an, sondern nur auf die Differenz zwischen Einkauf und Verkauf ist Umsatzsteuer abzuführen. Aufwand wird nicht aktiviert, sollte das Auto beim Jahresabschluss noch im Umlaufvermögen sein, wird es dann per Warenbestand aktiviert und zwar Brutto egal ob Kleinunternehmer oder nicht.

Das kommt auf die Firma an. Ist er Kleinunternehmer fällt die MWST weg. Aber dann muss der Grund der MWST Befreiung in jedem Falle aufgeführt sein.

Oder bei innereurpäiischen Handel etc etc gibts Nettoregelungen. Aber immer muss der Ausnahmegrund schrftl mit § genannt sein. Sonst kurz nochmal hingehen. Dem Typen droht ja finanzrechtlich irgendwas, da er nicht legal seine Rechnung ausweist.

Vor allem bewahre die alte Rg gut auf, dass er nicht die MWST noch draufrechnet, sondern rausrechnet.

Ok, jetzt macht es Sinn. Danke für die wertvolle Info!

Beim gebrauchtwarenhandel kann es auch sein dass der "Nichtkleinunternehmer" Ware ohne UStausweis verkauft. Aber auch das muss auf der Rechnung vermerkt sein. Verkauft der Unternehmer z.B. einen gebrauchten Gegenstand den er selbst von Privat gekauft hat zum gleichen Preis wie sein EK war, muss er darauf keine Umsatzsteuer erheben.

Die ausgewiesene MWSt ist nur für Gewerbetreibende interessant. Also nicht für Privatkunden, der Autohändler wird eh nach seinen Umsätzen besteuert und da ist die Steuer mit drinne. Wenn MWSt "erlassen" wird vom Verkäufer heisst das nur: Er bezahlt sie für Dich. Ist eigentlich nur ein Werbegag! Selbst wenn ein Verkäufer das macht, ist auf der Rechnung eine MWSt enthalten und ein Gewerbetreibender kann sie auch absetzen.

Der Gewerbetreibende kann sie nur absetzten, wenn er seinen Gewinn nach § 4 Abs. 3 EStG. ermittelt, also eine Einnahmenüberschussrechnung erstellt - hier wären es Betriebsausgaben. Und bei Autoverkäufern ist das kein Werbegag, sondern hängt mit dem § 25 a UStG zusammen, da darf er keine MWST ausweisen, weil im Verkaufspreis keine drinsteckt! Die ausgewiesen MWST ist nicht nur für Gewerbetreibende sondern auch für Selbständige interessant...

@pollo

"wenn er seinen Gewinn nach § 4 Abs. 3 EStG. ermittelt, also eine Einnahmenüberschussrechnung erstellt"
.
Hä?

@pollo

Weil ich wohl Tomaten auf den Augen hatte. Ich hatte "also keine Einnahmenüberschussrechnung erstellt" gelesen.
 
Ich ziehe mein "Hä?" beschämt zurück.

@EnnoBecker

Okay, auf nen Sonntag morgen um kurz vor 10 hätte ich auch noch Tomaten auf den Augen... :-)

Ja das muss er sogar. (§ 25a UStG.)Meistens werden Fahrzeuge mit dem Bruttopreis offeriert (warum sollte das auch anders sein, Aldi etc. schreiben die Preise doch auch nur Brutto). Oftmals ist aber ein kleiner Vermerk "MWST ausweisbar". Wenn man vorsteuerabzugsberechtigt ist, aus welchen Gründen auch immer, sollte man hier beim Autokauf darauf achten und den Verkäufer gezielt danach fragen. Fazit: der Käufer hat echt Pech, denn er darf keinen Vorsteuerabzug vornehmen.

DH, so ist es. Der Käufer sollte dann den Händler fragen, ob der nicht auf die Differenzbesteuerung verzichten möchte. Das Fahrzeug würde dann etwas teurer werden, was den Bruttopreis betrifft, aber dafür könnte man die Vorsteuer ganz normal abziehen. Also als unternehmerischer Verkäufer würde ich darauf sogar bestehen - oder woanders kaufen.

@EnnoBecker

Das geht doch gar nicht. Die USt ist ja nicht ausweisbar. Mach er es doch, schuldet er die Steuer nach § 14 c UStG und hat trotzdem aus der Anschaffung keinen Vorsteuerabzug. Jetzt stelle Dir deine Antwort vor bei Einkauf 9.900 und Verkauf für 10.200 Brutto... das wird teuer und zum Minusgeschäft... Mehr Marge hat man gewöhnlich nicht beim Pkw Verkauf

@RautenMiro

Doch, geht. Der Unternehmer kann für jede Lieferung auswählen, ob er differenzbesteuert oder regelbesteuert, § 25a (8) UStG.
 

Unter Umständen kann man beim Händler einen Gebrauchtwagen kaufen auf den keine USt anfällt. Lies mal §25aUStG dazu...

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