Berufsgenossenschaft befreiung für Einzel+Kleinunternehmer?

5 Antworten

In einigen Branchen (auch dem Friseurhandwerk) ist die BG auch für Alleinunternehmer Pflicht. Das ist die gesetzliche Unfallversicherung. Sobald Angestellte beschäftigt werden, muss jeder Arbeitnehmer die Beiträge im Umlageverfahren zahlen.

Dafür dass du pflichtversichert bist, hast du aber auch den Schutz dieser Versicherung. Die hat längst nicht jeder Selbständige.

Du musst dich nach Unternehmensgründung zwar bei der Berufsgenossenschaft anmelden, solange du allerdings kein Arbeitgeber bist - also keine Arbeitnehmer beschäftigst - musst du keine Beiträge zahlen. Das gilt nicht nur für Kleinunternehmer wie dich, sondern überhaupt. Berufsgenossenschaft sind Versicherungen für Arbeitnehmer. Nur anmelden musst du dich und eine Nullmeldung machen = Null Arbeitnehmer. Also stell das bei der BGW einfach klar.

Ok das habe ich ja auch angegeben. Aber warum fordern die trotz allem diesen Betrag von mir?

@kofirstface

Weil der BG-Beitrag u.a. ein Versicherungsschutz ist, und Du den ab Gründung genossen (aber nicht bezahlt) hast. Du kannst Dich nicht rückwirkend befreien lassen.

Das ist insoferne falsch, als es auf die Berufsgruppe ankommt, ob der Unternehmer selbst BG-pflichtig ist oder nicht. Wie "Barbara58" sehr richtig ausführt, gilt dort das Inhaberprinzip.

In bestimmten Branchen besteht eine BG-Pflichtmitgliedschaft auch für den Unternehmer selbst. Im Friseurhandwerk trifft das zu, weswegen Du als Pflichtmitglied in der BG geführt wirst. Der Beitragsbescheid ist insoferne korrekt, da der BG-Schutz ab Gründung galt. Du kannst Dich aber - wie Dir die BG ja mitgeteilt hat - für die Zukunft davon befreien lassen, da Du keine Angestellten und keinen Laden hast. Ob Du das machen solltest, ist schwer einzuschätzen. Der BG Schutz ist in vielen Fällen (Unverträglichkeiten / BU) weitaus besser als die EU Rente oder die Ansprüche gegen die Krankenkasse. Insofern wäre ich diesbezüglich vorsichtiger.

Frag doch mal direkt an der Quelle nach.

KLICK

Alle Arbeitnehmer aus dem Gesundheitsdienst und der Wohlfahrtspflege sowie der Friseur- und Kosmetikbranche - auch geringfügig Beschäftigte und im Unternehmen mitarbeitende Ehegatten im Rahmen eines Beschäftigungsverhältnisses - sind versicherungspflichtig in der BGW. Dabei ist der Begriff der „Friseur- und Kosmetikbranche“ recht umfassend zu verstehen. Konkret bedeutet das: Wenn Sie Inhaber eines Friseursalons, Kosmetikstudios, Nagelstudios, Fußpflegesalons, Visagistenstudios, Schlankheitsstudios, Sonnenstudios, Tätowier- und Piercingstudios, Massagesalons usw. sind, dann sind Ihre Arbeitnehmer also in der BGW versicherungspflichtig. In einigen Branchen sind sogar die Unternehmer selbst versicherungspflichtig. Dies betrifft Sie nur dann, wenn Sie als selbständiger Friseur, Masseur oder Fußpfleger tätig sind. Hierbei gilt das „Inhaberprinzip“. Das bedeutet, dass jeder Saloninhaber einen eigenen Beitrag zu zahlen hat, selbst dann, wenn er als passiver Mitinhaber gar nicht selbst im Salon arbeitet. Mitarbeitende Ehegatten sind nur im Falle eines bestehenden Beschäftigungsverhältnisses mit Arbeitsvertrag und angemessener Vergütung versicherungspflichtig. In der Unternehmerversicherung der Berufsgenossenschaft gibt es jedoch unter ganz bestimmten Voraussetzungen eine Möglichkeit der Beitragsbefreiung.

Schau doch mal hier: http://www.friseur-unternehmer.de/pages/versicherungen/die-wichtigsten-versicherungen-im-DCberblick/die-berufsgenossenschaft.php

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