Wenn Mutter ins Pflegeheim muß, ist das Haus dann weg?

5 Antworten

Ihr dürft das Haus natürlich behalten. Es kann aber gut sein, dass Ihr für den Differenzbetrag aufkommen müsst, zwischen den Kosten des Heimes und der Rente Eurer Mutter.

Sie sind noch keine Erben sondern Beschenkte- noch lebt Ihre Mutter. Reichen die wirtschaftlichen Mittel incl. z.B. Leistungen der Pflegekasse nicht aus, um die Heimunterbringung zu begleichen, das Sozialamt eingeschaltet wird wegen der Restsumme, dann fällt neben Barvermögen auch das an sie übertragene Haus in das Vermögen, welches es zu verwerten gilt, bevor das Sozialamt eintritt. Das ist auch gut so, ich möchte nämlich nicht für ihre Mutter mit meinen Steuergeldern aufkommen müssen, während sie das Haus behalten, das werden sie sicher verstehen. Sie können das ja abwenden, indem sie und ihre Schwester sich die Restkosten fürs Heim teilen. Dann interessiert die Schenkung niemanden.

Wie ich solche Sätze hass: "ich möchte nicht für Ihre Mutter mit meinen Steuergeldern aufkommen müssen". Ich will lediglich eine Info was auf uns zukommen könnte und schon gibts Moralapostel.

@ninak

Das hat nichts mit Moralaposteln zu tun, das ist Fakt! Wie viele gibt es, die meinen, sich das Eigentum/ Vermögen der Eltern anzueignen, egal wie auch immer (Schenkung etc.) und dann meinen- der Staat wirds schon richten, ich habe meinen Teil und nach mir die Sintflut. Arbeiten sie mal im Sozialamt, da hören sie die atemberaubendsten Stories, warum das schöne große Haus und die 100000,--€ die man von der Mama vor einem Jahr geschenkt bekommen hat, nicht verwendet werden können um die Heimkosten zu tragen- sie könnten speien!

@ninak

Kann ich nur zustimmen. Wer ins Pflegeheim muss, kann schließlich auch nichts dafür und noch etwas: Zur Zeiten der DDR, hatte damals noch der Staat ein Pflegeheim bezahlt. Also auch wenn vieles gegen die DDR spricht. Aber es hieß nicht so, wie im Westen: "Wer hat, der hat!" Da zählte man selbst noch als Arbeiter. Ich finde, dass man sich in Zukunft sowieso um ein besseres Pflegesystem bemühen sollte, was die Finanzen betrifft. Den man soll ja auch immer älter werden.

Man kann auch noch dazusagen: Wenn man auf seine Mitmenschen eingeht, dann kommt etwas zurück. Aber wenn man sich wichtiger nimmt als seine Mitmenschen, darf man sich nicht verwundern, wenn es heißt: "Armes Deutschland!"

Erben seit Ihr doch noch gar nicht! Die Mutter lebt doch noch. Das Haus muss nicht zwangsläufig verkauft werden. Ihr könnt auch auch Eurem Vermögen/Einkommen den Differenzbetrag bezahlen. Es ist nicht zulässig, dass Eigentum/Vermögen verschenkt wird und dann der Lebensunterhalt vom Steuerzahlen finanziert werden muss. Im schlimmsten Fall wird tatsächlich die Schenkung rückabgewickelt und das Haus muss verkauft werden.

Ich gehe mal davon aus, dass Eure Mutter bereits eine Pflegestufe hat. Falls nicht, dann informiert Euch bitte, welche Pflegestufe Eurer Mutter zusteht, denn hieraus ergeben sich entsprechende Zuschüsse der Pflegekassen. Wenn ansonsten die Rente Eurer Mutter für die Heim- bzw. Pflegekosten nicht ausreicht, dann wird man sich zunächst an ihr sonstiges Vermögen halten, z.B. Sparbücher, sonstiger Besitz. Auch das überschriebene Haus fällt darunter, wenn die Überschreibung weniger als zehn Jahre zurückliegt. Da Euch das Haus ja erst vor kurzem überschrieben wurde, kann man rechtlich derzeit durchaus von Euch verlangen, den Wert des Hauses zur Abzahlung von Pflegeleistungen bereitzustellen. Verkaufen müsst Ihr das Haus dazu nicht unbedingt, solange es Euch möglich ist, die finanziellen Mittel anderweitig aufzubringen. In jedem Fall empfehle ich Euch ein ausführliches Informationsgespräch z.B. bei der Verbraucherberatung oder noch besser mit einem auf Pflege- oder Erbrecht spezialisierten Anwalt. Alles Gute!

Super, die Antwort hilft mir. Das mit der Pflegestufe werd ich mal in die Wege leiten. Dann könnts schon reichen. Hab ich mir fast gedacht, daß es da eine Zeitspanne gibt, in der die noch ans Haus können. Aber nun weiß ich Bescheid. Das hilft mir echt weiter. Vielen Dank.

nun kann es sein, dass sie in ein Pflegeheim muß, aber ihre Rente reicht nicht ganz aus.

Das ist sogar bestimmt so: Die Pflegekasse zahlt max. 1.550 €, ein Pflegeplatz kostet aber Minumm 2.500 € bis 3.900 € bei PS III Härtefall, im manchen BL soger erheblich mehr :-O

Da könnt ihr euch ausrechnen, wie lange eigene Rente, Sparzinsen und sonstiges noch vorhandenes Vermögen reicht.

Danach seit ihr elternunterthaltsverpflichtet. Könnt ihr die Differenz der Pflegeheimkosten nicht zahlen, gilt genau das:

Müssen wir das Haus zurückübertragen

Es beseht vorrnagig der Sozialhilfe ein Rückübertragungsanspruch der Schenkung aus Rechtsgrund Verarmung. Den setzt das Amt auch gegen den Willen der Beteiligten durch.

dürfen wir Erben das Haus behalten?

Nein. Selbst wennn 10 Jahre nach der Schenkung eine lebzeitige Rückabwicklung scheitert, das Sozialamt hat einen Übetragungsanspruch im Erbfall und kann zurecht gezahlte Sozialhilfe damit ersetzt verlangen.

G imager761

Danke für die ausführliche Info. Die hilft mir echt. Und nach Deinen Angaben reicht dann die Rente + Pflegestufe sogar um das Pflegeheim zu bezahlen.

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