Mehrere Wechselstromverbraucher an Drehstromanschluß?

4 Antworten

Das ist nicht zulässig oder unzulässig, sondern so notwendig, anders geht das kaum. Wenn der Elektriker alle 3 Verbraucher an eine Phase anschließen würde, wäre die allein mit 10,5 kW belastet, mithin mit 46 Ampere. Das haut gewöhnlich die Hausanschluss-Sicherung heraus. Außerdem gäbe das womöglich Ärger mit dem Energieversorgungsunternehmen wegen sehr asymetrischer Belastung des Netzes.

Warum sollte der Elektriker unordentlich arbeiten, wenn es auch ordentlich geht? Ich z.B. habe allein in meinem Wohnzimmer Beleuchtungen und Steckdosen auf alle drei Phasen (Das nennt man Drehstrom) verteilt. Bei mir geht im Zimmer nie das Licht ganz aus, weil kaum 3 Phasen gleichzeitig ausfallen (Sturmfluten kommen bei mir nicht vor). Das ist auch noch eine ganz praktische Seite solcher Symmetrie.

ist möglich und zulässig wenn der Querschnitt und die Absicherung passt

Diese Art von Verschaltung ist zulässig. Wichtig hierbei ist aber, dass der Elektriker den Leiterquerschnitt richtig auslegt. Bei uns in der Vorlesung wurde dies als häufigster Fehler genannt. Hast du alle drei Phasen gleichmäßig belastet, ist der N stromlos. Hierdurch darfst du die Leitung stärker belasten. Ist die Belastung aber unsymmetrisch fließt ein Strom über den N. In den ersten Fall hast du drei belastete Adern im zweiten Fall vier belastete Adern. Beim zweiten Fall ist die maximale Belastbarkeit geringer.

Man kann die Leitung stärker belasten als in den Tabellen steht. Die Werte in den Tabellen sind nur grobe Werte, wo nichts passiert und man noch genügend Puffer hat. Bei höheren Strömen wird die Leitung warm. Dem Kupfer bzw. dem Aluminium macht das eigentlich nichts aus. Schlimmer ist dei erhöhte Temperatur aber für die Isolierung, die auf Dauer Schaden nimmt.

Bei 3,5kW würde noch theoretisch eine 1,5m^2 Leitung ausreichen. Dies macht man aber nicht. Bei dir sollte eher eine 2,5^2 Leitung verlegt werden. Weiter ist die Verlegeart und die Leitungslänge wichtig (Spannungsabfall).

War selber bei einem größeren Netzbetreiber tätig. Normalerweise werden die Sicherungen in den Verteilerschränken entweder mit 160A bzw. 250A abgesichert. Kann auch mal 350A betragen. Hier hingen dann bei uns etwa 15 Einfamilienhäuser dran. Die Häuser selber wurden bei uns i.d.R. mit 80A bzw. 63A im Hausanschlusskasten (HAK) abgesichert. Anschließend war zwingend eine mechanische Zählervorsicherung mit 40A geschaltet. Hintergrund war der, dass die Ferraris-Zähler bei uns nur 60A manchmal 80A vertragen. Bei höheren Strömen wurde dann eine Wandlerzählung notwendig.

Bei den hier angesprochenen 46A würde eigentlich nichts rausfliegen, wenn die Unterverteilung dementsprechend abgesichert würde. Wir als Netzbetreiber wollten immer eine symmetrische Last haben, was aber bei Privatkunden unmöglich ist. Wenn es überhand genommen hat wurde zuerst die größten Verbraucher begutachtet. War aber sehr sehr selten. Häufiger hatten wir das Problem mit Blindleistung in Wohngebieten. Bzw. auch Oberschwingungen, durch die ganzen Netzteile.

reine neugier bei welchem netzbetreiber bist du ich war auch bei einem

Jein,

Drehstrom kann man auftrennen zu Einphasenstroimkreisen, das Stromnetz ist ja Drehstrom und wird in den Häusern auf Einphasenstromkreise für Licht und STeckdosen aufgeteit.

Allerdings braucht man dazu einen richtigen Verteiler, einfach so auftrennen darf man nicht, denn im Gegensatz zu früher muß der Neutralleiter stärker sein als die Phasenstränge. Ganz früher nahm man schwächer, das führte je nach Lastsituation bzw. alter zur zerstörung des Neutralleiters. Dann nam man gleich stark, was aber immer noch unter Umständen und bei hohem ALter der ANlage zu Unfällen und Bränden führt. Daher gelten hier besondere Regeln was das Absichern und auslegen der Verteilung angeht.

ist mir neu,egal ob im netz oder in Häusern das der neutralleiter stärker ausgelegt wird,es sind doch alles handelsübliche kabel die da verbaut werden und da hat der N den gleichen querschnitt

@wollyuno

Nicht im Verteilungsbereich, da muß der N stärker sein, also im Verteilerkasten - das fällt da nicht auf weil da Verteilerschienen verwendet werden, die sind aber nicht aus Spaß so dick.

@Commodore64

also bei meiner langjährigen berufserfahrung waren die sogenannten sammelschienen egal ob für die phasen oder für den N immer im gleichen querschnitt ob in einer verteilung haus oder station oder kabelverteiler

@wollyuno

In dem die Sammelschiene dicker ist als der N der Zuleitung ist die Forderung nach einem dickeren N in der Verteilung völlig gegeben, da braucht man dann nicht mehr drüber nachdenken.

Möchte man aber einen Verteiler aus Einzelklemmen und Drähten zusammen sricken darf der N nicht gleich oder kleiner sein wie die Zuleitung bzw. deren Absicherung.

@Commodore64

wollte damit sagen die Sammelschienen egal ob Phasen oder N waren immer gleich stark sowie gleich lang,im Prinzip austauschbar

@wollyuno

Und das ist auch gut so, denn durch die ganzen Schaltnetzteile die heutzutage an so einer Verteilung dran hängen entstehen Gleichstromanteile zwischen den Punkten wo die Neutralleiter im Verteiler zusammen laufen. Und dieser Gleichstrom erzeugt eine galvanische Zersetzung.

Ich habe schön öfters in Altbauten und zusammengeschusterten Industrieverteilern gesehen, dass die Nulleiterdrähte (nicht die dicken Schienen die eine Schutzschicht drauf haben) violett geworden sind und schlecht leiteten.

In meinem Haus hatte ich vor Jahren mal ein Problem mit meinem Server im Keller, da stürzten dauernd irgendwelche DIenste ab, jede Woche mindestens einer. Alle Speichertests usw. waren in Ordnung. Ich konnte mir das nicht erklären bis ich mal eine neue Leitung in den Hauptsicherungskasten eingezogen hatte und dabei 30V auf dem Neutralleiter des Kellers gemessen hatte. Schaltete die Heizung ein, gab es sogar 70V Impulse. Kein Wunder, dass der arme Server Probleme hatte!

Also behalte das im Hinterkopf. Immer die Schienen für den N verwenden und wenn Drähte nicht vermieden werden können, nimm die dicksten die Du kriegen kannst!

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