Darf ein Ausbilungsbetrieb die Azubis zu weit entfernten Baustellen hinschicken

19 Antworten

Es ist leider so dass man zu Beginn der Arbeitszeit am Arbeitsort anwesend sein muss. Wie man dahinkommt, darüber gibt es keine Vorschriften.

Da würde ich die Frage stellen, wie andere zur Baustelle kommen ? Fahren die erst in den Betrieb und von dort aus zur Baustelle. Da wäre die Mitfahrgelegenheit zu prüfen.

Bei uns war das immer so, dass einer das Firmenfahrzeug hatte und andere Mitarbeiter auf der Fahrt zur Baustelle an einem Treffpunkt abholte. Das konnten auch zwei oder drei Ortschaften sein die angefahren werden mussten. Gleiches galt dann auch für die Heimfahrt.

Das wäre mit dem Arbeitgeber zu klären.

Es gibt ein Jugendarbeitsschutzgesetz über das man sich inhaltlich informieren müsste. Ansonsten könnte man bei der Gewerkschaft oder der Berufsgenossenschaft anfragen.

Die können eine genaue Auskunft über die Vorschriften geben, die in diesem Falle greifen.

7 Uhr auf der Baustelle etc. ist bei Handwerkern üblich und die Fahrtzeiten sind auch Privatsache. Oftmals gibt es bei weit entfernten Baustellen aber Sonderregelungen.

Was aber nicht in Ordnung ist, das dein Neffe sehen muß wie er dahin kommt. Ich kenne das so das Derjenige zu einen bestimmten Zeitpunkt in der Firma sein muß und von dort aus wird losgefahren, das kann schon mal 6Uhr sein damit man um 7 Uhr auf der Baustelle ist. Oder man wird irgendwo auf der Strecke von einem Arbeitskollegen aufgesammelt.

Da besteht bestimmt mal Gesprächsbedarf mit Arbeitgebern und Eltern. Das der Junge 17 ist und wahrscheinlich keinen Führerschein hat war ja bei Abschluß des Vertrages bekannt.

Danke. Endlich eine vernünftige Antwort. Es gibt auch eine Fürsorgepflicht gegenüber minderjährigen Azubis.

Hallo,

rechtlich betrachtet sehe ich das auch kritisch. Der Betrieb kann zwar in soweit den Standpunkt vertreten, dass es Sache des Lehrlings / Angestellten ist, wie er zur Baustelle kommt, aber sollte es Zwang zu täglich 10 Stunden Arbeitszeit geben, ist das so nicht mehr o.K. Ausgenommen der Pausenzeiten muss nach 8 Stunden Schluss sein und der Lehrling muss dann freiwillig entscheiden können, ob er länger da bleibt.

Die andere Sache mit der fehlenden ( kontinuierlichen ) Beaufsichtigung betrachte ich ebenfalls kritisch. Es müßte zumindest eine volljährige Person ( Geselle ) ständig dabei sein. Wenn der dann mal kurz weg wäre, wäre das noch als vertretbar anzusehen.

mfg

Parhalia

Zudem habe ich gerade bei der Gewerkschaft gelesen, dass alle Fahrzeiten bei Azubis die länger sind als der gewöhnliche Weg von Daheim zum Betrieb als Arbeitszeit zählen muss. Genau das war auch mein logischer Gedanke

@Denis1970

Und damit beginnt ja schon das Dilemma. Was wird passieren, wenn man sich querzustellen beginnt und Recht gegen Usus abwägt ?

Da könnte man zunächst mal versuchen, das Gespräch mit Vorgesetzten oder der Betriebsleitung zu suchen, ob man da was verbessern kann. Das muss man aber diskret und vorsichtig angehen, damit es keine negativen Auswirkungen auf den Fortlauf der Ausbildung geben kann. In welchem Lehrjahr ist Dein Neffe denn.

Eh er arbeitet also von 7 Uhr bis 17 Uhr... und bekommst nur 8 Stunden angerechnet? Ich habe mit ende 15 anfang 16 auch eine Lehre als Maurer angefangen. Bei uns ist es ein ziemlich großer Betrieb, wir werden von Firmeneigenen Bussen abgeholt und zur Baustelle gebracht. Ich arbeite auch von 7 Uhr bis 17 Uhr (auch in der Lehre) eine Stunde Pause ergibt dann trotzdem 9 Stunden Arbeitszeit.

Wenn er schon 9 Stunden arbeitet und auch noch soweit gehen muss (muss er leider wirklich), dann sollten ihm auch 9 Stunden angerechnet werden, alles andere wäre Betrug und den kann man einklagen.

Dein Neffe ist unter 18 Jahren und Azubi. Er darf nur eine 40 Stunden Woche arbeiten. Also 8 Stunden am Tag.

Das heißt er muss am Tag 2 Stunden Pause haben. Dann ist das auch erlaubt.

Zwischen Arbeitsende (Feierabend) und Arbeitsbeginn müssen 12 Stunden liegen. Auch das ist hier erfüllt.

§ 12 JArbSchG

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