Wintergarten : Vermessungsamt will vermessen, Bauamt nachträglich informieren?

4 Antworten

Gehe nicht zum Fürst wenn Du nicht gerufen wirst!

Die Baubehörde zu informieren nur um einige Euro Gebühren sparen zu können halte ich für das klassische Eigentor und für schlichtweg Wahnsinn. Was ist, wenn der Anbau nicht genehmigungsfähig ist, z.B. weil die Baulinie dadurch nicht eingehalten wurde oder, weil technische Mängel vorliegen? Dann droht der Abriß! Zudem erfordert eine Baugenehmigung eine gründliche Vorbereitung die regelmäßig nur durch Architekten zu schaffen ist. Das wird richtig teuer.

Und ob das Vermessungsamt die Baubehörde informiert? In meiner Stadt nicht. Ich kenne mehr als einen Fall wo Schwarzbauten bzw. Schwarzanbauten vermessen wurde ohne dass es je eine Anfrage des Bauamts gab. Wenn als als Eigentümer nicht so dumm ist, auf solche Dinge aufmerksam zu machen weiß doch letztendlich bei der Vermessung niemand, ob eine Baugenehmigung mal vorgelegen hat. Und als zusätzlichen Tipp: In meiner Stadt würde das Archiv der Baubehörde im Bombenkrieg zerstört. Auf die Diskussion, ob vor 1945 eine Baugenehmigung erteilt wurde, läßt sich daher hier kein Beamter ein, sondern geht "In dubio pro reo" zugunsten des Eigentümers davon aus.

Ich bin immer der Ansicht, wenn schon ärger droht, ist halber Ärger rausgeschmissenes Geld.

Ich würde vermutlich behaupten es war vor 1972, wenn ich es nicht genau besser wüsste. Grundsatz:

  1. Ein schlechtes Gewissen lohnt nicht unter 5.000,- Euro

  2. lasse Dich nie bei einer Lüge erwischen.

Ich würde auch mal einen Baurechtsprofi fragen, ob im schlimmsten Fall ein Abriss des Wintergartens droht.

Danach würde ich die Taktik aufbauen.

Um die Vermessung werden die nicht herumkommen, da eine Vermessung Plicht ist. Die Kosten müssen freilich gezahlt werden, können allerdings steuerlich geltend gemacht werden. Allerdings braucht man das Bauamt grundsätzlich nicht informieren. Es ist ja gar nicht klar ob überhaupt eine Baugenehmigung benötigt wird. Der Wintergarten taucht auch nicht in den Lageplänen sondern im Liegenschaftskataster auf. Die Lagepläne sind was anderes, da tauchen Gebäude nie auf, sondern nur die Grundstücke, incls. Grenzsteine. Die Frage ob eine Baugenehmigung benötigt wird hängt von der Form des Baugebiets ab. Wenn ein rechtkräftiger Bebauungsplan da ist, kann man genehmigungsfrei bauen mit Bauanzeige. Wenn es ein 34er (Misch-) Gebiet ist, muss alles einzeln genehmigt werden. Unabhängig davon besteht Bestandsschutz für den Wintergarten. Alte Fachwerkhäuser, alte Burgen und Schlösser haben auch keine Baugenehmigung in der heutigen Form, aber Bestandsschutz.

Was möchtest Du wissen?