Nicht selbstverschuldeter Schaden - Reparaturkosten höher als Restwert, was nun?

5 Antworten

Zunächst mal die Begrifflichkeiten:

Restwert ist der Wert des Fahrzeugs im kaputten Zustand. 

Wiederbeschaffung ist der Wert am Tag des Schadens ohne den Schaden und vom Gutachter zu ermitteln. Das ist die Summe die euch maximal zusteht.

Wenn die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert übersteigen, ist das der sog. wirtschaftliche Totalschaden.

Von der gegnerischen Versicherung erhaltet ihr:

Wiederbeschaffungswert abzgl. des höchsten Restwertangebots.

Der Restwert wird basierend auf tatsächlich vorliegenden Kaufangeboten ermittelt (im Gutachten). Das Höchstgebot müsst ihr nicht annehmen, jedoch wird diese Summe IMMER von der Auszahlung der Versicherung abgezogen. Ihr könnt euch selber nach Käufern umsehen. Wenn ihr keinen findet der mehr zahlt und ihr das Restwertangebot im Gutachten nicht angenommen habt, habt ihr halt noch mehr Verlust gemacht. Wenn ihr aber einen Käufer findet, der mehr als das höchste Restwertangebot im Gutachten zahlt, dürft ihr die Differenz behalten.

Das mit der Summe so oder so wohl kein anderes Auto angeschafft werden kann ist ärgerlich aber absoluter Alltag bei Kfz Unfällen. So ist nunmal die Rechtslage und "Wiederbeschaffungswert" heißt die Summe nur auf dem Papier, das bedeutet leider nicht, dass man sich dafür ein ähnliches Auto tatsächlich wiederbeschaffen kann.

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Wenn ihr keinen findet der mehr zahlt und ihr das Restwertangebot im Gutachten nicht angenommen habt, habt ihr halt noch mehr Verlust gemacht. ""

Das ist völliger Unfug. Der genannte Restwert muss erzielt werden können. Sonst muss das Gutachten nachgebessert werden, oder die Versicherung das Wrack übernehmen.

@Rockuser

Deshalb steht da auch "wenn[...] ihr das Restwertangebot im Gutachten nicht angenommen habt". Denn dieses ist selbstverständlich erzielbar, da es ein verbindliches Kaufangebot ist. Aber wenn ich dann sage "Nö, will ich nicht" kann das nicht zu Lasten der Versicherung ausgelegt werden. Die wird dann NICHT mehr zahlen. 

Die Versicherung muss den Wiederbeschaffungswert und das Gutachten bezahlen, wenn Du das "Wrack " der Versicherung überlässt. Alles kein Problem, Du hast den Schaden nicht verursacht.

Mann kann das Auto auch behalten, dann wird der Restwert abgezogen. Dazu kommt es noch drauf an, ob Du über Rechnung reparieren lässt. Reichst Du Rechnungen ein, kann der Schaden 120% reguliert werden. Ohne Rechnung werden 81% vom Schadens-wert ausgezahlt, weil die Mehrwertsteuer nicht mit ausgezahlt wird.

Am besten, fragst Du bei deiner Versicherung nach, die stehen mir Rat und Tat zur Seite.

Das kaputte Auto geht nicht in den Besitz der Versicherung über. Der Versicherung ist prinzipiell egal was man mit dem Auto macht, der Restwert wird immer abgezogen.

@NamenSindSchwer

Man hat ein Recht darauf, das die Versicherung das Wrack für den Restwert übernimmt.

@Rockuser

Man ruft den angegebenen Restwerthändler an, welcher das Auto abholt und einem den Restwert bezahlt...

@NamenSindSchwer

Nun erklär mir Bitte noch, was ein " Restwerthändler" ist, dann gebe Ich Ruhe.

@Rockuser

Die Firma/Privatperson/whatever die im Gutachten angegeben ist und ein verbindliches Kaufangebot für das Fahrzeug gemacht hat...

Dort sind mehrere Angebote aufgelistet, intelligenterweise wendet man sich an den der das höchste Angebot gemacht hat. Denn dieser Wert wird auch von der Versicherung abgezogen. 


Sonst müsste man ja einen Kaufvertrag mit der Versicherung machen, die dann anschließend das Auto selber weiterverkauft. Bei solchen Mätzchen spielt kein Versicherer mit. 

@Rockuser
Man hat ein Recht darauf, das die Versicherung das Wrack für den Restwert übernimmt.

nein, hat man nicht! und das ist auch gut so

Also der Schaden ist wohl erheblich höher als der Wagen wert ist somit gilt der Schaden als Totalschaden. Die Versicherung wird daher maximal den Zeitwert des Wagens begleichen. Das kann für Dich leider einen Verlust bedeuten. Wenn Du sagst das optische stört Dich nicht dann nimm dass Geld und lass nur richten was gemacht werden muß damit Dein PKW verkehrssicher ist.

Ich denke in Deinem Fall ist das die beste Möglichkeit

Ja sowas befürchte ich. Kennst du dich aus und weißt, ob ich mir einen eigenen Gutachter suchen kann? Oder muss es einer der Versicherung sein?

@Laurae

Normalerweise ist es so, dass die Versicherungsgesellschaft jemanden der eigenen Leute schickt.

@Laurae

Du solltest dir sogar einen Gutachter suchen.

In solchen Fällen empfehle ich immer den TÜV oder DEKRA.

@Laurae

Bei einem Haftpflichtschaden hat der Geschädigte (also Du) freie Gutachterwahl. Der Gutachter muss von der Haftpflichtversicherung des Verursachers bezahlt werden. 

Die Versicherung zahlt den Wiederbeschaffungswert, wenn ein Ersatzfahrzeug angeschafft wird. Der Zeitwert ist nicht immer Ausschlaggebend.

Für das rollende Auto wird es eine Kfz-Haftpflicht geben, die Schäden durch ungesichertes Losrollen übernimmt.

Der Gutachter wird den sogenannten Wiederbeschaffungswert, den Restwert nach Unfall sowie eine angemessene Zeit für die Neubeschaffung benennen.

Da bei Euch ein wirtschaftlicher Totalschaden vorliegt, wird die Versicherung die Differenz zwischen Wiederbeschaffungswert und Restwert zahlen, da ja davon auszugehen ist, dass Ihr das Wrack zum Restwert (vielleicht auch etwas mehr) verkaufen könnt.

Für die gutachterlich festgelegte Such-Zeit (in der Regel bis 2 Wochen) könnt Ihr wahlweise einen Mietwagen nehmen (sicherheitshalber eine Kategorie kleiner als das bisherige Auto - und keinen unnötig teuren Anbieter) oder für Tage "ohne" eine Nutzungsausfallentschädigung verlangen.

Und es empfiehlt sich immer, sich nicht darauf zu verlassen, dass die Haftpflichtversicherung des Schädigers ihren Gutachter schickt - wenn Ihr einen "normal bepreisten" nehmt,  muss die Versicherung des Schädigers den zahlen.

Im Übrigen steht Euch auch eine anwaltliche Vertretung zu - heißt, dass Ihr einen Anwalt für die Regulierung hinzuziehen könnt und die gegnerische Versicherung den auch zahlen muss. Wenn man keine Ahnung von der Materie hat, sollte man das auch tun.

Der Versicherer muss die Reparatur bezahlen, wenn sie 120% des Fahrzeugwertes nicht überschreitet.

Ansonsten muss sie dir den Gutachterwert bezahlen, dazu einen Leihwagen für 14 Tage.

Wenn du ein Schnäppchen gemacht hast, bei deinem Autokauf, dann kann der Gutachterwert natürlich höher liegen als der Kaufpreis, den du bezahlt hast.

Weitere Ansprüche hast du leider nicht.

in der Antwort ist mehr falsch als richtig

muss die Reparatur bezahlen, wenn sie 120% des Fahrzeugwertes nicht überschreitet

130 % wäre bei vorliegendem Integritätsinteresse richtig

 dazu einen Leihwagen für

einen Leihwagen kann man so lange nehmen wie man will, das interessiert keine Versicherung da dieser kostenlos ist. Bei einem Mietwagen hingegen sollte man die Wiederbeschaffungsdauer im Gutachten nicht überschreiten.

Weitere Ansprüche hast du leider nicht

oh doch:

- Unkostenpauschale von 25 €

- Kosten des Schadengutachtens

- Nutzungsausfall und / oder Mietwagen

- Kraftstoff im Tank

- Abschleppkosten

- Standgebühren

- ....

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