Mieterhöhung wg höherer Handwerks- und materialkosten

5 Antworten

Was bisher geschrieben wurde, wird der Sache nicht gerecht. Es geht hier nicht um eine Mieterhöhung wegen Modernisierung, sondern die Begründung ist der Standardgrund, den Vermieter einfach haben: Alles wird teurer, insbesondere auch die Handwerker usw. usw. Als Begründung für eine Mieterhöhung taugt so etwas rein rechtlich überhaupt nicht. Er müßte glaubhaft machen, dass das Mietniveau für vergleichbare Wohnungen im Allgemeinen um 18 % höher ist, als er bisher bekommt. Nach Begründung hast Du schon gefragt. Diese reicht vollkommen aus, um der Mieterhöhung nicht zu zu stimmen. Einfach ablehnen! Der Vemieter muss nun zu einem Anwalt gehen und der wird aufs neue versuchen, eine Mieterhöhung zu verlangen. Diesmal aber völlig korrekt. Vielleicht nicht gerade 18 %, aber vielleicht 10 oder 12 %, also in einer Höhe, die aufgrund von Vergleichsmieten oder Mietspiegel gerechtfertigt ist. Wenn Du jetzt wieder ablehnst, geht es vor Gericht und dann wirst Du verurteilt, die Mieterhöhung zu akzeptieren und zwar von dem Zeitpunkt an, für den sie korrekt verlangt wurde, also ggf. auch rückwirkend. Zusätzlich hast Du noch die Prozesskosten am Bein. Also beide Anwälte und die Gerichtskosten. Oder man einigt sich auf einen Vergleich und jeder zahlt anteilig. Dennoch ist in so einer Sache jeder Euro zuviel, den Dritte kassieren. Prüf doch bitte, in welcher Höhe eine Mieterhöhung unter Berücksichtigung von vergleichbaren Wohnungen in der Umgebung gerechtfertigt ist. Anhaltspunkte liefert z. B. Immoscout24. Mach dann Deinem Vermieter einen Vorschlag und einigt Euch in Frieden. Dann seid ihr beide zufrieden und könnt das Geld für Anwälte und Gericht sparen.

Deine Interpretation des Mietrechtes, insbesonder zum Thema Mieterhöhung, ist erstaunlich falsch und erst recht nicht hilfreich.

Zunächst habt ihr keine Mieterhöhung erhalten sondern wahrscheinlich nur ein Mieterhöhungsverlangen des Vermieters. Da die Begründung nicht rechtswirksam ist, solltet ihr auf keinen Fall eine Zustimmung bekunden. Wenn der Vermieter meint, dass dieses Verlangen auf der Grundlage des BGB erfolgte, dann muss er diese Vertragsänderung vor Gericht einklagen und verlieren. Bleibt schön im Sessel sitzen und lasst die Dinge auf euch zukommen. Übrigens muss der Nachbar nicht mit einem Mieterhöhungsverlangen des Vermieters gleichzeitig konfrontiert werden.

in dem schreiben stand, das er den mietzins erhöht und ab nov. sollen wir halt mehr zahlen. ich hab nur den erhalt des schreibens bestätigt, weil ich ja nachfragen musste warum bzw was er unter allgemeiner verteurung versteht. und heut kam das schreiben im vorpost

@Talina312

Auch wenn in dem Schreiben steht, dass er den Mietzins erhöht, dann ist das eine einseitige Vertragsänderung, die für euch und ihn rechtsunwirksam ist.

@mitgedacht

Laut BGB §558a (5) ist die Erhöhung unwirksam, weil die Begründung des Vermieters nicht zutrifft.

Gehe vollkommen konform, s. auch meine Antwort.

Das Mieterhöhungsverlangen ist aus mehreren formalen Gründen unwirksam. Du brauchst nix zu tun, nur abwarten. Sollte der Verm. irgendwann fragen oder mahnen oder klagen, sollte deine Antwort sein: "Die Mieterhöhung ist unwirksam, weil sie nicht der Rechtslage entspricht". Mehr nicht. Einen möglichen Rechtsstreit verliert nach der jetzigen Sachlage der Vermieter.

Die Matereal-Und Handwerkskosten sind in den letzten Jahren sehr gestiegen.Wie Ihnen ja bekannt ist, kann ich sehr viele Arbeiten nicht mehr selbst verrichten , sondern muss sie vergeben."

Das ist, bei allem Verständnis für evtl. Gebrechen des Vermieters, kein Grund die Miete zu erhöhen. Und mit Modernisierung hat das auch nichts zu tun.

Kosten für Arbeiten am Haus dürfen nur auf die Miete umgelegt werden, wenn sie der energetischen Moderniserung der Wohnung dienen. und auch dann durfen sie mit maximal 11% der rechnungssumme auf die Jahresmiete anrechnen...

lg, anna

PS: eine mieterhöhung ist auch ohne begründung mögiich, allerdings in sehr beschränktem umfang. dabei sind neben dem mietspiegel auch vergangene erhöhungen der letzten 36 monate relevant.

dafür brauch ich aber ne rechnung, sonst kann ich ja keine 11 % ausrechnen. die mieterhöhung beträgt 18% der kaltmiete , wenn wir drauf eingehen

@Talina312

Talina, das trifft für dich nicht zu. Verschwende daran keine Gedanken.

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