Kann mein Chef mich zur Montage zwingen

5 Antworten

Wenn das Unternehmen aufgrund der Auftragslage nur noch entfernte Arbeitsstellen hat und du dich weigerst, als Monteur dorthin zu gehen, fehlt letztlich die Arbeit für dich - was eine Kündigung berechtigen würde.

Muss mein Chef mir für die Montage ein Einzelzimmer zur Verfügung stellen?

Der Chef wird i.d.R. eine Pauschale für die Unterbringung zur Verfügung stellen, ob es dann ein Einzelzimmer sein wird, steht in den Sternen.

Also wir haben aufjedenfall noch andere Baustellen in der Umgebung. D.h. also wenn es soweit kommt, dass er mir die Pistole auf die Brust setzt und sagt "entweder du fährst morgen mit nach Stadt X (200km) entfernt oder ich schmeiss dich raus", dann tu ich gut daran wenn ich einfach morgens wie immer in die Firma komme um an einer Baustelle in der Umgebung zu arbeiten?

@magicbullet

dann tu ich gut daran wenn ich einfach morgens wie immer in die Firma komme

er hat das Direktionsrecht, er sagt dir, wo du arbeiten sollst. Ich würde an deiner Stelle nicht entgegen seiner Weisung einen anderen Arbeitsort aufsuchen. Abgesehen von einer evtl. zu sehenden Arbeitsverweigerung, bringst du auch seine Arbeitsplanung durcheinander.

1.

Inwieweit dein AG dem Monateursbedarf durch Freilillige abdecken und deine Weiterbildungspläne unterstützt, bliebe abzuwarten.

Da in deinem AV explizit "deutschlandweiter Arbeitsort" geregelt ist, reduzieren sich deine Forderungen allerdings dementsprechend :-(.

2.

Unterkunft und Verpflegungsmehraufwand muss er nicht gewähren. Wenn, dann nur zu den pauschalierten Sätzen, die er steuerlich voll ansetzen kann. Kannst du demnach kein EZ bekommen, willst aber eins, musst du zuzahlen, kannst die Kosten allenfalls anteilig als Werbungskosten in deiner StE ausgleichen.

3.

Die Nebentätigkeitsklausel wäre wirksam.

G imager761

Da in deinem AV explizit "deutschlandweiter Arbeitsort" geregelt ist

Er schrieb, dass eben keine solche Klausel im Vertrag steht. Also ist der Firmensitz incl. Umgebung der Arbeitsort.

Sie haben einen Vertrag und der gilt erst einmal. Wenn Sie der Meinung sind es sei etwas nicht in Ordnung mit dem Vertrag, dann kann das ja sogar sein, aber Sie müssen dann dagegen Vorgehen. Wenn Sie dagegen vorgehen sollten Sie sicher sein, dass Sie auch tatsächlich recht haben, Sie tun das alles auf Ihr Risiko.

Ihr AG kann SIe zu gar nichts zwingen. Er hat das Recht Ihren Einsatzort zu bestimmen (ist ja im Arbeitsvertrag geregelt). Jedoch muss er hierbei die Montagezeit "angemessen und mit Rücksicht auf die familiäre Situation der Angestellten" gleichmäßig auf alle Mitarbeiter verteilen. Es sei denn dies ginge nicht, da einzelne auf Grund Ihres Spezialwissens unabdingbar wären. Wenn Sie der Aufforderung nicht nachkommen kommen Sie ggf. Ihrer Arbeitspflicht nicht nach, was Abmahnung/Kündigung nach sich ziehen kann. Unabhängig dessen kann Ihr AG ihnen jederzeit fristgerecht Kündigen, angesichts Ihrer Betriebszugehörigkeit wird ihn die Abfindung nicht abschrecken...

Ihr AG hat wenn er Sie auf Montage schickt für Ihre Unterkunft zu sorgen. Hierbei müssen Sie sich nicht alles gefallen lassen. Ein Einzelzimmer dürfte durchaus angemessen sein. Dass dieses Einzelzimmer in einem Hotel/Pension sein muss ist aber nicht gesagt, es ginge auch eine Ferienwohnung, etc...

Ihr AG kann Ihnen einen Nebenjob verbieten bei dem die Gefahr besteht, dass Ihre Leistungsfähigkeit gemindert wird. Das dürfte bei einer Arbeit im gleichen Bereich der Fall sein. Sie haben ja eben Urlaub, etc. um sich von der "brutalen" Arbeit zu erholen, wenn sie dort dann arbeiten erholen Sie sich ja nicht....

Im Arbeitsvertrag ist scheinbar kein außergewöhnlicher Arbeitsort vereinbart!

@stonehenge255

Das geht aus der Frage nicht hervor, da ist von einer Klausel die Rede aus der ein "deutschlandweiter Einsatzort" hervor ginge, daher ohne weiteren Infos schwer zu sagen...

@chillig80

Im Zweifel muss davon ausgegangen werden, dass der AG recht hat, einen Tipp zu geben wie "alles blödsinn" wäre nicht angebracht, es geht hier ggf. um den Job des Fragenden....

@chillig80

es gibt keine Klausel in der ausdrücklich steht, dass mein Arbeitsort deutschlandweit frei wählbar ist.

@magicbullet

ups, da habe ich das keine überlesen. dann gilt der tarifvertrag so fern anwendbar. ist der nicht anwendbar oder steht da nichts dazu, dann sind sie nicht verpflichtet fernmontage (über 150km, mit übernachtung) zu leisten so lange noch arbeit "in der nähe" da ist. wenn allerdings die montagebaustellen die einzigen sind, dann haben sie keine wahl mehr. jedoch sage ich ihnen aus erfahrung heraus, sie werden eine weigerung nicht lange durchhalten, spätestens wenn die kollegen auf die barrikaden steigen (wieso muss der nicht?) muss ihr chef reagieren. er hat wie gesagt noch andere möglichkeiten....

@chillig80

zuhause bleiben würde ich auch nicht, ganz klar. Fristlose Kündigung wäre die Konsequenz. Jedoch würde ich mit meiner Fortbildung (abitur) und meinem Sport argumentieren als Grund. Wenn ihm das nicht reicht werde ich den Betrieb verlassen, weil mir meine Bildung (Karriere) wichtiger ist als das Gesicht meines Cherfs täglich zu sehen.

Berufliche Alternativen gibt es genug in NRW für Elektroinstallateure, also würde ich lächelnd die Kündigung einreichen.

Unabhängig dessen kann Ihr AG ihnen jederzeit fristgerecht Kündigen, angesichts Ihrer Betriebszugehörigkeit wird ihn die Abfindung nicht abschrecken

wieviel Abfindung stünde mir den ca. bei 3 Jahren in der Firma zu?

Dein Chef wird den Laden nicht zudrehen, wenn wer mit Betriebsrat kommt, aber er würde die Wahl garantiert boykottieren! Ich kenn die Bestimmungen in Deutschland nicht, denke aber, dass die Lage ähnlich wie in Österreich ist. D.h. er wird dich nicht zur Montage zwingen können, wenn nichts in einem Arbeitsvertrag steht. Er wird dich auch nicht unmittelbar deshalb kündigen können, das wäre sonst eine Motivkündigung! Es könnte aber dennoch in bälde mit zu Konsequenzen kommen. Ob dir auf Montage ein Einzelzimmer zusteht, weiß ich nicht, das müsstest du über eine AN-Vertretung erfragen. Wenn du wegen des Nachtportierjobs deinen Hauptberuf "verschläfst", wurde das vermutlich die Firmeninteressen beeinträchtigen! Erkundige dich, ob die Montagetätigkeit steuerlich begünstigt ist, bzw. wie es mit einer Trennungszulage aussieht. Möglicherweise ist die Montage interessanter als der Portiersjob. Dein Abitur müsste allerdings warten.

Eine Betriebsaufgabe ist jederzeit möglich und der einzige Grund bei dem eine Kündigungsschutzklage nicht zulässig ist. Jedoch bezweifle ich das er das tun würde, er muss von etwas leben. EInen neuen Betrieb direkt danach aufzumachen würde nichts bringen, das waäre dann wohl eine Betriebsübernahme und er wäre so weit wie vorher....

Er hat gesagt im Arbeitsvertrag stünde "deutschlandweit"...

@chillig80

Das mit dem Betrieb zu machen halte ich auch für ne leere Drohung, dann müsste der Herr sich ja wieder selbst schmutzig machen :)

Und auch hier nochmal es gibt keine Klausel die von einem deutschlandweiten Arbeitsort spricht.

Danke der Herr,

was meinst du mit Konsequenzen? Drecksarbeit machen lassen?

Arbeitnehmer-Vertretung, was ist das?

mit dem Nebenjob, hab ich mir schon gedacht, dass da nur solche gründe wie "Übermüdigkeit" zählen. Wir müssen vllt einmal in 3 Monaten einen Samstag arbeiten (falls eine Baustelle unter Zeitruck steht). Heisst das die Aussage im AV "man darf mir die Nebentätigkeit ohne Angabe von Gründen verbieten" ist sittenwidrig?

Ist Trennungszulage nicht das selbe wie Auslöse (Umkostenpauschale, für Verpflegung etc.)

Mein Abitur kann unmöglich warten, ich bin 28. Obwohl ich das Handwerk als ehrhaften Beruf bezeichnen würde, habe ich auf Deutsch kein Bock mehr auf die Drecksarbeit, wenn ich das Potenzial für mehr habe!

@magicbullet

"Konsequenzen": Er würde dich nicht sofort kündigen, wenn du nicht auf Montage gehen kannst/willst, sondern erst einige Wochen später - um eine Motivkündigung zu vermeiden! In Österreich haben wir die Arbeiterkammer als gesetzliche AN-Vrtretung und die Gewerkschaft als Vertretung für freiwillige Mitglieder. Trennungszulage entspricht scheinbar der Auslöse. Die Aussage bezüglich Nebentätigkeit ist nicht sittenwidrig. Es geht darum, dass du deine Arbeitsleistung nicht durch eine Nebentätigkeit einschränkst oder z.B. nicht für die Konkurrenz arbeitest! Dem Nachtportier würde ich die Montage vorziehen - vielleicht isst das Abi trotzdem drinnen.

Wenn das " auf Montage gehen " zu deinen typischen Aufgaben gehört im Betrieb - was hier mehr als anzunehmen ist, dann kann dies als Arbeitsverweigerung mit den üblichen Konsequenzen ausgelegt werden. Der Arbeitgeber hat nun mal das Direktionsrecht und kann den Arbeitsort oder die Tätigkeit jederzeit selbst bestimmen, solange dies deinen regelmäßig typischen Aufgaben entspricht - so mehrere Entscheidungen das BAG

  • Zum Thema Nebentätigkeit -

ein Arbeitgeber kann nicht wirksam das Ausüben einer Nebentätigkeit verbieten, das würde deine Grundrechte auf freie Berufswahl und freie Wahl des Arbeitsortes verletzen, er kann dies aber von bestimmten Bedingungen abhängig machen, wie bspw Konkurrenzverbot, Branchenverbot ect pp. Er kann aber nicht die Zustimmung verweigern einfach so... zudem sind dann noch andere arbeitsrechtliche Aspekte zu beachten wie bspw das ArbZG - wer eine 48 Stundenwoche bspw hat, der kann rein rechtlich keinen Nebenjob ausüben, weil eine Arbeitszeit über 48 Stunden die Woche hinaus nur unter ganz engen Grenzen zulässig wäre

Das Weisungs- oder Direktionsrecht des Arbeitgebers berechtigt ihn, Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung nach billigem Ermessen näher zu bestimmen, soweit diese Arbeitsbedingungen nicht durch den Arbeitsvertrag, Bestimmungen einer Betriebsvereinbarung, eines anwendbaren Tarifvertrages oder gesetzliche Vorschriften festgelegt sind. Entspricht die Weisung nicht billigem Ermessen, so ist sie unwirksam. Der Arbeitnehmer braucht ihr nicht Folge zu leisten, darf also die zugewiesene Arbeit verweigern. Das Weisungsrecht kann auch durch Grundrechte des Arbeitnehmer, etwa durch die Gewissensfreiheit, begrenzt sein

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