Freundin als Floristin beschäftigt

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Zur ersten Frage: Auch für Floristen gilt das Entgeltfortzahlungsgesetz. Das besagt in § 2 Abs. 1: "Für Arbeitszeit, die infolge eines gesetzlichen Feiertages ausfällt, hat der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt zu zahlen, das er ohne den Arbeitsausfall erhalten hätte"

Also muss der Tag bezahlt werden, Minusstunden dürfen nicht geschrieben werden.

Zu Frage 2: Einen Teil des Urlaubs kann der Chef schon verplanen (z.B. Betriebsferien). Aber im Bundesurlaubsgesetz § 7 Abs. 2 steht auch: " Der Urlaub ist zusammenhängend zu gewähren, es sei denn, daß dringende betriebliche Gründe eine Teilung des Urlaubs erforderlich machen. Kann der Urlaub aus diesem Grund nicht zusammenhängend gewährt werden, und hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Urlaub von mehr als zwölf Werktagen, so muß einer der Urlaubsteile mindestens zwölf aufeinanderfolgende Werktage (zwei Wochen) umfassen.

Danke für's Sternchen

Einmal abgesehen von der Geltung des Entgeltfortzahlungsgesetzes und möglicher tarifvertraglicher Vereinbarungen ist es im Floristengewerbe ja so, dass an vielen gesetzlichen Freitagen zumindest stundenweise gearbeitet wird (z.B. Herstellung und Verkauf von Blumengebinden).

Wenn also generell gilt, dass ein Arbeitstag, der auf einen Feiertag fällt, nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz bezahlt wird, der Arbeitnehmer eine Arbeitsleistung, die trotz des Feiertages geschuldet wird - wie gelegentlich im Falle von Floristen -, wegen Fehlzeit aber nicht erbringt, dann kann das wohl "minusstunden aufgeschrieben werden".

Was den Urlaub angeht:

Einfach so bestimmen kann der Chef nicht, wann Deine Freundin Urlaub zu nehmen hat! Im Bundesurlaubsgesetz §7 Abs. 1 Satz 1 heißt es: "Bei der zeitliche Festlegung des Urlaubs sind die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen, es sei denn, dass dieser Berücksichtigung dringende betriebliche Belange oder Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen, entgegenstehen." Wenn also im Betrieb "Not am Mann" ist (dann muss es aber schon "dringend" sein!) oder eine Kollegin mit schulpflichtigem Kind Urlaub nehmen will, hat deine Freundin das Nachsehen.

Du schreibst in einem Kommentar, dass der Chef den Urlaubsbeginn manchmal nur 2 Wochen vorher festlegt. Einmal abgesehen davon, dass er den Urlaub wie erläutert nur unter bestimmten Bedingungen festlegen darf: 2 Wochen sind sicherlich zu kurz! Es gibt zwar keine gesetzlichen Regelungen dazu, wann ein Urlaubstermin bekannt gegeben werden muss (das dürfte Richterrecht sein), der Zeitraum dürfte unter normalen Voraussetzungen ("Notfälle" sind etwas anderes) aber so weit bemessen werden müssen, dass eine "vernünftige" Urlaubsplanung noch möglich ist - und das dürfte bei 2 Wochen kaum der Fall sein.

Sorry, aber dein Vortrag zu den Minusstunden ist falsch.

Minusstunden gibt es lt. BAG nie ohne Arbeitszeitkonto. Für einen Feiertag muss auch bei einer Floristin die auf diesen Wochentag entfallende durchschnittliche Arbeitszeit der letzten 13 Wochen lt. EntgFG festgestellt und fortgezahlt werden.

@ralosaviv

Okay, ich lasse mich gerne belehren oder lerne dazu!

Im Falle der "Minusstunden" (oder zeitlich nicht erbrachter Arbeitsleistung) bin ich dann eventuell eher eigenem logischen Denken (oder was ich dafür halte) gefolgt als konkreter juristischer Kenntnis in diesem speziellen Fall. :-(

Allerdings geht es in diesem Fall ja nicht darum, ob ein Feiertag aufgrund des Entgeltfortzahlungsgesetzes selbstverständlich entsprechend durchschnittlicher täglicher Arbeitszeit bezahlt wird (worauf Du richtig hinweist) , sondern darum, dass Arbeitsleistung, die an diesem Tag vom Arbeitnehmer (Floristin) hätte erbracht werden müssen, tatsächlich nicht erbracht wurde, diese Zeit des Nichterbringens also bei der Abrechnung durch den Arbeitgeber negativ berücksichtigt wird.

Beispiel: arbeitsfreier Feiertag, 8 Stunden nicht arbeiten müssen, werden aufgrund Entgeltfortzahlungsgesetz selbstverständlich trotzdem bezahlt; Floristin hätte 3 Stunden arbeiten müssen, hat sie aber nicht, bleiben also lediglich 5 Stunden, die bezahlt werden müssen (wenn sie diese 3 Stunden nicht frei genommen hat).

Oder gilt es doch umgekehrt: Die Floristin bekommt, wenn sie denn an dem Feiertag 3 Stunden arbeitet, diese 3 Stunden zusätzlich mit Zuschlägen bezahlt? Und wenn nicht, dann nur den vollen Durchschnittslohn, obwohl sie 3 Stunden hätte arbeiten müssen?

Liege ich mit dieser Überlegung falsch?

Und hast Du einen Beleg/Hinweis (Aktenzeichen o.ä.) zum BAG in der Frage "Minusstunden - Arbeitzeitkonto".

Mir ging es auch nicht um diese Begriffe. Aber wenn ich z.B. 3 Stunden zu wenig arbeite, dann fehlen die halt und müssen nachgeholt oder anderswie ausgeglichen werden - ob mit oder ohne "Arbeitszeitkonto".

Während ihrer Ausbildung ist ihr der Urlaub während der Berufsschulferien zu gewähren. Ansonsten müssen natürlich Urlaubspläne eingehalten werden. Vor allem wenn mehrere Azubis im Betrieb sind.

Gesetzliche Feiertage muss sie selbstverständlich NICHT nacharbeiten.

ja, und das ist ja der hammer, das sie die feiertage nacharbeiten muss bzw minusstunden aufgeschrieben werden

Gesetzliche Feiertage sind keinesfalls Minusstunden sondern müssen bezahlt werden wenn der Tag zu den üblichen Arbeitstagen gehört. Ich mein damit wenn man nur Montags-Mittwoch arbeitet bekommt man den Donnerstag als Feiertag natürlich nicht bezahlt. Beim Urlaub muß man sich schon nach betrieblichen Belangen richten.

http://www.lohn-info.de/lohnfortzahlung_feiertage.html Hier mal nachlesen.

ihr chef sagt ihr, das sie als floristin sonderregelungen hat und das gesetzliche feiertage in dieser branche ganz normale arbeitstage wären.

auch, wenn die Urlaubstage sehr kurzfristig festgelegt sind ? manchmal wird nur 2 wochen vorher bekannt gegeben, wenn der urlaub beginnt

Also es ist so das Feiertage voll bezahlt werden. Dies sind dann Minusstunden... Wenn sie dort nicht arbeitet, wenn sie es tut dann gibt es 100% lohnsteuerfreies plus.

Der Chef kann den Urlaub bestimmen! In kleinen Betrieben muss dieser darauf achten das der laden dann geöffnet ist wann er es will (florist). Er muss sie nur in Bezug auf die anderen Angestellten gerecht behandeln und ihre Wünsche berücksichtigen. Ist sie die Einzige ist sie ih ausgeliefert, jedenfalls so mehr oder weniger...

Sorry falsch ausgedrückt! Feiertage werden normal bezahlt!

Arbeits- und Urlaubsrecht?

Folgendes: Meine Frau arbeitet in einem REWE, der einem privater Pächter gehört, also kein REWE in 100 % Regie von REWE.

Sie arbeitet dort seit ca. 4,5 Jahren, als 450 Eurokraft, also Minijobber beim Regalservice.

Sie ist von Anfang an so eingestellt worden vom Landeigentümer. Die ganzen Jahre gab es mit Arbeits- und Urlaubsrecht wie oben beschrieben keinen Anlass zur klage.

Heute nun rief der Manager des Ladens an, dass sich für nächstes Jahr etwas geändert habe und zwar mit dem Urlaub.

Es gibt für 2019 3 Wochen Urlaub und zwar meine Frau muss im Januar eine Woche machen, im März eine Woche und im August eine Woche, aber auch die betreffende Kalenderwoche gab der Chef vor, also maximal eine Woche Urlaub am Stück und 3 Wochen vorgegeben vom Chef, wann der zu nehmen ist.

Ob es jetzt bei nur 3 Wochen Urlaub für 2019 bleibt, oder ob der Mitarbeiter sich noch eine eigene Woche Urlaub (also eine diesbezügliche Planung) nehmen kann, ist bis jetzt nicht bekannt.

Meine obigen Fragen betreffend:

Darf der Chef einem Mitarbeiter Urlaub geben in dem er ihm vorgibt wann und wie lange maximal und darf er den gesetzlichen Urlaub selbstständig auf 3 Wochen für das ganze Jahr kürzen, oder ist da gesetzlich etwas anderes vorgegeben?

Danke schon mal für eure Hilfe, schön wäre es wenn ihr links hättet wo das genau festgelegt ist und was würdet ihr machen?

Zum Abschluss, meine Frau mag den Laden, die Mitarbeiter und die Kunden und fühlt sich eigentlich wohl dort. D.h. wenn man sich gegen den Chef stellt, könnte es sein, das der Sie raus mobbt!

Meine Frau ist 58 Jahre alt und möchte die paar Jahre bis zur Rente noch gern dort arbeiten :-(

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