Gedankenspiel: darf ein Ghostwriter mit dem Verpetzen drohen?

Bin kein Jurist, beschäftige mich aber gerne mit interessanten Fällen und Fragen. Habe soeben eine erfunden.

Nehmen wir an, der Doktorand A. beauftragt Ghostwriter B. damit, seine Promotionsschrift zu verfassen. Die Agentur bewirbt ihre Arbeit als "zuverlässig" und "100% diskret", wobei gezielt Anspielungen darauf gemacht werden, dass sie sich an Studenten und Doktoranden, die keine Lust auf das Schreiben von Arbeiten haben, richtet. Er übernimmt sie dann vollständig und reicht sie ohne wesentliche Änderungen ein, woraufhin er seine Promotion mit 1,3 besteht.

Drei Jahre später erhält A. von B. einen Anruf, in welchem B. ihm sagt, dass er aufgrund "Anweisungen der Agentur im Rahmen der akademischen Integrität" verpflichtet sei, die "Unterstützung bei der Erstellung der Dissertation" bei der Uni zu melden. Diese Verpflichtung würde entfallen, wenn A. eine "Nachträgliche Selbstständigkeitsbestätigung und Erklärung zur Nicht-Zweckentfremdung der Leistung" an die Agentur abgeben würde, welche natürlich 10.000 Euro "Bearbeitungsgebühr" kostet.

Kann A. B. wegen Erpressung verklagen? Oder geht das nicht, da A. ja bereits durch die Nutzung einer von Fremden verfassten Arbeit unter seinem eigenen Namen gegen das Gesetz verstoßen hat? Ist es für die Firma rechtens, so noch mehr Geld zu verlangen?

Dürfte A., wenn er nicht bezahlt oder die Uni alles anderweitig erfährt, den Ghostwriter auf den Preis der Arbeit verklagen? Ist ein Ghostwriting-Vertrag unter bestimmten Voraussetzungen sittenwidrig?

BONUS: Dürfte eine Ghostwriting-Agentur obige Bestimmungen (Verpetzen bei der Uni nach 3 Jahren außer, wenn 10.000 Euro dazugezahlt werden) ins Kleingedruckte des Vertrages/der Bestimmungen auf der Website tun - und dabei bei der telefonischen Kontaktaufnahme mit Kunden oder bei der Zusammenarbeit zwischen dem Ghostwriter und dem Kunden gezielt verschweigen? Greifen hier Wucher oder Sittenwidrigkeit?

Recht, Strafrecht, Universität, Vertragsrecht
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