Kaskoschaden Abrechnung - Teil 2?

Wie bereits vorletzte Woche geschildert, gab es im Bekanntenkreis einen Teilkaskoschaden, da ein Carport auf das Auto meines Bekannten gestürzt ist.

Die Versicherung hat den Schaden mittlerweile als Totalschaden abgerechnet, d.h. es wurde der Zeitwert abzgl. Restwert erstattet. Das waren ca. 6.800 €. Der Totalschaden wurde wohl auch in eine versicherungsinterne Datenbank eingetragen.

Nichtsdestotrotz konnte das Fahrzeug in einer Kfz-Meisterwerkstatt repariert werden. Die Reparaturkosten wurden sowohl vor der Reparatur persönlich vor Ort (unter Zeugen) als auch mehrfach während der Reparatur telefonisch i.H.v. 4.300 € beziffert.

Heute bei der Abholung meinte der Werkstattinhaber, dass der Fahrzeughalter von der Versicherung ja "viel mehr Geld bekommen habe" und somit noch einen Gewinn machen würde. Er schlug daher vor, dass man sich das ja teilen könne und hätte statt der 4.300 € nun gerne 5.500 €. Er führte ferner aus, dass wenn die Versicherung von einer Reparatur für nur 4.300 € erfahren würde, sie die Differenz zwischen Abrechnung (6.800 €) und Reparatur (4.300 €} wieder zurückfordern wolle.

Der Halter bestand darauf, nur die besprochenen 4.300 € zahlen zu wollen. Der Werkstattinhaber willigte letztlich ein und stellte eine entsprechende Rechnung aus.

Nun habe ich 2 Fragen:

  1. Ich gehe davon aus, dass der Fall für die Versicherung aufgrund der Abrechnung als Totalschaden erledigt ist und keine weitere Rückforderung kommt. Dass letztlich eine günstigere Reparatur erfolgt ist, interessiert die Versicherung nicht.
  2. Aufgrund des Eintrages in die Totalschaden-Datenbank sind künftige Kaskoschäden nicht mehr abrechenbar. Betrifft das nur Schäden, die die jetzt reparierten Bauteile betreffen oder das ganze Fahrzeug? Hier wurde hauptsächlich das Dach, eine A-Säule und die Heckklappe repariert. Würde bspw. ein Wildunfall, der den Austausch der Stoßstange erforderlich macht, noch abgerechnet werden können oder nicht?

Herzlichen Dank vorab!

Kfz-Versicherung, Versicherung, Versicherungsrecht
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Kaskoschaden Abrechnung?

Hallo! Ich starte mal direkt mit dem Sachverhalt:

Enkel (Fahrzegughalter) stellt sein Auto mit Zustimmung der Oma unter deren Carport. Der Carport bricht zusammen und beschädigt das Fahrzeug.

Laut übereinstimmender Aussage beider Versicherungen (Carport und Fahrzeug) liegt hier ein Teilkaskoschaden vor, der durch die Kfz-Versicherung abgerechnet wird.

Nach Anruf bei Kfz-Versicherung (DEVK) wird Fahrzeug in Partnerwerkstatt verbracht. Dort wird ein Kostenvoranschlag erstellt. Die Höhe des Kostenvoranschlages ist dem Halter und mir nicht bekannt.

Aufgrund des Kostenvoranschlages beauftragt die DEVK einen Sachverständigen, der den wirtschaftlichen Totalschaden feststellt. Das Fahrzeug ist nach wie vor fahrbereit, aufgrund einer gesprungenen Heckscheibe aber vermutlich nicht verkehrssicher. Die Feststellung des Totalschadens teilt der Sachverständige dem Halter telefonisch mit.

Wenige Tage später erfolgt Rücksprache mit der Werkstatt. Dort wird auch noch einmal angesprochen, dass ein Totalschaden festgestellt wurde, der Inhaber der Werkstatt hatte aber bereits Kenntnis davon. Der Inhaber teilt mit, dass er den Schaden reparieren kann und das mit der Versicherung geklärt habe (mündliche Aussage gegenüber Halter und dessen Vater als Versicherungsnehmer).

Der Versicherungsnehmer unterzeichnet ausschließlich eine Abtretungserklärung, keine Auftragsbestätigung. Der Halter bekommt einen Leihwagen und die Werkstatt beginnt mit der Reparatur.

Wieder einige Tage später teilt die DEVK mit, dass sie das Gutachten des Sachverständigen erhalten habe und den Restwert des PKW (Zeitwert abzgl. Schrottwert) direkt mit dem Halter abrechnet.

Nun die Frage:

Welche Ansprüche hat die Werkstatt gegenüber dem Fahrzeughalter bzw. gegenüber dem Versicherungsnehmer?

Versicherungsrecht, Vertragsrecht
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