Dividenden = Verlust?

Hallo,

Ich bin neu hier im Forum und habe noch relativ wenig Ahnung von Aktien.

Was ich weiß, ist dass manche Unternehmen in Deutschland jährlich eine Dividende an die Aktionäre auszahlen, also einen Teil des Gewinns, den das Unternehmen erzielt hat.

Diese wird am Tag der Hauptversammlung festgelegt und stellt sich als Geldbetrag dar. Z.B. 4€ pro Aktie. Nun ist es ja aber so, dass der Aktienkurs am Tag der Ausschüttung genau um den Betrag sinkt, der der Dividende entspricht. Nennt sich dann soweit ich weiß Dividendenabschlag (?). Ist ja auch logisch, weil das Unternehmen ja jetzt weniger Wert ist, weil ja Geld abgeflossen ist. Andernfalls würde sich ja jeder am Tag vor der Dividendenauzahlung Aktien kaufen, einen Tag später die Dividende einstreichen und die Aktie dann zum Kaufpreis wieder verkaufen.

Also Beispiel: Aktie X kostet 100€. Auf der Hauptversammlung wurde eine Dividende von 4€ je Aktie festgelegt. Diese wird ausgezahlt, gleichzeitig sinkt die Aktie auf 96€. Man könnte jetzt meinen, dass ich als Aktionär zwar keinen Gewinn, aber eben auch keinen Verlust gemacht habe.

ABER: Die Dividende unterliegt ja der Abgeltungssteuer von ca. 25%. Das heißt von meinen 4€ Dividende wird 1€ an den Staat abgeführt, mir bleiben noch 3€. Die Aktie ist aber um die vollen 4€ gesunken. Dann hab ich ja jetzt ingesamt Geld im Wert von nur noch 99€, oder? Denn 3€ Nettodividende, 96€ Aktienwert. Insgesamt habe ich doch quasi 1€ an den Staat verloren. Dann hätte ich doch lieber auf die Dividende verzichtet, die Aktie wäre nicht gesunken und ich hätte ganz normal meine Aktie im Wert von 100€.

Wo ist hier mein Denkfehler? Wäre super wenn mir jemand auf die Sprünge helfen könnte :)

Gruß,

Aktien, Dividende