Woran erkenne ich einen guten Scheidungsanwalt?

14 Antworten

nachdem ich das gerade hinter mir habe, hab ich ein paar Punkte dazu:

  • jeder Anwalt wird sich über eine Kampfscheidung freuen wie ein Schneekönig. Für ihn oder sie ist das reine Routinearbeit mit gesichertem Einkommen.

  • ein Anwalt führt bei Scheidungssachen immer dazu, daß der Vorgang sich in die Länge zieht und hässlich wird. Nicht einmal absichtlich, sondern alleine durch die Tatsache, daß er verpflichtet ist, Dir bzw. Deinem Partner das maximal mögliche zu erläutern und das im Grunde auch zu fordern.

  • wenn ich die Uhr um drei Jahre zurückdrehen könnte, würde ich - gemeinsam - einen Paartherapeuten aufsuchen. Nicht, um therapiert zu werden, sondern um einen Zustand herzustellen: Das Problem steht nicht zwischen uns, wir haben ein gemeinsames Problem. Das heißt nicht, daß die Beziehung deshalb weiterbestehen wird oder muß, aber es bedeutet, daß man gemeinsam daran arbeiten kann, das Problem zu lösen, anstatt sich über Anwälte um Eigentum, Unterhalt und Besuchsrechte zu streiten. Ich würde mir aus diesen Gesprächen heraus erhoffen, gemeinsam in eine Mediation zu gehen.

  • lasst eure Gefühle abklingen. Eine Scheidung ist immer für beide Seiten verletzend. Wer verletzt ist kann aber nicht rational handeln, Wer nicht rational ist wird verleten und verletzt werden. Ein Anwalt verstärkt das nur.

Langer Rede kurzer Sinn: meines Erachtens gibt es keine guten Scheidungsanwälte. Es mag welche geben, die für Dich den größtmöglichen Materiellen Erfolg herausschlagen, aber Du wirst einen Preis dafür zahlen, und damit meine ich nicht das Anwaltshonorar.

Versucht, so weit als möglich ohne Anwalt zurechtzukommen und erst, wenn es wirklich nicht mehr weiter geht, dann überlege Dir ob ein guter Anwalt einer ist, der den schlimmsten Schaden von Dir abwenden soll, oder einer, der Deinem Partner den größtmöglichen Schaden zufügen soll. Ich glaube nicht, daß es dazwischen was gibt.

pj

Das ist sehr schwierig. Wie auch mit z.B. Ärzten, der eine schwört drauf, der andere verteufelt ihn. Da kannst du nur eines machen und die Mühe auf dich nehmen, mit verschiedenen Anwälten ein Gespräch suchen und dir dann den, für dich bestgeeignetesten herausfiltern. Es gibt NICHT wirklich viele Gute.

Hallo pdiskret, ein Anwalt ist wohl unerlässich. Besonders, wenn du selbst die Scheidung einreichst, geht das nur mit einem Anwalt. Wenn dein Mann dabei ein unangenehmer Gegner wird, brauchst du einen Anwalt, der für dich wie ein Löwe kämpft. Und jemanden, der die Sache nicht nur routinemäßig abarbeitet, sondern strategisch klug und vorgeht und 100%ig auf deiner Seite ist. Ich hab da gute Erfahrungen gemacht. Adresse ist www.rechtsanwaelte-neumann.de grafikerin-dd

Erkundige dich im Bekanntenkreis, wer mit dem Ergebnis seines Scheidungsverfahrens zufrieden ist. Das ist wohl das beste Indiz. Wenn du seine Freunde kennst, geh dann zu der besten Konkurrenz mit dem prunkvollsten Sitz! Viele Infos kann man auch auf dem Golfplatz oder in der gerichtskantine aufschnappen.

leider ist aber die Gegenseite immer unzufrieden.

@manni1937

Ich halte weniger von einer harten Scheidung. Mit einer einvernehmlichen Lösung kann man günstiger mehr erreichen und sogar ein freundschaftliches Verhältnis behalten.

@Indy72

Und auch sonst geschehen noch Zeichen und Wunder..:-)

@solf1

Wenn du andere erfahrungen gemacht hast, Solf, dann schade... Besser wäre aber anders!

@Indy72

Ich halte genausowenig davon und an mir soll es wirklich nicht liegen. Ich habe einfach Angst das meine Tochter daran zerbricht, sie möchte natürlich nicht das wir uns trennen. Bekommt aber jeden Streit mit,leider.

@pdiskret

Alternativvorschläge zur Mediation hast Du von mir doch auch bekommen. Also hast Du die Wahl!

@Indy72

Bin völlig deiner Meinung, aber was wenn mein Mann nur auf Rache sinnt. Ich wollte mit ihm zu einer Paartherapie, hat er abgelehnt. Beratungsgespräche will er auch nicht. Ich rede mit Engelszungen auf ihn ein das wir das friedlich lösen können. An mir soll es wirklich nicht liegen. Wenn wir kein Kind hätten, wäre es mir egal was da abgeht, aber ich habe wirklich Angst um die Kleine, er hat sie leider schon öfter als Druckmittel benutzt, wei er genau weiß, das dass mein wunder Punkt ist.

Ein gutes, wenngleich nicht abschließendes Kriterium ist die von der Rechtsanwaltskammer verliehene Bezeichnung "Fachanwalt" für Familienrecht. Das setzt besondere Kenntnisse, bestimmte Fallzahlen (Erfahrung) und den Nachweis regelmäßiger Fortbildung voraus. Mediation und Paartherapie ist recht und schön, setzt aber bei beiden Partnern den Willen zur gütlichen Einigung voraus. Das scheint im vorliegenden Fall nicht gegeben zu sein. Und einseitiges Nachgeben, weil Streit vermieden werden soll, führt dann nur zum Versuch des streitenden Partners, noch mehr für sich herauszuholen.

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