Wie darf ich mich bei einem Überfall verteidigen?

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Dein Abwehr muss angemessen sein. Ein Schlag, von dem Du weisst, das er potentiell tödlich ist (Beispielsweise gegen den Kehlkopf), darfst Du nicht anwenden, wenn er Dein Handy haben will, wohl aber wenn es um eine Vergewaltigung oder Tötungsabsicht geht. Verhältnismäßigkeit ist hier der springende Punkt.

Genauer: es gilt die Rechtsgutabwägung. Es ist nicht angemessen, den Tod eines Menschen für den Erhalt von paar hundert Euro in Kauf zu nehmen, geht es aber um die körperliche Unversehrtheit, kannst Du alles tun um (und jetzt genau lesen!) den "unmittelbaren, rechtswidrigen Angriff abzuwehren". Sprich, hast Du den Angreifer kampfunfähig gemacht, darfst Du nicht so lange auf ihn einprügeln, bis er tot ist. Der Angriff ist nämlich nicht mehr unmittelbar.

Für die Juristen: einen straffreien Notwehrexzess nach §33 StGB vernachlässige ich jetzt mal, da er ja nun eine Ausnahmeregelung mit meines Wissens in der Praxis eher schwammiger Auslegung handelt.

Bei der Notwehr gibt es keine Abwägung der Rechtsgüter....

Natürllich: wenn er mit das Handy stehlen würde dürfte ich ihn sicher nicht erschießen o.ä. aber ich denke das Problem ist hier eher die Bedorhugn durch das Messer, denn hierdurch wird ja mein Leben bedroht. (Er möchte mit dem Messer ja dann sicher nicht nur meien Jacke o.ä, zerschneiden^^)

@kayo1548

Gut, hab gerade nochmal nachgelesen, das Prinzip ist das des krassen Mißverhältnisses, aber das Prinzip ist klar geworden.

Solange du nicht auf ihn einschlägst, während er am Boden liegt, denke ich, dass es in Ordnung ist

Ich sage dir mal, wie die Realität aussieht: du darfst als Angegriffener gar nichts machen. Wenn du dich wehrst und der Angreifer dich danach anklagt, wird mit großer Wahrscheinleichkeit ein Verfahren gegen dich eingeleitet. Weil: du hättest ja auch weglaufen können oder die Polizei anrufen können.

In Deutschland herrscht real ein kaum zu glaubender Täterschutz, als Opfer bist du quasi rechtlos und den Tätern hilflos ausgeliefert. Du darfst nichts weiter als weglaufen oder besser noch hoffen, dass es schon nicht so schlimm wird. NACHDEM man dich angegegriffen hat, kannst du den Täter ja anzeigen, aber das hat nur dann SInn, wenn du ihm die Tat auch zweifelsfrei nachweisen kannst und du nachweisen kannst, dass du ihn nicht vielleicht irgendwie provoziert hast (etwa indem du telefoniert hast und er damit dein teures Handy seheh konnte und sich so genötigt fühlte, das Gerät haben zu müssen). Letztlich bleibt es dabei: als Opfer bist du rechtlos und kannst nichts machen.

So krass wie du es darstellst ist es auch wieder nicht ;)

Auch wenn es sicherlich einige Fehlurteile gab. Was mich da zugegebenermaß0n auch aufregt, wenn da schlichtweg falsch recherchiert oder nicht gründlich überdacht wurde. Aber sowas wird sich wohl nie gänzlich vermeiden lassen

Gib ihm den Gegenstand - das ist das Beste. Selbst jemand der da schon jahrelang Erfahrung hat wird nichts anderes tun Ein Messer bedeutet akute Gefahr und keine Technik kann dich sicher schützen. Da den Heldebn zu spielen ist falsch - tu alles was er verlangt um die Gefahr zu minimieren. Wenn er dich dann trotzdem angreift kannst du dich ja verteidigen, obwohl die Chancen nicht unbedingt gut sind. (Ich weiß du wolltest das nicht hören aber man kann es nicht oft genug erwähnen, vllt weißt du das ja, aber jemand anders der das liest und denkt man kann auf Rambo machen muss einfach vorgewarnt werden ;) )

Und nun zu dem was du wissen möchtest: das wäre absolut legal und genau richtig wenn du dich verteidigen müsstest, denn anders hat das in so einer Situaiton keinen Sinn.

Hallo ich bin von einem Typen ( ehemaliger Klassenkamerad) mit einem Messer bedroht worden. Zum Zeitpunkt der Bedrohung standen wir auf einer Neckarbrücke ( ca. 15 M hoch) Ich trat ihm das Messer irgendwie weg, es kam zum Gerangel, er flog von der Brücke in den Neckar. Ergebnis: Ermittlung gegen mich wurden eingestellt es war Notwehr. Ach ja der andere hatte so viel ich weiß Brüche und Quetschungen und .... ja er war dann nüchtern.

Gruß Theo

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