Werden bei einer Privatinsolvenz Genossenschaftsanteile f. eine Mietwohnung gepfändet? Verliere ich Whg.?

5 Antworten

Es ist richtig, dass die Genossenschaftsanteile gepfändet werden können. Ein Teil wird in der Regel zur Mietsicherung verwendet. Beispiel: Die Genossenaschaftsanteile betragen in Summe 750,00 €. Davon dienen lt. Nutzungsvertrag 500,00 € der Mietsicherung. Es ist nun die Frage, ob dieser Teil auch gepfändet werden kann oder nur der Anteil in Höhe von 250,00 €

Bei mir läuft das Privatinsolvenzverfahren. Der Insolvenzverwalter hat gerade meine Genossenschaftsmitgliedschaft zum 31.12.12 gekündigt, was rechtlich möglich ist. Laut meinem Nutzungsvertrag mit meiner Wohnungsgenosschenschaft dienen zwei Drittel (500,00 €) der Mietsicherung, also quasi als Kaution. Nach Auskunft der Genossenschaft ist dieser Teil der Genossenschaftsanteile nicht pfändbar. Ich kann in meiner Wohnung bleiben. Mein Nutzungsvertrag wird in einen Mietvertrag umgewandelt, da ja meine Mitgliedschaft erloschen ist. Mit dem Insolvenzverwalter muss nun eine Einigung erzielt werden, wie die Anteile in Höhe von 250,00 € abzuzahlen sind, damit die Mitgliedschaft nicht erlischt. Es ist also immer zu prüfen, inwieweit die Genossenschaftsanteile wie oben beschrieben, aufgeteilt sind.

Der Insolvenzverwalter kann die Mitgliedschaft des Mieters in einer Genossenschaft nach § 65 GenG aufkündigen und die Auszahlung des Auseinandersetzungsguthaben bei Fälligkeit verlangen. Die Kündigung der Wohnung bleibt hierbei erstmal unberührt. Ob die Genossenschaft die Wohnung dann kündigen kann, hängt jedoch von einigen Faktoren ab. Der BGH setzt den Genossenschaften nämlich klare Vorgaben für die Kündigung der Wohnung. In der Regel wird der Mieterschutz höher bewertet, als das Recht der Genossenschaft die Wohnung zu kündigen. Eine Kündigung in diesm Fall ist nur möglich, wenn die Genossenschaft faktisch keinen Leerstand und eine Warteliste von Mitgliedern auf eben jenen Wohnungstyp hat. Des Weiteren kann gekündigt werden, wenn die Gefahr für die Genossenschaft besteht die 10% Grenze für Nichtmitgliedergeschäfte zu überschreiten und somit Körperschaftssteuerpflichtig zu werden. Sind diese 2 Punkte nicht erfüllt obsiegt der Mieterschutz und der Mieter kann auch als Nichtmitglied in der Wohnung bleiben. Eine Kündigung hätte vor Gericht keine Aussicht auf Erfolg.

Auch ich bin von diesem Thema betroffen und lt. Auskunft von Herrn Langenhahn ist es tatsächlich so, daß die ganzen Anteile vom Insolvenzverwalter gepfändet (nach einem Bundesgerichtsbeschluß) werden m ü s s e n, es sei den, man findet jemanden, der einem die Geldsumme der Anteile gibt, damit man diesen Betrag dem Insolvenzverwalter aushändigen kann.

In Privatinsolvenz verbleibt Dir nur der Sozialsatz zum Leben. Alles Andere wird für die Tildung etc. benötigt. Das ist diese sog. Wohlverhaltensphase. Deine Wohnung wirst Du nicht verlieren. Und wenn dieser Genossenschaftsanteil als Sicherheit für die Wohnung betrachtet wird, wird dieser Betrag auch nicht dafür verwendet.

so hatte ich es auch immer gehört aber meine Schwester arbeitet bei einer großen Kanzlei(auch Insolvenzen)Und sie hat mir gesagt das dies dort schon vorgekommen ist.Das sie die Genossenschaftsanteile gefändet haben

@anni07

Dadurch verlierst Du aber nicht die Wohnung.

das ist falsch !

Sowohl von der Mitarbeiterin einer Genossenschaft als auch von einer Frau bei der Schuldnerberatung weiß ich dass Insolvenzverwalter die Genossenschaftsanteile gnadenlos pfänden können und müssen!

In der Satzung der o.a. Genossenschaft steht z.B. dass wenn die Anteile gepfändet werden auch die Wohnung gekündigt wird.

Einzige Chance in dem Fall:

man macht einen Deal mit der Genossenschaft dass die Anteile danach wieder eingezahlt werden. Bleibt aber die Frage ob der Insolvenzverwalter die dann wieder pfänden kann.

Bei einer MIetkaution kommt der I.V. nicht ran.

Ist eine riesengroße Sauerei, da man auf diese Weise obdachlos werden kann.

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