Wenn ich Transsexuell bin, werde ich dann als Arbeitunfähig eingestuft

5 Antworten

Lange Rede kurzer Sinn. Machen wir es doch mal kurz und bündig: Krankenkassentechnisch gilt Transsexualität als Krankheit und findet seinen Niederschlag im ICD unter F. 64.0, nur dadurch sind die Kassen verpflichtet, die Kosten für die Angleichung zu übernehmen. Menschlich gesehen ist TS keine Krankheit, sondern eine Normvariante der Natur. Wir sind nicht verrückt oder psychotisch oder sonstwas.

Nun zum Thema Arbeitslosigkeit: TS ist kein Kündigungsgrund, aber die meisten Arbeitgeber suchen und finden fadenscheinige Ausreden um eineN TS nach dem Outing zu kündigen. Wenn Erscheinungsbild und Papierdaten nicht übereinstimmen, kann es Probleme mit einer Einstellung geben, muß es aber nicht zwangsläufig. Hier ist einfach nur Selbstbewußtsein gefragt. Solange Du nicht in der Genesungsphase nach einer OP bist, wirst Du auch nicht krankgeschrieben. Arbeitsunfähig sind die allerwenigsten, aber dann meist aus anderen Begleitgründen und nicht wegen TS. Allein wegen TS wirst Du nicht von Therapeuten arbeitsunfähig geschrieben.

Also selbst nach einem Outing: Niemals aufgeben, weiter bewerben und selbstbewußt vor dem Arbeitgeber auftreten. Viel Glück.

LG transeltern

Auch wenn die Frage schon etwas zurückliegt, denke ich mal, dass sie an Aktualität nie verliert.

Als arbeitsunfähig werden Transsexuelle nicht eingestuft, aber scheinbar hat es sich bei den Jobcentern eingeschlichen, Transsexuelle als unvermittelbar einzustufen, wenn auch nur zeitweise, denn oftmals sind die Jobvermittler mit Transsexuellen überfordert und wissen sie a) nicht zu vermitteln und b) nicht in geeignete Maßnahmen zu stecken, oder gar eine Umschulung zu finanzieren. Insofern bleibt das Ergebnis das Selbe, man steht auf der Strasse.

Und das, obwohl Transsexuelle, bis auf die OPs und deren Nachsorge, nach den OPs, im Grunde voll einsatzfähige Arbeitskräfte sind. Da kann man nur selbst nach Jobs suchen (im Jobcenter ist man ja eh nur noch ein reiner Verwaltungsakt) und hoffen, man trifft auf einen toleranten Arbeitgeber und ein Arbeitsumfeld, dass keine große Nummer daraus macht, dass die z.B. weibliche Erscheinungsform und der gegensätzliche männliche Name in den Papieren augenscheinlich nicht zusammen passen.

Das Tragische daran ist zudem, dass sich dadurch die Arbeitslosenzeit verlängert und es dadurch noch schwerer wird, im Zielgeschlecht Arbeit zu finden.

Viele potentielle Arbeitgeber möchten eine Erklärung/Begründung, weshalb man über diese lange Zeit keiner Arbeit nachgegangen ist, was aber sagt man ihnen, wenn man seine abgeschlossene Transition nicht offenbaren möchte, nachdem die Papiere ebenfalls korrigiert wurden?

Sorry.. war noch nicht fertig..!

Gerichtet an all die Besserwisser: Transident ist der Fachausdruck und diese Veranlagung gab es schon vor tausenden von Jahren und in manchen Ländern galten sie als göttliche Wesen, da sie ihr Geschlecht wechselten. Viele Betroffene sind Hochintelligent und sind meist als Führungskräfte eingesetzt.Und keiner schreit freiwillig nach dieser Veranlagung,nein ganz sicher nicht. Es wurde nachgewiesen, dass der Ursprung dessen, nicht selten an der Hypophyse liegt.Eine Hirnanhangsdrüse,welche für die Hormonsteuerung verantwortlich ist.! Wobei es bereits im Fötusalter, also im Mutterleid zu einer kontroversen Reaktion kommen kann. Somit bildet sich der Körper entgegen des eigentlichen Geschlechts. Das ist weder eine Missbildung, noch eine Krankheit, sondern einfach Entwicklung. Von Krankheit spricht man dann, wenn wir Betroffenen erst durch taktlose, oberflächliche und bösartige Menschen krank gemacht WERDEN !! Durch Mobbing, Diskriminierung oder gar sexuelle Belästigung aus Freude am Blosstellen des Betroffenen.

Mit lieben Grüßen ein Transmann

Also, ich habe 2 Jahre hinter mit, mit Psychoonkel und allen Terminen, ich hab die ganze Zeit durchgearbeitet, ausser die Zeit der Op´s da war ich krank geschrieben. Ich sehe keinen Grund darin, dass du nicht arbeiten sollst, denn es ändert sich doch nichts, nur dass du Hormone bekommst und 1 x die Woche zum Psychoonkel/tante gehen darfst (was ich für völlig sinnfrei halte). Es gibt keinen vernünftigen Grund, dass du "blaumachen" darfst. Ausserdem musst du ja auch den Alltagstest bestehen, zu dem gehört auch arbeiten.

Hallo, also ich bin selbst betroffene. und kann nur sagen das es dir sehr schwer gemacht wird in dieser zeit zu Arbeiten, deshalb wirst du dann auch nicht aufgrund von deiner Transidentität krank geschrieben, sondern meißt wegen Depressionen oder anderer Psychischer begleiterkrankungen, welche dir auch schon mal schnell den eintrag Arbeitsunfähig einbringen können. Und wenn du dabei nicht aufpasst, ne zwangseinweisung in die Psychatrie, ist mir schon Passiert, als Zeitsoldat beim Bund. Desweiteren habe ich innerhalb des Letzten Jahres genau deswegen, weil ich jetzt auch beschlossen habe mich nicht mehr zum emotionalen wrack zu machen und diesen weg zu gehen, innerhalb meines erlernten berufes (ich arbeite im Rettungsdienst) 3 mal die Kündigung erhalten, mit den begründungen ich würde einfach nicht ins Team passen und die Patienten gefährden. Und jetzt, gehe ich gezwungenermaßen zum Arbeitsamt, welches mich sofort wieder auf nicht vermittelbar setzt, das heißt wenn ich arbeiten will, muß ich mich ganz allein kümmern, die halten das nämlich für vergebliche müh, und vom gesetz her nicht zumutbar. Es ist nämlich so das du ja, solange du noch nicht die vornamens-/und besser noch Personenstandsänderung durchgeboxt hast, dich als "Mann in Frauenkleidern" deinem neuen Chef präsentieren mußt. Jetzt zeig den Chef, der dich da vorbehaltlos einstellt, die sind Handverlesen. Also, es kommt gar nicht so darauf an Krankgeschrieben zu werden, das wirst du im bedarfsfalle sowieso, sondern ob du überhaupt die möglichkeit erhältst für deinen unterhalt in dieser Zeit zu Arbeiten oder nicht, in den meisten fällen wohl eher nicht.

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