Was passiert wenn der Mieter nicht zur Schlüsselübergabe kommt?

5 Antworten

Natürlich kann der Mieter das verweigern und wie willst Du ihn zwingen? Die Polizei hilft Dir dabei sicher nicht.

Wir hatten solche Fälle schon. Ein junges Paar mietet eine Wohnung und zerstreitet sich unmittelbar danach. Die Frau ruft in Tränen aufgelöst an, dass sie sich die Wohnung allein nicht leisten kann und fortan weiter bei ihrer Mutter wohnen wird.

Wir baten darum, den Mietvertrag direkt schriftlich fristgerecht zu kündigen und baten sie aber um jeweils pünktliche Überweisung von 3 Monatsmieten zu den jeweiligen Zahltagen. Da sie aber von vornherein sagte, dass sie das gar nicht zahlen kann, boten wir ihr eine Ratenzahlungsvereinbarung an. Mit einem eher niedrigen zweistelligen Betrag zahlte sie ihre Schuld über 3 Jahre lang ab. Tatsächlich gelang es uns damals, erst wieder eine Nachmieterin zu finden, die 4 Monate nach dem ursprünglichen Mietbeginn einziehen konnte. Einen Monat Mietausfall mussten wir also verkraften.

Auf die Kaution haben wir verzichtet, hätten diese aber auch verlangen können.

In einem anderen Fall war es ähnlich. Erst der Entschluss die Wohnung zu mieten, Mietvertrag unterzeichnet und dann aber gleich wieder gekündigt. 3 Monate Miete waren fällig. Auch hier konnte nicht so schnell ein Nachmieter gefunden werden. Die Miete incl. Nebenkosten wurde bezahlt. Auf die Kaution verzichteten wir.

Grundsätzlich steht Dir also zu, was der Mieter als Leistung für die Zeit bis Ablauf der Kündigungsfrist zu zahlen gehabt hätte. Miete + monatliche Betriebskosten + Kaution. Da auch ein gerichtliches Mahnverfahren sehr lange dauert, macht es bei jemandem, der nicht zahlen will, wenig Sinn, auch die Kaution zu verlangen. Besser ist es dann, zu erklären, dass man auf die Kaution verzichtet, wenn die Miete pünktlich bezahlt wird, sie aber sofort verlangen wird, wenn die Mietzahlung nicht pünktlich kommt.

Ansonsten ist es tatsächlich besser, man zwingt den verhinderten Mieter nicht zu einer Wohnungsübernahme. Schlüssel bleibt bei Dir und Du suchst in Ruhe andere Mieter. Somit läufst Du auch nicht Gefahr, dass der verhinderte Mieter im Zorn was kaputt macht oder Abflüsse verstopft o. ä.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Moin!

Ich würde sagen, der Mieter will entweder verhindern, dass ihm irgendwelche eigentlich schon bestehende Schäden oder dergleichen womöglich untergeschoben werden, vielleicht will er aber auch bloß der Neuvermietung in jeglicher Hinsicht entgegen kommen, voller Hoffnung, dass vorzeitig ein neuer Mieter gefunden wird, was ihm ja evtl. helfen würde Geld zu sparen. Ich tendiere daher zum Zweiten.

Schönen Tag noch!

wölfin

Der Mieter kommt nicht zum Mietbeginn (Schlüsselübergabe)? Er verletzt den wirksamen Mietvertrag und schuldet die Gesamtmiete und die erste Kautionsrate ab den Tag des Mietbeginns, als ob er die Wohnung übernommen hätte, solange, wie der Mietvertrag nicht wirksam beendet ist oder wird.

Zahlt der Mieter auch im 2. Mietmonat nicht die vereinbarte Gesamtmiete und die 2. Kautionsrate , so kann der Vermieter fristlos kündigen unbeschadet der bereits wirksamen ordentlichen Kündigung des Mieters.

Nachmieterangelegenheiten muss der Vermieter nicht berücksichtigen.

Er verletzt den wirksamen Mietvertrag

In welchem Punkt genau verletzt der Mieter den Vertrag? Steht irgend wo im Vertrag, dass ein Mieter die Wohnung in Besitz nehmen MUSS? Nein, nicht wahr?

@Renick

Wenn der Mietvertrag den Mietbeginn fixiert hat, dann ist der Mietbeginn ein MUSS. Gibt es keinen Mietbeginn im MV, dann kann jede Partei von der anderen den Mietbeginn einfordern.

Schließlich bedeutet Mietbeginn Beginn der Miet- und Kautionszahlung.

Ist die Mietsache zum Mietbeginn nicht in einem vermietungsfähigen Zustand, muss der Vermieter mit Schadensersatzforderungen des Mieters rechnen, falls ein Schaden durch den Verzug entstanden ist.

@Gerhart

Davon spreche ich nicht. Klar tritt der Mietbeginn ein, und klar muss Miete gezahlt werden. Aber es besteht keine Pflicht, die Wohnung in Besitz nehmen zu müssen. Das ist ein Recht des Mieters, aber keine Pflicht. Das ist keine Pflichtverletzung.

Ich würde mit ihm das Gespräch und eine möglichst schnelle lösung suchen. Er schreibt doch ehrlich, dass sich inzwischen seine finanzielle lage deutlich verschlechtert hat. Da ist es doch besser, er zieht gar nicht ein und du vermietest die wohnung so schnell wie möglich weiter. Bestimmt hast du mehrere interessenten gehabt. Was nützt dir ein mieter, der längerfristig die miete nicht mehr überweisen kann?

Er soll dir deine umtriebe vergüten, die fehlende miete bezahlen und beiden ist geholfen.

Wenn er nichts hat, kannst du auch nichts holen. Vielleicht ist er auch unverschuldet in not geraten, da zählt für ihn im moment jeder euro.

... nichts, was soll wem denn auch passieren?

Der Mieter hat gekündigt und der Vermieter darf neu vermieten, sogar ab sofort.

Wir haben meist eine Warteliste und die wird es hier auch geben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es nur einen einzigen Bewerber für den Mietgegenstand gab.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

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