Warum wird Alkohol- und Drogenkonsum bei Straftaten strafmildernd angerechnet?

5 Antworten

Ich bin auch dafür, dass die Leute, die unter Einfluss jeglicher Drogen voll zur Verantwortung gezogen werden. Offensichtlich wird das immer noch als Kavaliersdelikt abgetan. Keiner wird gezwungen zu trinken oder zu rauchen, also soll er auch dafür geradestehen. Aber solange noch Politiker nach einer Tötung einer anderen Verkehrsteilnehmerin freigesprochen wird (ist schon einige Jährchen her), tut sich in unserem Lande gar nichts.

Die Zeiten sind vorbei Drogen als Alibi zu Missbrauchen. Da fliesst bei der Bewertung alles mit ein. Wie iss es denn wenn Du auf einer Fanmeile ein paar Bier getrunken hast? Autofahren hattest Du nicht vor, Du wolltest feiern. Aber was ist wenn Du mit jemandem in Streit gerätst den Du nie angezettelt hättest wenn Du nüchtern gewesen wärst?

Stimmt leider. Hier sollte man die Politiker zu einer Gesetzesänderung veranlassen. Alkohol- und Drogenkonsum geschehen schließlich in den allermeisten Fällen freiwillig und dürfen bei Strafzumessung nach Straftat keinesfalls mildernd wirken.

Diese Mittel beeinträchtigen die Steuerungsfähigkeit. Damit ist die Schuld geringer. (Prüfungsschema: Tatbestand, Rechtswidrigkeit, Schuld.)

Allerdings nur, wenn diese Substanzen nicht genommen werden, um die Straftat zu begehen oder zumindest in dem Bewußtsein, daß dies geschehen könnte: Dann wird die Schuld vorverlagert an den Zeitpunkt, als damit begonnen wurde, die Mittel zu nehmen und die Vorsatztat bestraft. (Actio libera in causa) Darüber hinaus ist es nach § 323a StGB strafbar, sich zu betrinken, wenn man im Zustand der Schuldunfähigkeit eine Straftat begeht

Es ist also nicht immer so, wie man denken mag.

Wie ist das dann wenn betrunken oder angetrunken Auto gefahren wird? Autofahren unter Alkoholeinfluß ist doch von vornherein verboten(ab gewissen Grenzen). Wenn man dann noch einen Unfall baut müßte sich das doch eigentlich strafverschärfend auswirken oder liege ich da falsch?
LG.
Rabbicook

@Rabbicook

In gewisser Weise ja: Es handelt sich dann um eine fahrlässige Körperverletzung in Tateinheit mit vorsätzlicher (actio libera in causa) Trunkenheitsfahrt. Wird natürlich härter bestraft, als eine fahrlässige Körperverletzung ohne Trunkenheitsfahrt.

Klar, weil man unter Alkohol- oder Drogeneinfluss nicht mehr Herr seiner Sinne ist. Verständnis habe ich dafür aber auch nicht das geringste. Wie Du ganz richtig schreibst, nimmt man das ja bewußt zu sich und mittlerweile sollte jedem bekannt sein, was dadurch ausgelöst werden kann!

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