Warum muß man Kirchensteuer bezahlen, wenn man arbeitslos ist?

3 Antworten

"Das Arbeitslosengeld wird ab 1. Januar 2005 ohne Berücksichtigung eines Kirchensteuersatzes ermittelt. ... Eine Sprecherin des Ministeriums sagte, damit könnten für Arbeitslosengeldempfänger, die vor Eintritt der Arbeitslosigkeit nicht der Kirchensteuer unterlagen, die Bezüge steigen. Die Neuregelung ist dem Bericht zufolge Bestandteil der Hartz-Gesetzgebung und im so genannten Hartz III-Paket niedergeschrieben. Dazu wurden die §§ 130 bis 134 des SGB II geändert."

Da ich selber mal nach der Problematik gesucht habe und auch bei kirchensteuer.de fündig geworden war. Offensichtlich ist der Sozialgerichten das Thema zu lästig geworden und man hat sich im Zuge der Hartz-Gesetze dieses Themas auf die elegante Art entledigt.

Tatsächlich wird allen Arbeitslosen in Deutschland, egal ob sie der Kirche angehören oder nicht, ganz legal ein der Kirchensteuer entsprechender Betrag abgezogen - doch die Kirchen sehen davon keinen Cent. Was sich verwirrend anhört, hat seinen Grund in der Berechnung der Arbeitslosenentgelte. Um eine Bemessungsgrundlage zu bekommen, nimmt das Arbeitsamt das Bruttogehalt des arbeitslos gewordenen Antragstellers. Davon werden die Lohnsteuer, die er nach seiner Steuerklasse zu zahlen hätte, sowie Beträge für die Renten- und Krankenversicherung rechnerisch abgezogen - und eben ein Betrag für die Kirchensteuer von acht Prozent der Lohn- und Einkommensteuer. Vom so ermittelten Nettogehalt wird das Arbeitslosenentgelt errechnet. Das heißt: Im Endeffekt hat der Arbeitslose durch den (rechnerischen) Kirchensteuerabzug weniger auf dem Konto.

Das is doch aber Beschiß oder?

Wenn Du keiner Konfession angehörst, mußt Du auch keine Kirchensteuer zahlen. Fehler passieren natürlich. Wende Dich an die Festsetzungsstelle und sprich den Irrtum an. (Wenn Dein Ehepartner noch in einer Kirche ist, kann das allerdings darauf zurückzuführen sein.)

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